2014: Der obligatorische Blick in die Glaskugel

Die angebotenen Online-Services werden perfektioniert – Vertrauen, Sicherheit, Neutralität werden, speziell im Online-Payment-Bereich, einen noch wichtigeren Stellenwert bekommen. Autor: Tom Wolf, Geschäftsführer beim Payment-Service-Provider mPAY24. 

Als Trends für das kommende Jahre sehe ich zum ersten einen deutlichen Zuwachs bei Mobile Shopping/M-Commerce, Mobile Payment sowie Social Marketing, zum zweiten die Online-Lebensmittelbestellung inklusive Lieferung und zum dritten eine immer individuellere Produktgestaltung – der Konsument bringt persönliche Vorlieben mit ein. Die Gründe für diese drei Trends liegen für mich auf der Hand: Immer mehr Onlinekäufer nutzen mobile Endgeräte, um ihre Einkäufe immer und überall erledigen zu können. Der Lebensmittelversand war bisher – trotz großer Nachfrage – wegen der Problematik mit der Kühlkette sehr unterrepräsentiert im Onlinehandel. Doch zwischenzeitlich wurden hier Lösungen im Logistikbereich gefunden. Und zuletzt sehe ich deutlich den wachsenden Wunsch der Konsumenten, sich von der Masse abzuheben. Das sieht dann für mich in der Zukunft so aus, dass sich für die ersten beiden Trends die Vertriebskanäle sowie die Bestellzeiten verschieben. Und bei Trend drei werden Kunden „ihren eigenen Trend kreieren, Trend, Produkte werden im ganz persönlichen Stil gefertigt, beispielsweise Textilien nach Mustervorgabe des Kunden. Autor: Ralf Linden, Bereichsleiter Vertrieb Universum Group, einem Anbieter von Finanzdienstleistungen.

Nachdem mit „Barzahlen“ die letzte Lücke bei den Zahlungsarten geschlossen wurde und der Einkauf im Internet nun praktisch für jedermann möglich ist, werden sich die Verbesserungen im E-Commerce zum einen auf größere Bequemlichkeit für den Kunden, etwa durch E-Wallet und Ein-Klick-Kaufprozesse, konzentrieren, zum anderen erwarten wir verstärkte Nachfrage bei automatisierten Zusatzdienstleistungen zum Schutz vor Zahlungsausfällen, die in die Checkout-Prozesse integriert werden können. Autor: Markus Solmsdorff, Geschäftsführer beim Payment-Service-Provider Expercash.

Eines der wichtigsten Themen für den E-Commerce wird 2014 meiner Meinung die mobile Optimierung werden. Konsumenten kaufen immer häufiger über Smartphone oder Tablet im Internet ein. Online-Händler müssen die spezifischen Anforderungen des mobilen Shoppings berücksichtigen – auch und gerade beim Payment. Autor: Tobias Teuber, Executive Vice President Continental Europe und Deutschland-Chef von Klarna, Anbeiter von „Kauf auf Rechnung“

Mobile Commerce als spezielle Form von E-Commerce wird im nächsten Jahr sicherlich einen noch größeren Stellenwert als bisher bekommen. Denn der Einkauf von unterwegs ist die zwingende Konsequenz eines immer mobileren Lebensstils. Begünstigt wird diese Entwicklung durch ausgereifte Technologien und nicht zuletzt auch durch neuartige Zahlverfahren. Mobile Commerce ist jedoch nur ein Verkaufskanal von vielen. Kaum ein Händler mit Ladengeschäft wird künftig auf einen eigenen Onlineshop oder eine Präsenz bei ebay, Amazon und Co. verzichten wollen. Und auch immer mehr vormals reine Internethändler werden stationären Handel betreiben. Kurz gesagt, Multichannel wird vom Trend zur Normalität.“ Autor: Rainer Sureth, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb beim Payment-Service-Provider ConCardis.

Daten, Daten, Daten – die zielgerichtete Kundenansprache auf Basis von Kundendaten wird zum zentralen Erfolgsfaktor im E-Commerce – doch auch hier gilt: Der Mehrwert für den Kunden muss im Mittelpunkt stehen, um die Akzeptanz auf Kundenseite nicht zu riskieren. Für Händler liegt die Herausforderung darin, hier die richtige Balance zwischen Sammelwut und sinnvoller Personalisierung zu finden.“ Autor: Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, das als Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis, Forschung und Beratung für den Handel und die Konsumgüterindustrie fungiert.

Der vollautomatisierte Verkauf von Display-Advertising über onlinebasierte Auktionen wird gewaltig an Bedeutung gewinnen, egal ob das nun als Real Time Advertising, Real Time Bidding oder Programmatic Buying bezeichnet wird. Die Vorteile liegen doch klar auf der Hand: Der Auktionsmechanismus führt dazu, dass mittelfristig die angemessenen Preise erzielt werden und der häufig immer noch vorliegende papierbasierte und nicht medienbruchfreie Abrechnungsprozess sollte doch zu einer Zeit, in der die EU europaweit die elektronische Rechnung fordert, endlich abgeschafft werden. Zudem wir Targeting erleichtert. Autor: Prof. Dr. Bernd Skiera, Lehrstuhl für Electronic Commerce, Schwerpunkt Marketing, Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Für mich ist der Mega-Trend im E-Commerce 2014 audio-visuelles Social Shopping via Smart TVs sowie internetfähiger Fernseher. Denn neue Touchpoints wie  internetfähige Fernseher und Smart TVs  werden im Jahr 2014 erstmals auch bisherige Social-Media-Muffel der Generation Babyboomer (1945-1964) sowie X (Geburtsjahrgänge 1965-1979)  ein neue Dimension des E-Commerce, die emotionale  audio-visuelle Kundenansprache via User-Generated Content in Echtzeit bequem und einfach erlebbar machen. Von besonderem Charme wird es sein, dass aufgrund von Social Media Monitoring individuelle, emotionalisierte Kundenansprache  via personifizierter Werbespots sowie Product Placement in relevanten TV-Formaten erlebbar werden. Diese neu gewonnene „Barrierefreiheit“  ermöglicht es auch den TV-Generationen  (Babyboomern/Veteranen) bequem per Fernbedienung den Klick auf den Bestellbutton auf der Website des Reiseanbieters auszulösen, wenn Sie im Rahmen einer Reise-Reportage gerade ihr Traumurlaubsziel für sich entdeckt haben und die Gefahr einer Nachkauf-Dissonanz via  Echtzeit User-Generated Content im parallel laufenden  Second Screen für sich ausschließen konnten. Autorin: Prof. Dr. Sonja Salmen, Professorin  für Social Media Management an der Hochschule Heilbronn, Leiterin des Steinbeisberatungszentrums Social Media Management.

Ich sehe drei Trends: Zum einen das Thema Offline-Online-Kombination: Um im E-Commerce der Zukunft bestehen und wachsen zu können, ist es unvermeidbar, auch das Offline-Verhalten der Kunden in die gesamte Analyse einzubeziehen. Das heißt: die Interaktion in den Stores, der Kontakt zu Offline-Marketing-Kampagnen und die Kombination dieser verschiedenen Kanäle. Zum anderen wird eine noch stärkere Personalisierung erfolgen: One to One Marketing wird noch gezielter und individueller ausfallen, die Interaktion auf der Website und anderen digitalen Kanälen noch spezifischer werden. Und zum dritten wird die Interessenten-Bindung versus Kunden-Bindung Thema werden: Um bestehende Kunden zu binden und langfristig treu zu halten, wird es noch speziellere Kundenbindungssysteme geben, die den Kunden anreizen, häufiger mit der Marke und den Produkten oder Dienstleistungen in Kontakt zu kommen. Keine plumpen Gewinnspiele, sondern individuelle Maßnahmen, die genau das aktuelle (Zeit) und inhaltliche (Anlass) Ziel treffen. Autor: Ralf Haberich, Chief Commercial Officer (CCO) beim  Anbieter für Webanalyse Webtrekk und Herausgeber des Analytics-Portals „Web Analytics Europa“.

Die Grenzen zwischen online und offline verschwinden. Über mobile und Online-Kanäle können Verbraucher jederzeit und überall einkaufen. Dabei erwarten sie von uns als Marktplatzbetreiber und von den Händlern, dass wir uns auf ihre wachsende Mobilität einstellen. Click & Collect-Modelle sind zurzeit bei eBay in der Testphase und erste Lösungen starteten in den Vereinigten Staaten und Großbritannien, werden sich aber sicherlich weiter durchsetzen. Dazu gehören In-store Pickup und Same Day Delivery Services über die iOS-App „eBay now“, mit schneller Lieferung dahin, wo man gerade ist. Die Logistik, dezentrale Strukturen und eine nahtlose Verknüpfung der verschiedenen Kanäle werden für uns entscheidend sein, um die Vielfalt des Handelsumfelds abzubilden und mitzugestalten – und um den Verbrauchern neue innovative und inspirierende Möglichkeiten des Einkaufens anbieten zu können.“ Autor: Michael Möglich, Seller Director, eBay Deutschland

Erfolgreiche Shops gehen verstärkt in die Richtung, eine dauerhafte, intensive Verbindung zum Käufer über verschiedene Kanäle herzustellen. Bei der starken Konkurrenzsituation im Onlinehandel ist es zunächst wichtig, dem Käufer im Shop ein Einkaufserlebnis zu bieten, ihn emotional anzusprechen. Dies beginnt bei einer individuellen Shopgestaltung, geht über eine interessante und informative Produktpräsentation mit sozialen Anreicherungen, eine überdurchschnittlich gute Usability während des gesamten Kaufprozesses bis hin zu kundenfreundlichen Liefer- und Retourenprozessen beim Händler und der späteren attraktiven Betreuung und Bewerbung. Shopbetreiber, die schon heute das immer interessanter werdende Thema Nachhaltigkeit im Onlineshopping aufgreifen, bieten weitere Alleinstellungsmerkmale und erreichen eine bessere Kundenbindung. Zudem werden Käufer immer mobiler und erwarten über den Kanal Mobile-Shop eine schnelle und mediengerecht angepasste Bedienung mit vollem Funktionsumfang eines Webshops plus der Features, die mobil zusätzlich möglich sind. Autor: Johannes W. Klinger, Vorstand von Websal, das cloudbasierte Shoplösungen anbietet.

Online-Händler stehen vor der Herausforderung, Menschen nicht am PC abzuholen, sondern unterwegs: Beim Shoppen kommt die Anregung – bestellt wird jedoch direkt via Smartphone im Internet. Im Moment ist das meist noch umständlich – in Zukunft gewinnt, wer diesen Prozess bequem macht. Autor: Dr. Torsten Schwarz, E-Mail-Marketing-Guru und Geschäftsführer von Absolit

Der Onlinehandel wird seine Art der Warenpräsentation und Kommunikation völlig neu erfinden. Wir fassen diesen Trend unter „Digital Visual Merchandising“ zusammen. Dahinter steht die Kernfrage, ob die E-Commerce-Branche ihren bestehenden Produkt-Content wie Beschreibungen und Fotos auf emotionale und verkaufsfördernde Art einsetzt. Der steigende Neukundenpreis und ein starker Wettbewerb zwingen die Branche, verstärkt darüber nachzudenken, wie Kunden zu echten Fans werden. Das kann nur mit begeisternden Präsentationen, einem stärkeren Markenaufbau und treueren Kunden erreicht werden. Autor: Ruppert Bodmeier, Head of Digital Marketing & E-Commerce Liganova, einem Spezialisten für Brand Retail Marketing. 

Bei der Entwicklung der neuen Version plentymarkets 5.0 haben wir uns auf eines der wichtigsten Zukunftsthemen im E-Commerce fokussiert: die Prozessoptimierung in der Auftragsabwicklung und im Versand. Gerade bei hohen Wachstumsraten werden saubere und effiziente Prozesse in Zukunft der entscheidende Wettbewerbsvorteil sein, um in Zeiten immer kleiner werdender Margen kosteneffizient agieren zu können und sich so gegen die wachsende Konkurrenz zu behaupten. Autor: Jan Griesel, CEO und Founder plentymarkets, einem Anbieter von E-Commerce-Komplettlösungen.

Der Trend zur Expansion von Webshops ins Ausland wird sich fortsetzen, denn die Grenzen im E-Commerce schwinden. Um dem Endkunden auch auf den ausländischen Märkten einen optimalen Service zu bieten, sind Fulfilment-Dienstleister gut beraten, ihr Know-how grenzüberschreitend einzubringen und mit Partnern vor Ort zusammenzuarbeiten, die mit den nationalen Besonderheiten vertraut sind. Autor: Dieter Urbanke, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hermes Fulfillment.

Social-Media-Dienste wie Pinterest oder Instagram sorgen dafür, dass auch über Facebook hinaus immer mehr mit Bildern geworben wird. Auch Bewegtbild-Dienste wie Vine oder Video on Instagram erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Unternehmen machen sich diesen Trend zunutze und werden ihre Zielgruppen emotionaler und direkter deviceübergreifend ansprechen. Neben einer wirkungsvollen Visual-Social-Media-Strategie wird die kanalübergreifende Messung der Customer Journey von TV bis Mobile zur Steuerung der Maßnahmen entscheidend. Autor: Boris Wollny, Communication Strategist bei der Online-Marketing-Agentur Explido.

  • Tom Wolf, Geschäftsführer beim Payment-Service-Provider mPAY24
  • Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, das als Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis, Forschung und Beratung für den Handel und die Konsumgüterindustrie fungiert.
  • Ralf Haberich, Chief Commercial Officer (CCO) beim Anbieter für Webanalyse Webtrekk und Herausgeber des Analytics-Portals „Web Analytics Europa“.
  • Prof. Dr. Bernd Skiera, Lehrstuhl für Electronic Commerce, Schwerpunkt Marketing, Goethe-Universität Frankfurt am Main.
  • Ralf Linden, Bereichsleiter Vertrieb Universum Group, einem Anbieter von Finanzdienstleistungen.
  • Michael Möglich, Seller Director, eBay Deutschland
  • Johannes W. Klinger, Vorstand von Websal, das cloudbasierte Shoplösungen anbietet.
  • Dr. Torsten Schwarz, E-Mail-Marketing-Guru und Geschäftsführer von Absolit
  • Markus Solmsdorff, Geschäftsführer beim Payment-Service-Provider Expercash.
  • Tobias Teuber, Executive Vice President Continental Europe und Deutschland-Chef von Klarna, Anbeiter von „Kauf auf Rechnung“
  • Ruppert Bodmeier, Head of Digital Marketing & E-Commerce Liganova, einem Spezialisten für Brand Retail Marketing.
  • Jan Griesel, CEO und Founder plentymarkets, einem Anbieter von E-Commerce-Komplettlösungen.
  • Dieter Urbanke, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hermes Fulfillment.
  • Boris Wollny, Communication Strategist bei der Online-Marketing-Agentur Explido.
  • Rainer Sureth, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb beim Payment-Service-Provider ConCardis.
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