Klüger sein als die Konkurrenz: Recommendation Engine für Manager

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Intelligente Algorithmen helfen den Shop- und Portal-Verantwortlichen, jedem Nutzer automatisch potenziell interessante Kaufangebote oder themenbezogenen Content auszuspielen und zu kapitalisieren. Dabei werden das bisherige Nutzerverhalten, angesurfte Seiten, angeklickte Produkte und vieles mehr erfasst, ausgewertet und analysiert. Nach diesem Prinzip wollen auch Unternehmen ihre „next best action“ – die Frage: Was mache ich als nächstes? – zielgerichtet und fundiert entscheiden können. Doch wenn ich wissen will, welches Unternehmen im Bereich Personaldienstleistungen demnächst eine neue Niederlassung eröffnet – woher kommen die Informationen dann?

Dafür sind aktuelle Daten potenzieller Kunden und Wettbewerber wichtiges Kapital. Doch in der Big-Data-Datenflut ertrinken all diejenigen, die verfügbare Daten nicht optimal nutzen, denn im Daten-Universum tummeln sich jede Menge. Wie also filtern? Kurz gefasst ist dies die Idee, die hinter der Business-Suchmaschine bearch (kurz für: Business Search Engine) steckt. Spezialisiert hat sich deren Entwickler-Unternehmen DATAlovers auf die Indexierung und Kategorisierung von Unternehmensdaten, nach denen das Netz intelligent durchsucht werden kann – genau nach den Informationen, die wirklich benötigt werden.

Auf Basis von Deep Learning und Predictive Analytics wurden intelligente Algorithmen entwickelt, die automatisiert riesige Online-Datenmengen im Netz erfassen und analysieren, und zwar von allen Unternehmenswebseiten, Social-Media-Portalen und sämtlichen anderen Plattformen, auf denen Unternehmen aktiv sind. Die Business-Suchmaschine erfasst nicht nur die großen Unternehmen und nicht nur den Inhalt der Startseite, sondern alle zuverlässig online auffindbaren Unternehmen und dann auch bis zur letzten Sub-Seite. Next Best Decision: Suchen. Erkennen. Entscheiden. Gewissermaßen wird jeder Daten-Schritt, den ein Unternehmen im Netz macht, erkannt. Damit wiederum können andere Unternehmer in Echtzeit neue Kunden identifizieren und profilieren, Wettbewerber beobachten oder neue Marktpotentiale erkennen. bearch stellt hier gewissermaßen als Werkzeug eine Verbindung her.

Anwender können damit ganz gezielt beispielsweise nach Mitgliedern einer bestimmten Berufsgruppe oder eines Businesszweigs suchen. Die Suchergebnisse helfen den Entscheidungsträgern in den Unternehmen, auf Basis umfangreicher Best-Practice- und Benchmark-Analysen, die aus den Daten automatisiert erstellt werden, dabei, die nächste „beste“ Entscheidung zu treffen, die next best decision. Die Suchanfrage eines Unternehmers, der bearch für die Akquise nutzt, könnte zum Beispiel lauten: „Ich benötige Kontaktdaten der Geschäftsführer von Unternehmen, die eine Marketing-Automation-Software anbieten, derzeit in neue Märkte expandieren, eine positive Geschäftsentwicklung aufweisen und im Bereich Social Media aktiv sind.“

Aus diesen Angaben ermittelt die Suchmaschine eine Liste von Unternehmen, die für eine Ansprache in Frage kommen und liefert passende thematische Anknüpfungspunkte gleich dazu. Um bei unserem Beispiel des Personaldienstleisters zu bleiben: Erfährt der Nutzer über seine bearch-Suche, dass mehrere Unternehmen der Branche planen, neue Niederlassungen zu eröffnen, so kann er daraus auch auf eine positive Unternehmensentwicklung schließen und seine Neukundenakquise gezielt darauf ausrichten. Das bislang so zeitaufwändige Erfassen, Aufbereiten und Analysieren von Daten wird damit zur Sache von ein paar Klicks und es bleibt mehr Zeit für die Interpretation und Umsetzung der Ergebnisse. Hauptzielgruppe von DATAlovers sind Vertriebsunternehmen, die ihre Kundenakquise modernisieren, personalisieren und effektiver gestalten wollen, zum Beispiel B-to-B-Verantwortliche in Marketing, Vertrieb und CRM.

Denn nur wer eigene Daten generiert und darüber hinaus als Unternehmen aktiv in der digitalen Welt agiert, bleibt auf lange Sicht wettbewerbsfähig. Gesammelt werden die Informationen via Crawling sämtlicher Internetauftritte von Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Trägern sowie Verbänden in Deutschland. Der Prozess wird regelmäßig wiederholt – maximal einen Tag bis vier Wochen sind die Informationen bei Abruf alt. Neben Klassikern wie Umsatz, Mitarbeiterzahl oder Firmenstandorten gehört auch der „Digital Index“ zu den wichtigsten Ergebnissen.

Er zeigt an, wie aktiv ein Unternehmen in unterschiedlichen digitalen Kanälen ist, was letztlich auch Rückschlüsse auf dessen Innovationskraft erlaubt. Daneben findet die Suchmaschine durch den Einsatz von Methoden künstlicher Intelligenz auf Basis eines bestehenden Kundenstammes neue Kunden. „We know your next 1.000 customers“ lautet der Slogan, dessen Inhalt mittels Lead-Vorhersagen mit Leben gefüllt wird. Intelligente Algorithmen finden neue Märkte und Kunden, weil sie von den bestehenden lernen, und sind dem Anwender so im positiven Sinn immer einen Schritt voraus. Neues Feature: Alert-Funktion für Ereignisse Das gilt auch für die neueste Erweiterung der Suchmaschine: bearch Alerting steht derzeit in den Startlöchern und kann in der Beta-Phase bereits von Unternehmern getestet werden.

Das Prinzip beruht auf den bekannten Google Alerts, funktioniert aber nicht ausschließlich über eine Stichwort-Suche, sondern lässt sich genauer eingrenzen: Unternehmer können bestimmte Ereignisse hinterlegen, bei deren Eintreten sie benachrichtigt werden wollen. Beispielsweise kann der suchende Unternehmer eingeben, dass er wissen möchte, wann in einer bestimmten Branche und Unternehmensgröße eine neue Niederlassung geplant ist. Intelligente Algorithmen erkennen dann nicht nur das Stichwort Niederlassung, sondern schließen auch aus anderen Begriffen auf den richtigen Kontext.

Der Unternehmer wird auch bei aufkommenden Begriffen wie „neue Produktionsstätte“, „Neueröffnung“, „Spatenstich“ oder ähnlichem per bearch Alert benachrichtigt– und kann schnellstmöglich reagieren. Denn Schnelligkeit entscheidet nicht selten über den Geschäftserfolg. Auch daran sieht man: Daten sind das Öl, damit der Geschäfts-Motor läuft. Die digitale Transformation in Unternehmen basiert ganz wesentlich auf der intelligenten Datengewinnung. Entscheidend ist jedoch auch die intelligente Verarbeitung dieser Datenmengen in Form schnellerer und besserer Business-Entscheidungen. Dank spezieller lernfähiger Software-Lösungen können damit auch kleine und mittlere Unternehmen im Wettbewerb sicher bestehen.

 

Andreas Kulpa Andreas Kulpa ist einer der Gründer von DATAlovers in Mainz

 

Grundsätzlich ist Big Data für jedes Unternehmen – gleich welcher Größe – von Nutzen. Unternehmen mit einem Umsatz unter 500.000 Euro stellen mit einer Anzahl von 1,2 Millionen gut 25 Prozent der wirtschaftlich tätigen Unternehmen in unserem Land dar und sind somit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wandel und digitale Transformation sind in diesem Segment noch viel entscheidender für die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Vielen Unternehmen, auch denen, deren Jahresumsatz höher liegt, ist es schlicht aufgrund der Unternehmensstärke nicht gegeben, eine eigene IT-Abteilung zu beschäftigen. Die Möglichkeit für kleine und mittlere Unternehmen, dennoch das „große Datenuniversum“ zu nutzen und betriebliche Vorteile daraus zu ziehen, ist Big Data in Form von „Software as a Service“ (SaaS).

Wettbewerbsvorteile durch eigene Datenhoheit Genau diese Fähigkeit, Daten zu gewinnen, zu analysieren und zu kapitalisieren, brauchen Unternehmen, um künftig Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Unternehmen mit eigener Datenhoheit sind die Gewinner von morgen: So können Unternehmen Marktforschung und Wettbewerbsanalyse betreiben, Inhalte für PR und Kommunikation generieren oder Prozesse im eigenen Unternehmen optimieren. Die klassischen Datenprovider haben zurzeit mit zunehmender Unzufriedenheit zu kämpfen, was die Aktualität ihrer Daten angeht. Und zunehmend digitaler werdende Unternehmen wünschen sich, dass auch ihr Dienstleister digital tickt.

So denken auch wir digital in die Zukunft: Wir wollen nach und nach, Land für Land die verfügbaren Daten weiter internationalisieren, damit auch über Grenzen hinweg agierende Unternehmen unsere Möglichkeiten zur Firmensuche nutzen können. Eine große Nachfrage besteht vor allem nach Unternehmensdaten aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, England und Spanien. Sicherlich steht Deutschland zurzeit noch vor der eigentlichen Digitalisierungswelle in Sales und Marketing, jenseits der Onlineaktivitäten von Unternehmen. Wir denken also gewissermaßen vor und sind bereit, wenn die Unternehmen Zug um Zug auf die Karawane der digitalisierten Unternehmen aufspringen.

Autor: Andreas Kulpa Andreas Kulpa ist einer der Gründer von DATAlovers in Mainz und verantwortet dort seit 2015 als COO das operative Geschäft und den inhaltlichen Ramp-up. Der Manager und Unternehmer arbeitete als internationaler Projektleiter bei der Pironet NDH AG und als Prozessberater im Kundenmanagement bei Steria Mummert Consulting. Als Vice President bei arvato Financial Solutions (Bertelsmann) in Baden-Baden war er verantwortlich für das Portfolioinvestmentgeschäft. Foto: Bildunterzeile: Andreas Kulpa, Mitgründer und COO der Datalovers AG aus Mainz.

(jm)

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