Gründerportait TripRebel: Hotelbuchung – mal anders aufgezäumt

ECM: Wie kam es zu der Idee von TripRebel?

Carlos Borges: Wir sind alle drei schon immer viel gereist und haben teilweise früher in der Tourismusbranche gearbeitet. Die Idee zu TripRebel wurde schließlich auf einer Brasilienreise mit meinem Freund und jetzigen Geschäftspartner Gernot Supp geboren. Ich hatte eine Menge Freunde in mein Heimatland eingeladen und mich entschlossen, die Reise für die ganze Gruppe zu organisieren. Die Reise selbst war toll, aber die Planung mühsam. Das Schlimmste war für mich das Buchen der Unterkünfte. An einem lustigen Ausgehabend haben wir begonnen, herumzuspinnen, nach unserer Rückkehr hat sich dann die Idee konkretisiert. Unsere erste Idee entsprach dann nicht dem, was der Markt wollte – doch so konnten wir herausfinden, was die Kunden noch viel mehr nervt und den Grundstein zu TripRebel legen. Nach zahllosen Testläufen, Studien und Recherchen ist TripRebel schließlich von einer – im wahrsten Sinne des Wortes – Schnapsidee zu dem geworden, was es heute ist.

ECM: Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz beziehungsweise mit welchen Geschäftsmodellen konkurrieren Sie?

Carlos Borges: Natürlich gibt es eine Menge – sogar viel zu viele – Onlinebuchungsportale. Doch wir lösen als erster Anbieter ein entscheidendes Problem: Wir können durch Technologie den Suchprozess zu großen Teilen automatisieren und machen damit die Reiseplanung einfach und smart. Es macht keinen Sinn, dass man im 21. Jahrhundert für eine simple Hotelbuchung mehr als 5 Stunden braucht. Wir schaffen die nächste Generation einer intelligenten Buchungsplattform, gepaart mit einer Funktion als Berater und Planer, der aktiv bei der Reisevorbereitung unterstützt. Denn in einem wesentlichen Punkt unterscheiden sich Onlinekäufe von Reiseprodukten vom herkömmlichen E-Commerce: Der Kunde benötigt das Produkt in der Regel nicht sofort, denn die Reise findet meist erst Tage, Wochen oder sogar Monate später statt.

Deshalb zählen wir die etablierten Portale trotz ihrer Marktanteile nicht zu unseren Konkurrenten, da ihnen die entscheidende Funktion fehlt, die aber genau unseren USP ausmacht. Die Metasuchmaschinen erlauben zwar einen Vergleich, doch findet dieser nur punktuell statt und erfordert noch viel Handarbeit. Dank unserer Technologie sind wir also gerade gewissermaßen konkurrenzlos.

ECM: Haben Sie einen (familiären) Unternehmerhintergrund oder woher stammt das Know-how und die Lust/der Mut an der Selbstständigkeit?

Carlos Borges: Seit Ende meines Studiums habe ich immer in Konzernen gearbeitet und konnte mir dabei viel von erfahrenen Kollegen abschauen und die Abläufe kennenlernen.

Trotzdem haben mich Startups und das Unternehmertum generell schon seit jeher fasziniert. Während meines Studiums habe ich bereits eine NGO und unsere eigene studentische Beratungsfirma gegründet. In einer meiner letzten Vorlesungen hat ein sehr erfahrener Professor einen Witz gemacht, der richtungsweisend für meinen weiteren Weg war: „Geh raus und lass erstmal andere für deine Fehler zahlen. Wenn du mehr gelernt hast, kannst du dann deine eigenen Fehler machen.“ An diesem Punkt bin ich, glaube ich, inzwischen angekommen. Fehler tun mittlerweile viel mehr weh, aber die Freude daran, etwas zu erreichen, überwiegt für mich.

ECM:Was waren die größten Schwierigkeiten in den ersten 12 Monaten und  was würden Sie im Nachhinein anders machen?

Carlos Borges: Eine der größten Schwierigkeiten war es für uns, ein komplett neues Unternehmen aufzubauen, während das Team auf unterschiedliche Standorte – Hamburg und Graz – verteilt war. Wir hatten kaum Kontakte zu Mentoren, die uns bei den ersten Schritten hätten unterstützen können und mussten uns vieles selbst erarbeiten.

Auch ist es gar nicht so leicht, gute Mitarbeiter zu finden, die im technischen Bereich wirklich etwas drauf haben. Bis heute kämpfen wir immer noch mit diesem Problem – Bewerbungen sind also immer willkommen! 

Ecm: Wie sind Sie finanziert und wann wollen Sie schwarze Zahlen schreiben?

Carlos Borges: Im ersten Jahr war TripRebel durch Kapitaleinlagen der Gründer komplett eigenfinanziert. Nun, im zweiten Jahr, sind mehrere Business Angels an der Finanzierung von TripRebel beteiligt. Aktuell sind wir noch auf der Suche nach Investoren, um die Finanzierungsrunde abzuschließen.

Derzeit ist geplant, bis 2016 schwarze Zahlen zu schreiben – doch das hängt auch davon ab, wie viel Wachstum unsere Investoren letztendlich sehen wollen.

Carlos Borges ist CEO von TripRebel. Das Unternehmen will Hotelbuchungen einfach & smart gestalten: jede Hotelbuchung wird von der Buchung bis zum Check-In täglich geprüft; sinkt der Preis, wird dem Kunden die Differenz zurückerstattet.         

 

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