Deutsche Top-Unternehmen gehen „auf Sendung“

Sie sind überall, sie sind lustig oder zum Nachdenken. Und inzwischen sind sie selbst mit dem Smartphone kinderleicht zu erstellen und hochzuladen: Videos haben das Internet binnen weniger Jahre erobert und die Kommunikation komplett umgekrempelt. Im Privatbereich haben Videos sogar vor den Sozialen Netzwerken den größten Anteil an der Nutzungsdauer durch die User. Dieser Trend hin zum Video ist nun auch im Bereich der Unternehmenswelt klar zu beobachten. Großkonzerne und Mittelständler entdecken gleichermaßen die Bewegtbilder als Kommunikationsmittel. Und das in rasantem Tempo. Binnen weniger Jahre hat sich die Datenmenge pro Monat im Bereich Bewegtbild bei Unternehmen verachtfacht. Das geht aus einer aktuellen Studie des Videotechnologieanbieters movingimage hervor. Ausgewertet wurde der Videotraffic von 157 namhaften Unternehmen.

„Im Privatgebrauch ist die extensive Videonutzung via YouTube oder Facebook längst Alltag“, sagt Rainer Zugehör, Geschäftsführer von movingimage. „Jetzt sind auch die technischen Kapazitäten gegeben und das Sicherheitslevel erreicht, um Bewegtbild professionell nutzen zu können. Die Unternehmen, die diese Chance nicht wahrnehmen, werden im wahrsten Sinne von der Bildfläche verschwinden.“

 Hessen ist das „Video“-Land

Die größten Videonutzer unter den Konzernen sitzen in Hessen und vereinen insgesamt 110.000 Videominuten auf sich. Danach kommen Nordrhein-Westfalen (102.000) und Bayern (68.000).

 Mit den Möglichkeiten steigt die Anwendungsbreite

Auch die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten ist rasant angestiegen. Waren es noch vor wenigen Jahren fast ausschließlich der Image- bzw. Werbefilm, der auf der eigenen Homepage gelaufen ist, entdecken die Firmen immer mehr neue  Möglichkeiten für die Nutzung von Videos. Schulungsvideos, Webinare, Livestreams und Eventaufzeichnungen – all das gehört inzwischen bei innovativen Unternehmen zum Standard. „Doch leider haben auch viele Konzerne diesen Trend verschlafen“, kommentiert Zugehör die Studie. Es sei allerdings noch nicht zu spät, die Konzern-Kommunikation auf Videos umzustellen.

Stark aufgeholt hat bei der Videonutzung vor allem die interne Kommunikation. 30 Prozent aller Videos werden mittlerweile für das Intranet produziert und dort abgespielt. Hier nehmen Finanz- und Versicherungsunternehmen überraschend eine Vorreiterrolle ein – allen Trägheitsvorwürfen zum Trotz. So entfallen 26 Prozent aller Intranet-Videos auf die Branchen Finanzen und Versicherungen. Der Umstieg auf eine Kommunikation mittels Videos ist ein logischer Schritt. Wer Mitarbeiter heutzutage langfristig binden möchte, kommt um Bewegtbilder nicht mehr herum.

Hauptanwendungsfeld ist weiterhin das Marketing, das 69 Prozent des gesamten Video-Contents auf sich vereint. „Die externe Kommunikation genießt bei Unternehmen immer noch die höchste Priorität. Und hier können Videos im Zeitalter des Storytellings und Content Marketings ihre Stärken voll ausspielen“, so Zugehör. Allerdings gibt es auch deutliche Branchenunterschiede. Dienstleister sind mit 29 Prozent die Branche mit der größten Videonutzung.

 Ausblick: Die Video-Revolution ist in vollem Gange

Während Videos die Unternehmenswelt erobern, stehen viele Konzerne vor der Herausforderung, ihre IT entsprechend nachzurüsten. Dass die Technik ein häufiger Stolperstein ist, weiß der Chef des Videotechnologieanbieters movingimage aus erster Hand. Sein Unternehmen stellt mehr als 20 Dax-Konzernen und über 500 Unternehmen insgesamt die Video-Infrastruktur zur Verfügung. „Überall ist von der mobilen Revolution durch Smartphones die Rede. Videos werden der große Gewinner dieses Trends sein und ihren Vorsprung weiter ausbauen“, prognostiziert Rainer Zugehör.

Aktuelle Zahlen der Beratungsgesellschaft Emarketer belegen diese These: Bereits heute sind Videos vor den Sozialen Netzwerken die Nummer eins, was die Nutzungsdauer betrifft. Tendenz steigend: Schon 2019 werden Online-Videos 80 Prozent des gesamten Internettraffics verursachen, schätzen Branchenkenner.

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