Never change… Sometimes change a Running System!

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Es gibt zahlreiche Gründe für Onlinehändler, zu einem leistungsfähigeren, neuen Shopsystem zu wechseln. Dies können strategische Entscheidungen sein, wenn beispielsweise das bisherige System die Absicht zu wachsen oder den Schritt in die Internationalität nicht unterstützt. Unmut entsteht immer auch dann, wenn die Anbindung von Drittsystemen nicht möglich ist respektive nur mit erheblichen finanziellen Mitteln oder mit technischen Unsicherheiten.

Zu den häufigsten Gründen, warum Shop-Betreiber ihr System wechseln, zählt jedoch die mangelhafte Update-Fähigkeit veralteter Shops. Denn wurde die Software des Shops über Monate oder gar Jahre nicht mehr upgedatet, können marktgängige oder wichtige neue Features nicht implementiert werden, ist der Shop schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich und verhindert in besonderer Weise den Erfolg des Händlers.

Häufig reagieren einige Shop-Betreiber jedoch viel zu spät. Frei nach dem Motto „Never change a Running System“ hängen noch zu viele auf Systemen, die zwar irgendwann mal State of the Art waren, heute aber schlichtweg völlig veraltet sind. Hohe Arbeitsaufwände sowie erhebliche Betriebsrisiken sind unter anderem nachvollziehbare Gründe dafür, dass Updates teilweise überhaupt nicht eingespielt werden. So laufen Onlineshops nach der Inbetriebnahme oft mehrere Jahre fast unverändert weiter, bis die veränderten Ansprüche der heutigen Kunden und damit die Anforderungen des Marktes so weit vom Stand des Shops entfernt sind, dass sie einen technologischen Wechsel erzwingen.

Zum Beispiel hatte noch vor nicht allzu langer Zeit kaum ein Shopsystem die heute notwendigen Voraussetzungen, um die Anforderungen an Technik und Usability durch den Popularitätsanstieg des Mobile Shopping zu erfüllen. Unverändert alte Systeme werden daher den heutigen Anforderungen des Mobile Shopping und den harten Rankingkriterien der Suchmaschinen nicht mehr gerecht. Um nicht in eine erneute Veraltungsfalle zu geraten, gilt es, beim Wechsel des Shopsystems ein paar wichtige Punkte zu beachten.

Update statt Stillstand

Updates beziehungsweise die dauerhafte Update-Fähigkeit bei gleichzeitiger hundertprozentiger Funktionsgarantie für Ihren Shop nimmt langfristig gesehen eine Schlüsselposition für den Onlineshop ein. Denn nur sie gewährleistet seine permanent sichere und aktuelle Funktionsfähigkeit. Ein vor drei Jahren installiertes System ist eben nur bei laufender Aktualisierung sämtlicher Software auf der Höhe der Zeit. Beispielsweise sollten neue Features jederzeit aktiviert werden können, wenn sie infolge technischer Weiterentwicklungen oder rechtlicher Vorgaben für einen Shop wichtig geworden sind.

Exemplarisch hierfür sind Vorgaben wie die Umstellung auf IBAN oder die Grundpreisausweisung, die aktuellen Geschwindigkeitsforderungen von Google für mobile Geräte oder die kommende EU-Datenschutzverordnung. Weitere Beispiele können aber auch neue Zahlungsarten oder die Ausweitung von Nummernkreisen von Kreditkarteninstituten sein. Hinzu kommen weitere Änderungen, die sich durch den Markt ergeben. So muss ein System in der Lage sein, aktuelle Bedienungs- und Usability-Trends zu unterstützen oder sich auf die schnell verändernden Google-Ranking-Kriterien einzustellen. Ein zukunftssicheres Shopsystem sollte dazu umfangreiche Tools zur Unterstützung der SEO-Experten bereitstellen. Abseits von herkömmlichen Produktbeschreibungen stehen Shop-Betreibern damit zeitgemäße Möglichkeiten zur Verfügung, SEO-Inhalte suchmaschinenkonform zu platzieren.

Ebenso entscheidend für die Wahl des künftigen Shopsystems ist die Anbindungsmöglichkeit von Drittsystemen, etwa ERP-Hersteller oder Payments. Das betrifft sowohl neue Anbindungen als auch die Kompatibilität mit bestehenden Anbietern. Mit einer detaillierten Ist-Analyse können Shop-Betreiber feststellen, welche Schnittstellen zwischen den Systemen verfügbar sind respektive welcher Aufwand notwendig ist, diese aufeinander abzustimmen. Dabei ist die Integration völlig unkompliziert, wenn beispielweise die gleichen Payment-Provider oder Gütesiegel unterstützt werden.

In manchen Fällen kann jedoch auch ein Wechsel von Drittsystemen sinnvoll sein. Zum Beispiel, wenn das neue Shopsystem bereits eine langjährige, strategische Kooperation und damit eng aufeinander abgestimmte Abläufe mit wichtigen Drittsystemen bietet. Beispielsweise für die Verbindung zwischen Shop und Warenwirtschaft ergeben sich dadurch neben der engen Vernetzung und kurzen Projektphasen auch langfristig Mehrwerte, wenn Weiterentwicklungen von den Systemanbietern bereits von vornherein aufeinander abgestimmt werden. Spätestens aber, wenn das System des Drittanbieters veraltet ist, kein Update bietet und damit die für Onlinevertrieb notwendigen aktuellen Funktionen der eigenen neuen, leistungsstärkeren Shop-Plattform beeinträchtigt, sollte ein Partnersystem gewechselt werden.

Von zentraler Bedeutung ist dabei der Hersteller des Shopsystems selbst. Da ein gut funktionierender Shop immer sowohl aus Software als auch dem Betrieb der Shop-Plattform besteht, ist es ausschlaggebend, dass beide gut aufeinander abgestimmt sind. Idealerweise ist der Hersteller der Shopsoftware auch der Hoster, denn damit sind nicht nur die Systeme füreinander konzipiert und aufeinander abgestimmt, vielmehr gibt es auch nur einen einzigen verantwortlichen Ansprechpartner. Dadurch können alle Bereiche der Shop-Plattform ohne Hin- und Herschieben von Verantwortlichkeiten kontinuierlich gepflegt, weiterentwickelt und nachvollziehbar dokumentiert werden.

Darüber hinaus kümmern sich gute Anbieter von Shop-Plattformen automatisch um Wartung, das Einspielen aller Sicherheitsupdates und erforderlicher Neuerungen infolge rechtlicher oder funktionaler Änderungen. Moderne Anbieter mit hohem Dienstleistungsgrad sind in der Lage, Updates und Features im laufenden Betrieb in den Shop zu implementieren und auch nach einem Update die volle Funktion in allen Teilen zu garantieren. Denn de facto gilt: Aktualisierungen und Ergänzungen, die den Betrieb unterbrechen oder gar zu Störungen führen, kosten den Versender Geld, da in dieser Zeit keine Bestellungen durchgeführt werden können, die Marketing-Ausgaben aber weiterlaufen.

Den Blick nach vorne

Neben dem passenden System mit guten Zukunftsperspektiven spielt selbstverständlich auch die unternehmenseigene Strategie respektive das eigene Zukunftskonzept eine wichtige Rolle für den Onlineshop. Händler sollten sich vor dem Wechsel des Systems die Frage stellen, wo sie in den nächsten Jahren stehen möchten. Sollen die Produktpalette oder die Zielgruppen möglicherweise erweitert werden? Ist der Vertrieb auch im Ausland oder in anderen Sprachen geplant? Und sollen dazu eigene Themen-Shops bereitstehen?

Da nicht jede Entwicklung planbar ist, sollte das neue System deswegen prinzipiell die Möglichkeit bieten, mit angemessenem Aufwand auf Unternehmensentwicklungen sehr flexibel reagieren zu können und bei Bedarf den Shop mitwachsen zu lassen. Ländershops sollten mit geringem Aufwand umgesetzt werden können. Dabei geht es allerdings nicht nur um Übersetzungen. Optimalerweise unterstützt das System die Internationalisierung zum Beispiel mit länderspezifischen Zahlungs- und Lieferarten, AGBs und gegebenenfalls länderspezifischem Produktsortiment und Pricing. Eine integrierte Lösung, mit der Übersetzungen sämtlicher Texte des Shops über Weboberflächen eingespielt und bearbeitet werden können, ist ebenso effizient.

Bietet das neue System neben den Basis-Leistungen weitere gute vertriebsunterstützende Leistungen, ist dies ein weiterer relevanter Mehrwert für den Händler. Durch integrierte Marketing-Programme können so mit wenig Aufwand Bestandskunden und Newsletter-Empfänger zum Kauf aktiviert werden, ohne dass weitere Systeme angebunden werden müssen. Auch integrierte Tools für A/B-Tests sind kleine aber feine Zusatzleistungen, die den Händler dabei unterstützen, die Konversionen im Shop zu analysieren und zu steigern.

Change a Running  System

Der Wechsel eines Shopsystems ist immer dann anzuraten, wenn Updates ein Risiko für die Funktionsfähigkeit des Shops darstellen oder die Aufwände gescheut werden zu versuchen, das System aktuell zu halten. So ist bereits ein wenige Monate altes System ohne Update ein steigendes Sicherheitsrisiko und, was dem Shopbetreiber meist wichtiger ist, es fällt auch hinter den Mitbewerb zurück, verliert sukzessive in Suchmaschinen und erwirtschaftet weniger Umsätze, als möglich wären. Bei solchen Systemen ist eine Investition in ein zukunftssicheres Shopsystem für den Erfolg im Verdrängungsmarkt E-Commerce besonders ratsam.

 


Autor: Johannes W. Klinger ist Vorstandsvorsitzender von Websale. Das Unternehmen entwickelt und betreibt seit 1996 die gleichnamige Shop-Plattform „Websale“ für Online-Händler und gilt als First-Mover für SaaS-Shopsysteme in Deutschland. Es hat jede Station in der Entwicklung des E-Commerce gestaltet und die Shopsoftware immer wieder den neuen Anforderungen angepasst. Aktuell wird es unter dem Namen „V8s“ in der achten Version betrieben.

(jm)

 

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