Digitaler Einkaufsbummel: Überwiegende Mehrheit der Deutschen kauft gezielt online ein

Online-Shopping ist fest im Alltag der deutschen Verbraucher verankert. 93 Prozent der Internetnutzer kaufen regelmäßig und gezielt im Internet ein. Rund 20 Prozent der 18- bis 34-Jährigen bestellen täglich Produkte und Dienstleistungen online. Dabei bereitet das digitale Einkaufserlebnis den Deutschen in neun von zehn Fällen Spaß. Dies bestätigt die Full-Service-Digitalagentur DigitasLBi anhand der Studie „Connected Commerce“, die zum fünften Mal in Folge das Online-Einkaufsverhalten der Verbraucher in Deutschland repräsentativ untersucht hat. Die Produkte aus der Mode- und Textilindustrie sowie der Unterhaltungsbranche erfreuen sich der größten Nachfrage seitens der Verbraucher. Das meiste Entwicklungspotenzial besitzt der Online-Handel mit Lebensmitteln.

 

 
„Die Verbraucher haben digitale Verkaufskanäle vollständig in ihren Alltag integriert. Die Mehrheit bestellt regelmäßig Produkte und Dienstleistungen jedweder Branchen über das Internet. Noch dominieren die Mode- und Unterhaltungsindustrie den Online-Handel, doch mit der hohen Durchdringung digitaler Kommunikation im Haushalt werden vernetzte Verbraucher immer häufiger nach Angeboten suchen, die ihnen insbesondere eine Zeitersparnis bieten. Der Lebensmittelhandel wird in wenigen Jahren zu den Gewinnern im Connected Commerce zählen, wenn es der Branche gelingt, die Wünsche und Anforderungen der vernetzten Verbraucher noch stärker zu berücksichtigen“, sagt Kaan Karaca, CTO von DigitasLBi in Deutschland und der Schweiz.

 

Einkaufen über das Internet wird zur Normalität für die Deutschen

Die Möglichkeiten von digitalen Einkaufswelten überzeugen die Mehrheit der deutschen Verbraucher. Neun von zehn Internetnutzern (93 Prozent) kaufen gemäß der Untersuchung von DigitasLBi regelmäßig und bewusst im Internet ein. Jeder Zehnte (13 Prozent) bestellt bereits täglich Produkte und Dienstleistungen über das Internet und jeder Fünfte (19 Prozent) kauft mindestens einmal pro Woche gezielt online ein. Über ein Viertel (26 Prozent) kauft alle zwei bis drei Wochen und mehr als ein Drittel der Verbraucher (34 Prozent) mindestens einmal im Monat. Nur sieben Prozent der Verbraucher bestellen seltener als einmal im Monat.

Im Internet einzukaufen besitzt für die befragten Verbraucher in allen Altersgruppen einen hohen Stellenwert und erlebt eine hohe Akzeptanz in ihrem Alltag. Bei den 18- bis 34-Jährigen liegt der Anteil der täglich getätigten Online-Käufe mit 20 Prozent signifikant höher als der Durchschnittswert aller Studienteilnehmer. Die große Affinität zu digitalen Einkaufserlebnissen und die grundsätzlich stark ausgeprägte Nutzung von Smartphones bestätigen, dass gerade junge Verbraucher zu den idealen Zielgruppen im E-Commerce zählen.

Online-Shopping macht den Kunden sehr viel Spaß

Neun von zehn Internetnutzern (90 Prozent) bestätigen, dass sie Spaß an ihrem Online-Einkauf haben. Die positive Wirkung des digitalen Einkaufserlebnisses zeigt sich in fast allen der acht untersuchten Branchen. Am meisten Freude bereiten Online-Käufe in den Bereichen Kultur und Unterhaltung (96 Prozent) sowie Gesundheits-, Pflege- und Wellness-Produkte (95 Prozent). Der Kauf von Lebensmitteln sowie Mode- und Fashionprodukten sorgt für Spaß bei 92 Prozent der Verbraucher. Nur die Kategorie Reise und Freizeit schwächelt mit einem unterdurchschnittlichen Spaßfaktor in Höhe von 81 Prozent. Laut der Untersuchung von DigitasLBi sorgen in diesem Marktsegment die unübersichtliche Darstellung auf Preisvergleichsseiten und die unterschiedliche Preisfindung für identische Produkte für Akzeptanzprobleme seitens der Verbraucher.

Modeartikel und Unterhaltungsprodukte bei den Verbrauchern am meisten nachgefragt

Am Häufigsten kaufen die Internetnutzer Modeartikel und Fashionprodukte sowie Kultur- und Unterhaltungsprodukte ein (jeweils 90 Prozent). Die meist ausgeprägte Einfachheit der Bestellvorgänge und die Tatsache, dass die Konsumenten im Mittelpunkt des Geschehens stehen, sorgt für ein überaus reges Interesse am Online-Handel. Im Fall von Modeartikeln sieht die Studie von DigitasLBi einen zentralen Grund in dem kostenfreien Zurückschicken von nicht passender Kleidung und Schuhen. Das unverbindliche Ausprobieren von online gekauften Artikeln nimmt für viele Verbraucher einen vergleichbaren Stellenwert ein wie die klassische Umkleidekabine.
 
Bei Musik- und Medienprodukten ermöglicht das digitale Rechtemanagement die Nutzung gekaufter Inhalte über verschiedene Endgeräte, so dass die Nutzung von Tonträgern wie CDs, DVDs und Blu-Rays mit ihren Kopierschutzfunktionen in den Augen vieler Internetnutzer zu umständlich sind. Nach Einschätzung der Experten von DigitasLBi spricht die Tatsache, dass viele neue digitale Endgeräte überhaupt keine Abspielfunktion für diese Tonträger besitzen, für den hohen Anteil digitaler Unterhaltungsprodukte beim Online-Einkauf.

 

Online-Versand für Lebensmittel besitzt enormes Entwicklungspotenzial

Die DigitasLBi-Studie identifiziert den Online-Handel mit Lebensmitteln als noch ausbaufähiges Marktsegment. Trotz eines dichten Filialnetzes von Supermärkten, Discountern und SB-Warenhäusern bestellen bereits 41 Prozent der befragten Verbraucher Lebensmittel direkt über das Internet. Nicht nur Lieferdienste für spontane Käufe von Pizza, Pasta oder Sushi sind auf Verbraucherseite gefragt. Ebenfalls steht der Versandhandel von Genussmitteln wie Wein und langfristig haltbaren Produkten hoch im Kurs. Das größte Potenzial besitzt jedoch der Lebensmitteleinzelhandel mit frischen Waren des täglichen Bedarfs.
 
Nach Ansicht der Experten von DigitasLBi kann die Lebensmittelbranche ihren Marktanteil beim Online-Shopping durch ein deutschlandweit flächendeckendes Liefernetz erhöhen. Neben der Akzeptanz bei digital-affinen Verbrauchern können weitere kaufkräftige Zielgruppen erschlossen werden. Die bereits bestehenden Angebote für frische Lebensmittel in vornehmlich urbanen Ballungsräumen sollten auf klassische Speckgürtel und ländliche Regionen ausgeweitet werden. Die Branche besitzt ein enormes Entwicklungspotenzial, welches die Marktakteure durch die Reduktion der meist hohen Versandkosten, das Senken von Mindestbestellwertgrenzen und die Einführung von festen Lieferzeiten für sich beanspruchen können.

Methodischer Hintergrund

Die Studie „Connected Commerce“ von DigitasLBi wurde zum fünften Mal in Folge in den 15 Ländern Australien, Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Indien, Italien, Niederlande, Singapur, Spanien, Schweden und USA durchgeführt. Die Ergebnisse wurden durch das Meinungs- und Marktforschungsinstitut IFOP mit einer Stichprobengröße von über 1.000 Internetnutzern pro Land im Alter von 18 bis 64 Jahren repräsentativ ermittelt.

(jm)

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