Die Zukunft des Bezahlens ist tragbar

Besonders die zunehmende Digitalisierung und das Internet der Dinge nehmen großen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Smartphones und Tablets sind schon lange unser wichtigster und persönlichster Belgleiter. Damit wird Geld als digitaler Wert künftig noch schneller und effizienter von Käufern zu Anbietern, von Person zu Person, von Kontinent zu Kontinent bewegt.

So wird auch der nächste Schritt bald zur Gewohnheit werden: Künftig bezahlen wir „on the go“ mit einer mobilen Geldbörse auf einem Smartphone oder vielleicht sogar einem Wearable. Das Marktforschungsinstitut Gartner erwartet, dass der Markt für Wearable-Computing bis zum Jahr 2016 weltweit auf 90 Millionen Geräte ansteigen wird. 

Tragbare Elektronik – intelligente Technik

Wearable ist ein Überbegriff für tragbare Elektronik. Die Geräte werden am Körper getragen und sind mit nützlichen Funktionen ausgestattet, die den Alltag komfortabler gestalten. Über Sensoren zeichnen die Geräte Daten auf, verarbeiten diese und verbinden sich Dank der integrierten Konnektivität nahtlos mit anderen Geräten wie Smartphones oder Tablets.

Wearables bieten zahlreiche Funktionalitäten. Zu den beliebtesten zählen Gesundheitsfeatures. Jedoch erobern Wearables stetig neue Einsatzgebiete. Neben Smartwatches, Datenbrillen, Fitness- oder Aktivitäts-Trackern und intelligenter Kleidung ist Mobile Payment nun der nächste Trend. Denn eine mobile Geldbörse am Handgelenk ist nicht nur praktisch, sondern macht das kontaktlose Bezahlen per Near-Field-Communication (NFC) besonders einfach und schnell.

 Die mobile Geldbörse am Handgelenk

Digitale Geldbörsen gab es bisher nur auf einem Smartphone. Jetzt stellen Payment-Wearables eine passende Erweiterung zum Mobiltelefon dar. Denn in mobilen Situationen wie beim Sport erweist sich ein am Handgelenk getragenes Wearable als äußerst praktisch und komfortabel:

Der User bekommt mit seinem Band Zutritt zum Fitness-Club und öffnet seinen Spind in der Umkleide. Ganz nebenbei überwacht das smarte Armband die Fitnessaktivitäten seines Trägers. Ein Drink an der Sport-Bar wird ganz einfach mit einer Handbewegung bezahlt: Für einen schnellen und kontaktlosen Bezahlvorgang hält der User das mobile Gadget lediglich an ein entsprechendes Bezahlterminal und muss weder eine digitale Wallet, noch eine physische Geldbörse zur Hand haben. Der Bezahlvorgang kann zugleich mit einem Loyalty-Programm wie einer virtuellen Stempelkarte kombiniert werden.

Sichere Integration der Payment-Funktionalität

Eine Möglichkeit, um eine mobile Bezahlfunktion auf einem Wearable schnell und unkompliziert anzubieten, ist die Technologie Host Card Emulation (HCE). Die softwarebasierte Lösung stellt sichere kontaktlose Transaktionen für Zahlungen und Services in mobilen Applikationen bereit. Alle Daten, die für eine Transaktion erzeugt werden, sind nicht mehr auf einem Hardware-Element gespeichert, sondern zentral in einer PCI-gesicherten Server-Umgebung abgelegt. Die Speicherung der verschlüsselten Kartendaten erfolgt über cloud-based Payment (HCE). HCE arbeitet mit dem Übertragungsstandard Near-Field-Communication, sprich einer drahtlosen Übertragung von Daten über eine kurze Distanz. So kommuniziert das Wearable mit einem NFC-fähigen Kassenterminal.

Die Integration der Technik in bestehende Wearables kann über eine einfache Payment-Schnittstelle in Form eines Software Development Kits (SDK) erfolgen.

Bezahlen mit einem Wisch

Zum Bezahlen lädt der Konsument über eine App eine vorab definierte Anzahl an Bezahl-Token auf sein Armband. Die Token ersetzen die sensiblen Kartendaten, welche in einer PCI-gesicherten Server-Umgebung gespeichert sind. Für jeden Bezahlvorgang wird künftig ein Token genutzt. So ist ein Bezahlvorgang sicher und die persönlichen Daten des Karteninhabers geschützt. Für ein zusätzliches Plus an Sicherheit ist auch gesorgt: Durch die HCE Software-Architektur kann die maximale Höhe einer Transaktion und die Anzahl der durchzuführenden Transaktionen mittels Bezahl-Token individuell festgelegt werden. So wird das Risiko im Verlustfall minimiert.

Für einen schnellen und kontaktlosen Bezahlvorgang hält der User das intelligente Armband lediglich an ein NFC-Kassenterminal. Das Display des Payment-Wearable zeigt die Zahlungstransaktion in Echtzeit an. Die gesamte Transaktionshistorie ist auf einer Smartphone-App dargestellt. Damit das Wearable mit der App kommunizieren kann, wird per Bluetooth Low Energy 4.0 (BLE) eine drahtlose Verbindung hergestellt. Ein Bezahlvorgang ist so auch dann möglich, wenn sich das Handy im Offline-Modus befindet.

Payment und Kundenbindung gehen Hand in Hand

Die Vorteile in der Kombination von Wearables und Payment liegen klar auf der Hand: Konsumenten profitieren von einem einfachen, beschleunigten und sicheren Bezahlvorgang. Eine mobile Geldbörse fürs Handgelenk befreit Käufer vom Suchen nach Kleingeld oder der Kreditkarte. Mit einer einfachen Handbewegung lassen sich insbesondere kleinere Summen virtuell begleichen. Der Benutzer hat zu jeder Zeit Einsicht über die getätigten Ausgaben, und das in Echtzeit. Überdies kann die Bezahlfunktion mit interessanten Zusatzfeatures aufgewertet werden: Sammeln von Loyalty-Punkten, Einlösen von Coupons und Tickets oder auch Zutrittskontrolle.

Die Lösung eignet sich beispielsweise für Anbieter, die mit einem geschlossenen Closed-Loop-Verfahren arbeiten, insbesondere Hotels und Resorts, Festivals, Kreuzfahrtschiffe, Skigebiete und Themenparks. Payment Wearables sind aber auch das optimale Werkzeug für Omnichannel-Händler, denn sie begleiten den Konsumenten durch die gesamte Customer Journey. Die tragbaren, internetbasierten Geräte haben das Potenzial, die Verkaufskanäle online und mobil mit dem stationären Geschäft zu verknüpfen. So können Händler zahlreiche Aktionen begleiten wie Promotion, Navigation mit In-Store Beacons, digitale Stempelkarten, mobile Coupons oder Push-Notifications, wenn die Ware im Geschäft abgeholt werden kann. Das trägt zur Bindung der Stammkunden bei und kann gleichzeitig die Frequenz im Store erhöhen. Neben diesen Faktoren profitieren stationäre Händler auch davon, dass sie mehr Informationen zum Userverhalten erlangen, welches bisher den E-Commerce-Händlern vorbehalten war.

 Fazit

Bezahlen mit nur einer Handbewegung – was vor ein paar Jahren noch als visionäre Idee galt, nimmt heute immer mehr Gestalt an. Das mobile Lebensgefühl nimmt immer mehr Einfluss auf unseren Alltag. Moderne Wearables mit integrierter Payment-Funktionalität bringen dies noch mehr zum Ausdruck. Innovationstreiber wie Wirecard unterstützen Omnichannel-Händler mit zahlreichen an Software-, Payment- und Banking-Produkten bei der Einführung zukunftsträchtiger Gesamtkonzepte, damit sie für die Zukunft optimal gerüstet sind.

Autor: Jörn Leogrande ist Executive Vice President Mobile Services beim Technologie- und Finanzdienstleister Wirecard. In seinen Verantwortungsbereich fallen zahlreiche Mehrwertleistungen für das Mobile Bezahlen sowie mPOS-Lösungen. Wirecard ist unabhängiger Anbieter von Outsourcing- und White-Label-Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr. Wirecard unterstützt Unternehmen dabei, elektronische Zahlungen aus allen Vertriebskanälen anzunehmen. Über eine globale Multi-Channel-Plattform stehen internationale Zahlungsakzeptanzen und -verfahren mit ergänzenden Lösungen zur Betrugsprävention zur Auswahl. Für die Herausgabe eigener Zahlungsinstrumente in Form von Karten oder mobilen Zahlungslösungen stellt die Wirecard Gruppe Unternehmen die komplette Infrastruktur inklusive der notwendigen Lizenzen für Karten- und Kontoprodukte bereit.

Dieser Beitrag erschien erstmals im e-commerce Magazin 04/2015

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