Checkliste: So minimieren Onlinehändler das Risiko von Zahlungsausfällen

Das Risiko, Opfer eines Betrugsversuchs zu werden, ist für Onlinehändler allgegenwärtig. Die Zahl der Betrugsdelikte ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich angestiegen. Neben dem Produktportfolio haben die bereitgestellten Zahlarten den größten Einfluss auf das Ausmaß der Betrugsversuche. Um das Risiko für Zahlungsausfälle weitestmöglich zu reduzieren, ohne die Kunden dadurch zu vergraulen, und um Kaufabbrüche seitens der Kunden zu vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Tipp 1: Die richtigen Zahlarten bereitstellen

Zahlungsausfälle können auftreten, selbst wenn Kunden überhaupt nicht eingekauft haben – nämlich dann, wenn sie in einem Onlineshop nicht das präferierte Zahlungsmittel finden und darum zur Konkurrenz wechseln. Um das zu verhindern, sollten Shopbetreiber jene vier bis fünf Zahlarten anbieten, die im jeweiligen Absatzland am beliebtesten sind. In Deutschland lassen sich allein durch die Bereitstellung der Zahlungsarten Lastschrift und Rechnungskauf die Umsätze signifikant steigern. Beispielsweise sinkt die Kaufabbruch-Rate um bis zu 40 Prozent, wenn Käufer per Lastschrift bezahlen können, im Fall des Rechnungskaufs reduzieren sich die Abbrüche sogar um bis zu 79 Prozent. Da bei diesen Zahlarten der Onlinehändler das Risiko eines möglichen Zahlungsausfalls trägt, stellen viele die beiden Zahlungsmittel nicht zur Verfügung. Doch es gibt Abhilfe (siehe Tipp 2).

(Bildquelle: PNO Inkasso)

 

Tipp 2: Gesicherte Zahlungsverfahren anbieten

So beliebt Lastschrift, Rechnungskauf und Kreditkarte auch sein mögen – sie sind nicht sicher. Shopbetreiber sind erst dann auf der sicheren Seite, wenn sie diese Zahlarten in der gesicherten Variante anbieten. Dann übernimmt das Zahlungsinstitut nicht nur die Risiken möglicher Zahlungsausfälle, sondern im Falle des gesicherten Rechnungskaufs auch das komplette Debitorenmanagement – samt möglicher Übergabe des Forderungsmanagements an einen Inkasso-Dienstleister. Außenstände gehören auch mit der gesicherten Kreditkarte der Vergangenheit an. Sie garantiert Onlinehändlern absolute Ausfallsicherheit – bei Chargebacks kümmert sich der Zahlungsdienstleister im Hintergrund um das Management der Rückbuchungen.

Tipp 3: Ein effektives Risikomanagement betreiben

Ein wirkungsvolles Risikomanagement zu betreiben, ist höchst komplex und bedarf großer Erfahrung. Ein Zahlungsinstitut greift auf bewährte Muster zurück, um Betrugsversuche zuverlässig zu verhindern. Hinzu kommen individuelle Risikochecks, wie etwa Plausibilitätsprüfungen, Abgleiche gegen Negativlisten, Unstimmigkeiten zwischen IP-Adresse und Region etc. Diese Prüfungen können sich je nach Branche und Absatzmarkt zum Teil deutlich unterscheiden. Darüber hinaus gilt es, die Quote sogenannter False Positives, also abgelehnter Zahlungen trotz Käufer-Liquidität, so niedrig wie möglich zu halten. Auch hier sind eine gute Mustererkennung und große Erfahrung sehr wichtig. Nicht zuletzt kann ein Zahlungsinstitut mittels Bonitätsprüfung jene Kunden identifizieren, die nur eingeschränkt zahlungsfähig sind. Dann ist es möglich, einen maximalen Warenkorbwert festzulegen oder nur bestimmte Zahlarten, wie etwa Vorkasse, bereitzustellen.

Autor: Mirko Hüllemann (Jahrgang 1969) ist Mitgründer und Geschäftsführer der Heidelberger Payment GmbH, kurz: heidelpay, ein von der BaFin zugelassenes und beaufsichtigtes Zahlungsinstitut für Online-Paymentverfahren. heidelpay deckt das komplette Leistungsspektrum in Sachen elektronische Zahlungsabwicklung ab: Von der Zahlartenanbindung über die Transaktionsverarbeitung bis hin zu Monitoring und Riskmanagement. Vor der Gründung von heidelpay im Jahr 2003 war Mirko Hüllemann u.a. für verschiedene Anbieter von Online-Zahlungsdiensten tätig: als Vertriebsleiter für die paybox.net AG und als Geschäftsführer für die United Payment GmbH.

(jm)

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