Endspurt bei der SEPA-Umstellung: Deutlicher Fortschritt kurz vor dem formalen Stichtag

Um herauszufinden, ob sich deutsche Unternehmen, Vereine und die öffentliche Hand inzwischen intensiver um das Thema SEPA und seine Auswirkungen kümmern und für die im Februar anstehende Umstellung auf SEPA gerüstet sind, hat ibi research nun zum dritten Mal innerhalb eines Jahres zusammen mit van den Berg und dem Bank-Verlag eine Befragung durchgeführt. In dieser Untersuchung wurde analysiert, wie der aktuelle Stand der SEPA-Umsetzung in Deutschland ist und wie sich dieser im Vergleich zu den beiden vorherigen Befragungen entwickelt hat.

Obwohl die Single Euro Payments Area (SEPA) die dritte Stufe der Umstellung auf den Euro darstellt, fristete dieses Großprojekt bislang viel zu lange ein Schattendasein. Während die Einführung der neuen Währung beim Buch- und vor allem beim Bargeld jeder auf dem Schirm hatte, war und ist die SEPA-Umsetzung mitunter erschreckend. Denn die Nutzung der bestehenden nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren ist bald nicht mehr möglich, da sie von den europaweit einheitlichen Zahlungsverfahren, der SEPA-Überweisung und der SEPA-Lastschrift, abgelöst werden. Ein großer Fortschritt bei der SEPA-Umsetzung im Zeitraum zwischen den beiden ersten Studien war anhand der Ergebnisse nicht erkennbar. Um festzustellen, ob deutsche Unternehmen, Vereine und die öffentliche Hand inzwischen mit der Umstellung auf SEPA weiter fortgeschritten sind, hat ibi research Ende 2013 bis Januar 2014, kurz vor dem Stichtag, die dritte Studie durchgeführt.

Im Vergleich zu den Ergebnissen der beiden vorherigen Befragungen im Februar und August 2013 ist nun endlich ein deutlicher Fortschritt bei der Umstellung auf SEPA erkennbar. Trotzdem werden bis zum 1. Februar noch etliche Unternehmen die Umstellung nicht erfolgreich durchgeführt haben: acht Prozent der kleinen, neun Prozent der mittleren und sechs Prozent der großen Unternehmen. Dies stellt eine große Gefahr für die deutsche Wirtschaft dar: Denn wie die letzte Untersuchung ergeben hat, wäre jedes vierte Unternehmen, das Lastschriften nutzt, nach nur maximal fünf Tagen in seiner Liquidität gefährdet, wenn es – aus welchen Gründen auch immer – seine Lastschriften nicht mehr einziehen könnte.

Die Gefahr, nicht rechtzeitig fertig zu werden, stellt nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere Länder im SEPA-Raum ein volkswirtschaftliches Risiko dar. Daher war der geringe Umsetzungsstand im SEPA-Raum für die EU-Kommission ausschlaggebend, den Vorschlag zu unterbreiten, die Umstellungsfrist vom 1. Februar auf den 1. August 2014 zu verschieben. „So ungewöhnlich das Timing für den für viele überraschenden Vorstoß der EU-Kommission auch ist: Unternehmen sollten die vorgeschlagene Verlängerung der Umsetzungsfrist als Chance sehen und vor allem zum intensiven Testen nutzen, um eine reibungslose Umstellung auf SEPA zu ermöglichen“, appelliert Dr. Ernst Stahl, Research Director bei ibi research.

Weitere wichtige Ergebnisse der Studie

  • IBAN und BIC werden mittlerweile öfter als Kontonummer und BLZ auf Ausgangsrechnungen angegeben.
  • Etwa die Hälfte hat alle Kontodaten der Geschäftspartner und Mitarbeiter umgestellt.
  • Nur etwa ein Viertel wurde von ihrer Bank über die zukünftige Nutzung der Online-Lastschrift aktiv informiert.
  • Drei von vier großen Unternehmen führen das Projekt SEPA ohne einen Dienstleister durch.
  • Etwa vier Fünftel der Befragten, die noch nicht umgestellt haben, besitzen keinen Notfallplan.
  • Die Umstellung der für die Organisationen notwendigen Systeme auf SEPA ist bei etwa drei von zehn Organisationen bereits geschehen. Ein Großteil der Unternehmen schafft die Umstellung noch bis zum 1.2.2014.
  • Die Durchführung von SEPA-Testfällen bei der SEPA-Überweisung ist nur bei 56 Prozent Prozent abgeschlossen. In der Befragung im August 2013 lag dieser Wert bei lediglich 25 Prozent. Bei SEPA-Lastschriften ist die Durchführung von SEPA-Testfällen bei 72 Prozent abgeschlossen.
  • Viele Befragte sehen jetzt erstmalig ihre Organisation für SEPA gerüstet.
  • Die Integration von Sonderfällen in die internen Prozesse (z. B. Rückläufer) ist bei der SEPA-Überweisung bei 66 Prozent und bei der SEPA-Lastschrift bei 51 % der Befragten abgeschlossen.

 Die komplette Studie „SEPA-Umsetzung in Deutschland – Umsetzungsstand kurz vor dem 1. Februar 2014“ sowie eine SEPA-Checkliste und ein SEPA-Leitfaden stehen unter folgendem Link kostenlos zum Download zur Verfügung.

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