"Out-of-the-box"-Lösungen: Das reicht nicht mehr!

ECM: Ihr Claim ist „Individuelle Lösungen für komplexe Onlineshops“. Das hört sich sehr umfassend an. Was ist Ihr genauer Anspruch? Mit welchen (am häufigsten gestellten) Fragen kommen potenzielle Kunden zu Ihnen?

Oliver Goerke: „Umfassend“ ist ein gutes Wort für das, was wir für unsere Kunden tun. Als Full-Service-Anbieter vereinen wir nicht nur einfach Beratung und eine anschließende Projektumsetzung, sondern kümmern uns ebenso um den laufenden Betrieb der E-Commerce-Plattformen. Für unsere Kunden realisieren wir Plattformen, die in mehreren Ländern und Sprachen verfügbar sind. Dies stellt eine große Herausforderung dar und bedarf individueller Anpassungen. Im Betrieb selbst haben wir es zudem immer mit sehr großen Nutzerzahlen zu tun. Daher zählen Performance, Hochverfügbarkeit und verteilte Systeme für uns zum Tagesgeschäft.

Die Frage nach der Komplexität stellen uns häufiger auch potenzielle Kunden. Neben Interessenten mit mehreren Filialen auf nationaler Ebene können diese ebenso international sein. Auch die Fragen nach der Integration dieser Systeme in die bestehende IT-Landschaft sind umfassend. So müssen wir über die aktuelle Suchtechnologie Bescheid wissen, die performante Verarbeitung vieler Daten beherrschen, uns mit Frontend-Themen auskennen usw. Das Wort „komplex“ scheint mir anhand dieser zahlreichen zu berücksichtigenden Dimensionen daher äußerst sinnvoll zu sein.

ECM: Haben sich die Anforderungen der Kunden an Shoplösungen gewandelt in den letzten fünf Jahren und wenn ja, inwiefern? Wie werden sich Shoplösungen Ihren Prognosen zufolge weiterentwickeln?

Oliver Goerke: Die Thematik rund um E-Commerce und Shoplösung hat deutlich an Breite gewonnen. Die Anforderungen sind damit einhergehend sehr viel umfassender geworden. Es beginnt ja auch niemand mehr mit dem Online-Thema von Null an. Wir sind es eigentlich in unseren Projekten gewohnt, bestehende Plattformen abzulösen. Gerade dann stellt ein Kunde den Anspruch an die Shopplattform, viel „out of the box“ zu können. Man erwartet bestehende Funktionalität, die darüber hinaus ebenso erhalten werden soll. Über die reinen funktionalen Aspekte kommen aber auch oft weitere Faktoren hinzu. Wir erleben es auch, dass die historisch gewachsenen Lösungen, die in der Regel nicht auf einen Standardprodukt aufsetzen, an ihre Grenzen kommen. Neben „breiter“ ist aber auch alles „schneller“ geworden. Stabilität und Flexibilität sind hierbei ein wesentlicher Faktor – das ist durchaus nicht ganz konfliktfrei!

Ecm:  Die breite Mitte der am deutschen Markt vertretenen Shopsysteme hat einen standardisierten Funktionsumfang. Das heißt: Die Anbindung von Zahlungsanbietern, Onlinemarketing-Anbietern, Logistikern und so weiter – das ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Oliver Goerke: Es ist, denke ich, die Kombination aus marktführender, ausgereifter stabiler Software und einem Team, das diesen umfassenden Ansatz darüber hinausgehend verinnerlicht hat, die wir unseren Kunden bieten und die uns so erfolgreich macht. Wir haben sehr viel Erfahrung und Tiefe in dem, was wir in unseren Projekten umsetzen. Die IBM-WebSphere-Commerce-Plattform behauptet sich bereits seit vielen Jahren in diesem Markt und wächst nach wie vor stetig. Auch wenn die Software natürlich einen hohen Stellenwert einnimmt, ist sie letztendlich aber nur ein Werkzeug und nicht die Lösung allein. In der Vergangenheit haben wir auf dem Shopsysteme-Markt einige Kandidaten kommen und auch wieder gehen sehen. Unser spezifisches Know-how ist daher ebenso entscheidend. Meiner Meinung nach kann man daher die Konstanz und Langfristigkeit der IBM-Software sowie unseren Wissens- und Erfahrungsschatz als Alleinstellungsmerkmal definieren!

Ecm:  Nach welchen Kriterien sollte ein Händler ein Shopsystem wählen?

Oliver Goerke: Das frage ich mich auch immer, wenn ich solch eine Liste im Rahmen einer Ausschreibung vor mir habe und denke: „Es gibt keine Antwort, die für alle gleich ist!“ Diese Liste ist sehr unterschiedlich und lässt sich nicht genau definieren – und das ist vielleicht auch gut so. Eines ist auf jeden Fall sicher: Der Händler wird keine Software finden, die alles auf dieser Liste „out of the box“ bietet, das heißt Anpassbarkeit und Erweiterbarkeit sind mitentscheidende Faktoren bei der Softwareauswahl, insbesondere dass diese Anpassungen und Erweiterungen langfristig unterstützt werden (Investitionsschutz).

Ecm: Was werden die künftig wichtigsten Features einer Shoplösung sein?

Oliver Goerke: Es gibt künftig sicherlich viele wichtige Aspekte. Lassen Sie mich hierzu drei etwas größere Themenfelder nennen, die meiner Meinung nach für dieses Jahr einen besonderen Stellenwert einnehmen werden. Zunächst wäre da die intelligente Personalisierung und Individualisierung, die in der Breite funktioniert. Auch wenn es hier bereits viele Ansätze gibt, so steckt dort noch sehr viel Potenzial. Nicht zuletzt der aktuelle Wachstumsfaktor „Mobile Device“ rückt dieses Thema eindeutig in den Mittelpunkt. Außerdem spielt das modulare Shopmanagement eine wichtige Rolle. Der Run auf das Thema „Responsive“ hat das Thema der Onlineshop-Pflege nicht gerade vereinfacht. Ganz im Gegenteil – mit Rücksicht auf diese neuen Komplexitäten wird zusehends thematisch gestaltet: Feste Templates, die einen Shop überall gleich aussehen lassen, weichen hier dynamisch gestalteten Seiten. Ebenso sehe ich der Verknüpfung zwischen Onlineshop und Ladenfläche gespannt entgegen. Der Grund dafür ist recht simpel: Der Kunde hat ein Gerät in der Hosentasche, das völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Bereits in der Gegenwart haben wir schon die ersten sichtbaren Ansätze: Online kaufen, im Laden abholen. Diese beiden Kanäle werden und müssen auf noch mehr Ebenen zusammenwachsen.

Ecm: Was macht IBM Websphere Ihrer Meinung nach besser als konkurrierende Lösungen?

Oliver Goerke: IBM hat zahlreiche Akquisitionen im Bereich E-Commerce getätigt, um der Verbreiterung der Thematik Rechnung zu tragen. Mit der neuen Business Unit „IBM Commerce“, die seit Beginn diesen Jahres bei IBM alle Aktivitäten zu diesem Thema bündelt, geht man einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. Wir können also von IBM weiterhin erwarten, dass viel in Bewegung bleibt. Hinter allem steht eine sehr komplette Vision! Das ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum IBM langfristig die richtige Wahl ist!

Ecm:  Die Suche nach Wegen zu mehr Emotionalisierung im E-Commerce war 2014 ein wichtiges Thema. Emotionen im Webshop haben viel zu tun mit Usability. Doch das ist Handwerk. Was raten Sie den Händlern für 2015?

Oliver Goerke: Die Händler sollten nicht nur an das Jahr 2015, sondern weit darüber hinaus denken! Sie müssen mutig sein und bei dem ganzen Tagesgeschäft den Blick nach vorne wahren. Letztendlich kann man durch Geschwindigkeit nicht das einholen, was an Richtung fehlt. Die nächsten Jahre werden auf jeden Fall spannend!

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