"Medienkonsum: Nur ein kleiner Eindruck vom tatsächlichen Wandel"

Dr. Stefan Heng, Senior Economist bei Deutsche Bank Research, kommt in seiner aktuellen Analyse zu folgenden Ergebnissen:

Der durchschnittliche Deutsche konsumiert täglich mehr als 500 Minuten (also bald 8 ½ Stunden) Fernsehen, Radio und Internet – oft auch parallel. Seit 2000 stieg die Nutzung dieser drei Medientypen damit um 1,5 Prozent pro Jahr. Während der Fernsehkonsum heute immer noch an der Spitze steht und in den vergangenen Jahren auch leicht zunahm (durchschnittliches Wachstum seit 2000: +1 Prozent p.a.), ging der Radiokonsum leicht zurück. Demgegenüber liegt die große Dynamik – wenig überraschend – beim Internet (+15 Prozent p.a.).

Diese Zahlen mögen hinsichtlich der absoluten Höhe erstaunen. Sie gelten allerdings nur für den Durchschnittsbürger und geben demnach auch nur einen kleinen Eindruck vom Wandel, der sich in der Medienbranche mit dem Voranschreiten von Digitalisierung und nicht-linearen Angeboten tatsächlich vollzieht.

Wohin diese Reise geht, zeigt beispielsweise die Mediennutzung der Jugendlichen. Bei den 14- bis 16-Jährigen ist nämlich heute bereits das Internet (Internet: 125 Min/Tag; TV: 114 Min./Tag) die allererste Wahl vor allen anderen Medientypen. Hier verliert die klassische stationäre, lineare Nutzung gegenüber der mobilen nicht-linearen Nutzung (insb. Streaming) immer mehr an Bedeutung. Die Medienhäuser stehen also in der Pflicht, ihre lange bewährten, auf lineare Angebote fußenden Geschäftsmodelle fortzuentwickeln.

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