Einzelhandel 2.0 – mit neuer Technologie zurück auf die Erfolgsspur

Online-Giganten wie Amazon stellen die Welt des Handels auf den Kopf und das bleibt nicht ohne Folgen für den Einzelhandel. Die Geschäfte verzeichneten im letzten Weihnachtsgeschäft geringere Umsätze und meldeten fallende Aktienkurse. Allerdings gibt es auch Anzeichen dafür, dass Einzelhändler in neue Technologien investieren und aufholen.

Der Warenkatalog: Dreh- und Angelpunkt des Online-Geschäfts

Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Unternehmen aus dem Handel auf neue Geschäftsmodelle setzen. Erfolgreiche digitale Kommunikation mit dem Kunden ist in Zeiten von Industrie 4.0 das A und O. Auf den Webseiten sollten sich Verbraucher mit dem Produktangebot vertraut machen und online bestellen können. Dafür sind flexible und moderne Technologien notwendig, besonders, um das Online-Angebot zu optimieren. Voraussetzung dafür ist beispielsweise, Informationen in Echtzeit integrieren und für eine Auswertung aufbereiten zu können. Verfügen Unternehmen aus der Handelsbranche über aussagekräftige Daten, können sie eines der wichtigsten Verkaufsinstrumente, den Warenkatalog, immer auf dem aktuellen Stand halten und dem Kunden online zur Verfügung stellen. Er informiert darüber, seit wann es bestimmte Produkte gibt und wie lange sie noch zu haben sind. Zusätzlich können potenzielle Käufer genau erfahren, in welchem Regal sich die Ware befindet und in welcher Stückzahl sie vorhanden ist. Solche Daten können jederzeit ergänzt und geändert sowie die Verfügbarkeit des Produkts aktualisiert werden. Bei diesem Prozess profitiert nicht nur der Kunde, sondern auch das Unternehmen. Es verfügt immer über eine verlässliche Quelle korrekter Daten und weiß, wie es um seinen Bestand steht.

Genaue Informationen über den eigenen Warenbestand sind für Händler wichtiger denn je, um nicht von großen Fast-Moving-Consumer-Goods-Herstellern überholt zu werden. Diese sind zum einen auf Konsumgüter spezialisiert, die Kunden tagtäglich verbrauchen und zum anderen auf Konsumenten, die beim Einkaufen auf die Marke der Waren wenig Wert legen. Dabei lässt sich beobachten, dass sich potenzielle Kunden kurzerhand für das Konkurrenzprodukt entscheiden, wenn der gewohnte Artikel ausverkauft ist.

Shopping 2.0 – auch im Kaufhaus vor Ort

Handelsunternehmen haben nicht nur das Ziel, Verbraucher mit wichtigen Informationen zu versorgen, sondern auch, Kundenprofile zu erstellen. Denn Daten über das genaue Kaufverhalten jedes Konsumenten zu haben, schafft Vorteile. Dadurch können Firmen noch besser auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Käufer eingehen – sogar in Echtzeit. Unternehmen aus der Handelsbranche könnten Kunden so im Laden mit speziellen Sonder- oder Werbeangeboten abholen, indem sie diese den Konsumenten direkt auf das Handy schicken. Das Verkaufspersonal müsste künftig mit Tablets ausgestattet werden, um Kunden zu erkennen und sich Informationen zu früheren Einkäufen anzeigen zu lassen. Mithilfe der Datenanalyse kann prognostiziert werden, was den Kunden interessieren könnte. Mit diesen Informationen können ihm entsprechende Produkte vorgeschlagen werden.

Technisch unterstützt wird dieser Prozess von Beacons. Dabei handelt es sich um Sender- und Empfängergeräte, die auf einer Weiterentwicklung der Bluetooth-Technologie basieren. Sie verhalten sich wie Mobiltelefone oder Tablets und ermöglichen Zugang zu Kundendaten. So sind Unternehmen in der Lage, Verbraucher im Laden zu lokalisieren und ortsabhängige Angebote an das jeweilige Endgerät zu schicken. Smartphones und Tablets ab iOS7 und Android 4.3 unterstützen diesen Dienst und sind somit für Beacons empfänglich. Alle genannten Maßnahmen zahlen letztlich darauf ein, das individuelle Kaufverhalten jedes Kunden transparenter zu machen und ihm proaktiv personalisierten Service anzubieten. Echtzeitdaten spielen dabei jetzt schon eine große Rolle.

Datenintegrationssoftware beseitigt Datensilos

Unternehmen müssen ihre digitalen Werkzeuge weiter optimieren. Dabei sollte der Fokus auf der Beseitigung von unflexiblen Datensilos liegen. Das sind gesammelte und isoliert gespeicherte Daten, die sich nicht dafür eignen, in weiterführenden Prozessen verarbeitet zu werden. Diese Silos müssen Unternehmen aufbrechen, um die enthaltenen Informationen nutzbar zu machen. Für viele CIOs war das in den letzten Jahren eine Mammutaufgabe. Sie wollten ihre Daten verwerten, wussten aber nicht genau, wie sie in ihren bestehenden Systemen entsprechende Veränderungen umsetzen konnten. Mit den geeigneten technischen Innovationen lassen sich diese Silos auflösen und brachliegende Informationen nutzbar machen.

Allerdings werden nur jene Unternehmen tatsächlich profitieren, die ihre IT-Infrastruktur modernisieren und moderne Grundlagen für den Erfolg schaffen. Diese Firmen werden wirtschaftlich wesentlich effizienter sein als die Konkurrenz.

Otto Neuer, Talend

Der Autor Otto Neuer ist VP Sales Central Europe bei Talend.

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