„Checkout muss nicht sexy sein, es geht um Service für Merchant und Customer“

0

ECM: Als Konsument habe ich von payolution noch nie gehört – was haben Sie falsch gemacht?

Bernhard Linemayr: Genau das versprechen wir unseren Kunden, dass Online-Shopper wie Sie nicht auf uns als Zahlungs-Serviceprovider aufmerksam werden. Sondern sie sollen ganz auf die Brand des Merchants fokussiert bleiben. payolution hält sich im Hintergrund – im Mittelpunkt stehen immer der Merchant und seine Kunden, denen payolution beim Checkout genau jene Zahlungsarten bietet, die im Online-Handel unverändert am beliebtesten sind.

Payolution ermöglicht hier auch Imagetransfer, es geht viel um Vertrauen zu einem Zeitpunkt, zu dem sich der Kunde bereits zum Kauf entschieden hat. Da darf ein Premium Dienstleister nicht stören, sondern muss bestmöglich unterstützen was der Händler braucht und damit den Endkunden glücklich macht bzw. dessen Erwartungshaltung trifft.

ECM: Welche Zahlungsarten bieten Sie an?

Bernhard Linemayr:  Wie bieten zum Beispiel Kauf auf Rechnung: Zahlreiche Kunden wollen oder können erst nach Erhalt der Ware bezahlen. Vielen Merchants bereitet das Kopfzerbrechen: Wer übernimmt das Risiko, wenn die Ware zwar geliefert wurde, der Kunde aber dennoch nicht bezahlt? Die Antwortet lautet „payolution“, denn wir stehen nicht nur für die technischen Details und die Integration der nötigen Module in den Webshop.

Zudem übernimmt payolution das Zahlungsrisiko und die Abwicklung der Transaktion. Die ist nämlich komplexer ist als man denken mag, hier geht es zum Beispiel um Zahlungszuordnung. Darüber hinaus ist auch die Planbarkeit der Liquidität auf Händlerseite oft ein viel geschätzter Vorteil der mit unserem Service einhergeht.

 

Bernhard Linemayr ist CEO von payolution, den Wiener FinTec-Spezialisten und Teil der Paysafe Group.

Dabei bleibt wie gesagt die jeweilige Marke des Shopbetreibers ganz im Vordergrund. Als White Label-Anbieter ist payolution Abwickler, aber nicht Ansprechpartner der Kunden. Der Vorteil für den Merchant: Er kann die stark nachgefragten Zahlungsoptionen und damit die vom Kunden gewünschte Payment Experience rasch, sicher und professionell anbieten. Zusätzlich ist die Branchenvielfalt nicht unwesentlich: Ob es sich um Consumer Electronics, Textilien, Schuhe, Möbel, Browsergaming, Reisen, Private Shopping, Wein, Lebensmittel, Teleshopping handelt oder etwas völlig anderes, sind unterschiedliche Produkte interessant und relevant für den Händler. Bietet er seinen Kunden den richtigen Mix aus Zahlungsoptionen an, sichert das Kaufabschlüsse und Kundenloyalität.

ECM: Und außer Rechnungskauf – was kann der Händler noch anbieten?

Bernhard Linemayr: Wenn ein Merchant seinen Kunden etwa eine Ratenzahlung anbieten will oder die Zahlung mit elektronischem Lastschriftverfahren, so ist payolution ebenfalls der richtige Ansprechpartner. Und mit dem Produkt „Monatsrechnung“ ist auch diese Abrechnungsform im Online-Handel maßgeschneidert für jeden Webshop möglich. Die Übernahme des Zahlungsrisikos gilt selbstverständlich für alle genannten Varianten.

Ein neuer Service ist unser „Merchant Portal“ mit den Bestelldaten der Kunden des jeweiligen Merchants. Die für den Händler im Kundenservice relevanten Daten werden via Webportal oder API zur direkten Integration in die Händlerprozesse zur Verfügung gestellt und für den Händler in der Kundenbetreuung direkt nutzbar (bei der Bearbeitung von Anfragen und dafür nötigen Recherchen). Die rasche Response erhöht durch den damit verbundenen besseren Service die Kundenbindung.

Dem Kunden gegenüber bleibt der Händler Ansprechpartner auch für alle seine Fragen zu Bezahlung und Lieferung, payolution bleibt als White Label-Anbieter wie auch sonst im Hintergrund. Denn gerade den großen Händlern sind Service und Kundenbindung wichtig. Das steht auch für uns als Premium Provider mit angepassten oder auch massgefertigten Lösungen ebenfalls im Vordergrund. Da wir uns also ähnlich positionieren, passen wir auch besonders gut zu den Vollprofis am Markt.

ECM: Nochmals zum Stichwort Risiko: Ist das nicht riskant, wenn Sie für Kunden, mit denen Sie selbst keine Geschäftsbeziehung haben, die Zahlungsgarantie gegenüber dem Händler abgeben?

Bernhard Linemayr:  In der heutigen digitalen Welt ist dies möglich. Während der Kunde eine unserer Zahlungsmöglichkeiten auswählt, klären wir im Hintergrund alles Nötige ab und geben binnen Sekunden die Transaktion so rasch frei, dass der Kunde in seinem Zahlungsvorgang in der Regel keine Verzögerung merkt. Die gesamte weitere Administration der Zahlung bis hin zu – übrigens sehr selten nötigen – Zahlungserinnerungen übernehmen wir. Sollte es dennoch zu einem Inkassoverfahren kommen, arbeiten wir mit etablierten und seriösen Partnern.

Jeder kennt vermutlich das Bild von den Männern mit den langen Ledermänteln und den Baseballschlägern, die unweigerlich mit dem Wort „Inkasso“ verbunden sind. Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei und wir behandeln den Kunden so wie es der Händler tun würde. Denn wenn wir zu hart mit einem Kunden umgehen würden, wäre dieser für den Händler Vergangenheit. Wir müssen also aufgrund unserer White Label-Strategie immer im besten Interesse des Merchants handeln.

Risiko gehört also zu unserem Geschäftsmodell und ist gemeinsam mit Know-How, exzellenten operativen Prozessen und Flexibilität bei Integration und Service ein zentraler Bestandteil unserer Wertschöpfungskette, den so ein einzelner Händler kaum auf die Beine stellen kann. Denn das ist genauso wenig die Kernkompetenz des Händlers wie der Handel unsere ist.

ECM: Sie sind ein österreichisches Unternehmen. Wie sehen die Expansionsschritte aus?

Bernhard Linemayr: Wir sind mit unserem Portfolio in den drei deutschsprachigen Ländern sehr gut verankert. Von dieser Basis aus sind wir im Frühjahr 2016 in den Niederlanden gestartet, was sich sehr erfreulich entwickelt. Wir stehen in den finalen Vorbereitungen für einen weiteren großen Markt in Europa, und arbeiten bereits an weiteren Märkten.

ECM: Sie bearbeiten eine doch eher trockene Materie - wie sieht da der Alltag bei payolution aus, was zeichnet das Unternehmen aus?

Bernhard Linemayr: Unser Alltag ist bei weitem nicht so trocken wie Sie vermuten. Im Gegenteil: Tempo ist ein grundlegender Pfeiler unseres Erfolges. Wer bremst, verliert. Wir bei payolution leben genau diesen Spirit von rascher Dynamik. Das heißt ganz konkret: Wir können Anfragen und neue Trends schnell und unkompliziert umsetzen. Anregungen von Onlinehändlern erreichen bei uns sofort die Entscheidungsträger und können binnen kürzester Zeit in neue Lösungen einfließen.

Gleichzeitig ist für uns mutiges Vorangehen essentiell, wie auch die Erschließung neuer Geschäftsfelder mit neuen Produkten, in neuen Branchen oder neuen geografischen Regionen. Aber bei uns zählen auch wesentliche Dinge wie Skalierung, immer die Conversion des Händlers im Auge behalten, Beratung und Teilen von Branchenexpertise und die Pflege langjähriger Kundenbeziehungen. Das ist enorm spannend, denn bei genauerer Betrachtung ist kein Händler wie der andere, ob es sich nun um Möbel oder Lautsprecher, um Parfums, Reisen oder Karnevalskostüme handelt.

ECM: Wohin wird die Reise für payolution und die Branche ganz allgemein gehen?

Bernhard Linemayr: E-Commerce ist in praktisch allen Ländern ein Wirtschaftszweig, der erhebliche Wachstumsraten aufweist. Die Themen Checkout und Transaktionsabwicklung – und damit auch Conversion und Unterstützung bei der Hebung zusätzlicher Umsatzpotenziale - sind dabei zentral, und genau an diesem wesentlichen Punkt setzen wir mit unseren Innovationen und Produkten an.

Wir haben gezeigt, was ein kleines, aber hoch motiviertes Team kreativer Köpfe bewegen kann. Wir haben payolution zu einem starken Partner und einer B2B-Marke im E-Commerce gemacht. Dabei verbinden wir die Flexibilität und den Spirit eines Start-Ups mit der Expertise und Verlässlichkeit eines lang etablierten Anbieters. Unser Wachstum über die letzten Jahre spricht für sich und wir sind mit dieser Entwicklung überaus zufrieden.

payolution ist Teil eines internationalen Anbieters von payment solutions. Dadurch ergeben sich für uns enorme Möglichkeiten. Durch die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe können wir unsere Ambitionen und unser Potenzial gleichermaßen steigern. Wir haben vor generell mit der Gruppe zu wachsen und zu skalieren. Letztendlich werden diejenigen Anbieter erfolgreich sein, die nicht austauschbares Processing zum Dumpingpreis anbieten, sondern jene, die sich wie wir durch echten Mehrwert hervorheben, der sich auch tatsächlich positiv auf das Business des Händlers auswirkt, zum Beispiel durch bessere Retention, höhere Conversion oder steigende Warenkörbe. Hier kommt es wie immer auf den richtigen Mix an.

Generell erwarten Endkunden auch immer mehr vom Händler ihres Vertrauens, egal ob es um Versandkosten, Rückgaberecht, Ratenzahlung, Servicezeiten, Lieferdauer oder andere Dinge geht. Mit Vorkasse oder Nachname allein gibt sich schon lange kein Kunde mehr zufrieden.

(jm)

RSS Feed

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags