Die Qual der Payment-Service-Provider-Wahl

Wenn es um Payment-Service-Provider geht, stellt sich für Online-Händler meist weniger die Frage nach dem Warum als die nach dem Wen. Denn Gründe, einen Payment-Service-Provider (PSP) zu beauftragen, gibt es genug: der Aufwand für Integration und Abwicklung unterschiedlicher Bezahlverfahren ist dann deutlich geringer, man profitiert von weiteren Dienstleistungen wie Risikomanagement oder Inkasso und man wird von hohen Sicherheitsanforderungen etwa der Kreditkarten-Unternehmen entlastet. Allerdings gibt es mittlerweile eine Vielzahl an entsprechenden Anbietern auf dem Markt. Hier finden Sie acht Tipps, worauf Sie bei der Auswahl eines geeigneten PSPs unbedingt achten sollten:

1. Breites Angebot an Bezahlverfahren

Der Anbieter sollte über ein möglichst breites Angebot an Payment-Verfahren verfügen. Darunter sollten unbedingt gängige Verfahren wie Zahlungen per Kreditkarte, Lastschrift, Debitkarte, giropay, sofortüberweisung.de, PayPal usw. sein. Denn je höher das Angebot an Bezahlarten, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kunde sein präferiertes Verfahren vorfindet und es zum Kaufabschluss kommt.

2. Internationale und länderspezifische Bezahlverfahren

Wichtig ist, dass der Payment-Service-Provider neben global akzeptierten Bezahlarten auch länderspezifische Verfahren anbietet. Denn gerade wenn Sie auch im Ausland Kunden gewinnen wollen, ist es hilfreich, dass diese ihre gewohnten Bezahlarten vorfinden. Das wirkt vertrauensbildend. Ein PSP sollte beispielsweise Debitkarten wie die Carte Bleue – eines der beliebtesten Zahlverfahren in Frankreich –, Maestro International, PostePay in Italien, 4B in Spanien oder die Bankomat-Karte in Österreich im Portfolio haben. Und natürlich nationale Lastschriftverfahren für zum Beispiel Österreich oder auch gesicherte Verfahren wie iDEAL in den Niederlanden.

3. BaFin-Zertifizierung

Die absolute Sicherheit, dass Ihr Geld in guten Händen ist, erhalten Sie nur von einem bankenunabhängigen Payment-Service-Provider, den die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Zahlungsinstitut zertifiziert hat. Nur so kann ein PSP für Ihren Zahlungsverkehr europaweit Treuhandkonten bei verschiedenen Banken einrichten und internationale Transaktionen abwickeln. Der Vorteil: auf Treuhandkonten ist Ihr Geld auch beim Zahlungsausfall des Providers absolut sicher – ob im In- oder Ausland.

Datensicherheit

Die Technologie des PSP muss nach dem weltweiten Datensicherheitsstandard Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) zertifiziert sein. Damit genügen Ihre Payment-Transaktionen den Sicherheitsansprüchen von Visa und Mastercard und ein korrekter Umgang mit sensiblen Kundendaten ist garantiert. Der Vorteil: Sie benötigen dann keine eigene PCI-Zertifizierung mehr.

5. Mobile Payment

Ein PSP muss seinen Kunden mittlerweile Möglichkeiten zum Mobile Payment bieten, beispielsweise über eine mobile Applikation. So verwandeln Sie Ihr Smartphone oder Touch Device in ein mobiles Payment Terminal und können Zahlungen flexibel und unabhängig durchführen. Wichtig dabei: Auch Transaktionen über solch eine mobile Lösung müssen dem Datensicherheitsstandard PCI DSS genügen.

6. Alles aus einer Hand

Wählen Sie einen PSP, der möglichst alle Dienstleistungen für Internet-Payment aus einer Hand anbietet – von der Technik und den Akzeptanzverträgen über die komplette Abwicklung der Transaktionen für die wichtigsten Zahlverfahren bis hin zu Support und technischem Service. Und das natürlich zu einem fairen Preis. Vorteilhaft ist es auch, wenn der PSP zudem über Services zum Risiko- und Debitorenmanagement verfügt.

7. Individuelle Beratung

Entscheiden Sie sich für einen PSP, der Sie individuell berät. Neben standardisierten Angeboten sollte der PSP Ihnen auch speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Leistungspakete mit Services aus den Bereichen Internet-Payment, Risiko- und Debitorenmanagement bieten können. Fähige PSPs haben oft sogar spezielle Branchenlösungen im Angebot.

8. Schnittstellen

Achten Sie darauf, dass sich die Services des PSP einfach und unkompliziert in Ihr Shop- und Ihr ERP-System integrieren lassen. Entsprechende Schnittstellen oder Module sollten unbedingt vorhanden sein. 

Autor: Mirko Hüllemann (Jahrgang 1969) verantwortet als Geschäftsführer das operative Geschäft der Heidelberger Payment GmbH, kurz: Heidelpay. Das Unternehmen, das er 2003 gemeinsam mit Thomas Muszakiewicz gegründet hat, ist der erste und einzige bankenunabhängige Payment-Service-Provider, der von der BaFin als Zahlungsinstitut zertifiziert ist. Vor dem Schritt in die Selbstständigkeit war Mirko Hüllemann seit 2000 für verschiedene Anbieter von Online-Zahlungsdiensten tätig: als Vertriebsleiter für die paybox.net AG und als Geschäftsführer für die United Payment GmbH. Seine berufliche Karriere startete der Dipl.-Volkswirt 1999 nach Abschluss seines Studiums an der Universität Heidelberg als SAP-Berater bei cbs Corporate Business Solutions Unternehmensberatung.

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