Sensible Kundendaten durch Löschung ausgemusterter Datenträger schützen

Wenn sensible Kundendaten wie Vertragsinformationen, Kontoverbindungen oder andere personenbezogene Informationen in die falschen Hände geraten, tragen die Energieversorger selber generell dafür die Verantwortung und müssen mit finanziellen Auflagen rechnen. Denn nach dem Bundesdatenschutzgesetz haften die Datenerheber für den Schutz der von ihnen gesammelten Informationen – selbst wenn diese beispielsweise an Cloudanbieter ausgelagert werden.

Der von vielen geliebte Löschbutton bei Windows hält dabei längst nicht das, was er verspricht. Denn gelöscht wird hier nicht wirklich. Der Befehl „Löschen“ oder „Entfernen“ verändert lediglich das so genannte File Allocation Table (FAT). Die Daten bleiben dabei auf der Festplatte und lassen sich mit geringem Aufwand wieder auslesen. Selbst das Überformatieren der Festplatte reicht nicht aus, um Daten endgültig zu vernichten. Auch für den Gesetzgeber ist das nicht ausreichend: Das Entfernen der logischen Verknüpfung oder einer Datei aus einem Verzeichnis ist im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes keine Löschung. Und werden Daten nicht ordnungsgemäß entfernt, gilt das als Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern von mehreren hunderttausend Euro bestraft werden.

Energieversorger sind deshalb gut damit beraten, ein professionelles Datenlöschmanagement, das den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gerecht wird, als Teil ihrer Security Strategie umzusetzen. Eine einfache Software zum Überschreiben von magnetischen Datenträgern genügt den heutigen Standards in Sachen Datenlöschung kaum noch. Stattdessen ist eine auditfähige Löschlösung gefragt, die den immer größeren Speicherkapazitäten und schnelleren Prozessoren der PC- und Server-Hardware ebenso Rechnung trägt wie den neuen Datenspeicher-Technologien auf unterschiedlichen Endgeräten, beispielsweise SSD-Festplatten.

Zertifizierte Softwarelösungen garantieren Sicherheit

Dafür ein geeignetes Tool zu finden, ist in der Realität häufig leichter gesagt als getan. Unternehmen wissen oftmals nicht, wie sie den Angebotsdschungel der unterschiedlichen Sicherheitsdienstleister durchdringen sollen. Orientierung bieten beispielsweise geprüfte, zertifizierte und zugelassene Löschlösungen. Diese garantieren die vollständige Datenlöschung nach aktuellen Datenschutzrichtlinien.

Eine solche Zulassung besitzt z.B. die finnische Löschsoftware des Anbieters für professionelle Datenlöschung Blancco. Das modulare Softwarepaket liefert ein umfassendes Konzept, das nicht nur die Löschung von Festplatten einbezieht, sondern auch die verschiedensten Speicherorte – vom mobilen Endgerät bis zum virtuellen Server. Denn häufig ist eine Datenlöschung bereits vor der Ausmusterung der  Speichermedien oder Endgeräte nötig. Blancco geht das Entfernen der Daten gleich auf mehreren Ebenen an – egal ob einzelne Dateien, so genannte LUNs (logische Laufwerke in aktiven Umgebungen) oder virtuelle Maschinen gelöscht oder Festplatten, Storage-Systeme bzw. ganze Server stillgelegt werden sollen.

Softwareeinsatz spart Zeit

Mit gutem Bespiel in punkto Datenlöschung geht unter den Energieversorgern die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH (WVV) voran. Die WVV betreibt unter anderem die Straßenbahn in Würzburg und stellt für den Individualverkehr Garagen und Parkplätze zur Verfügung. Als Energiedienstleister beliefern die Stadtwerke Würzburg als Tochterunternehmen deutschlandweit mehr als 140.000 Kunden mit Strom. Um alle Informationen bei Bedarf rechtskonform zu löschen wurde ein umfassendes Datenlöschmanagement umgesetzt. Die WVV nutzt dabei mehrere Lösungen von Blancco: Ein Modul löscht beispielsweise Daten von unterschiedlichen mobilen Solid-State Speichermedien wie USB-Sticks, Secure Digital (SD) Memory Cards, CompactFlash Cards, Microdrives und andere Flash Media Speichermedien.

Mit einer weiteren Löschlösung lassen sich die internen und externen Speicher von Mobilgeräten  löschen. Denn ein Zurücksetzten der Werkseinstellung bei Smartphones und Tablets ist keine Garantie für effektives Löschen, da die Daten meist problemlos wiederhergestellt werden können. Mit einem weiteren Modul lassen sich bis zu vier Festplatten gleichzeitig löschen, ohne dass diese aus ihrem Rahmen gelöst werden müssen. Zudem kommt eine zentrale Steuerungs- und Kontrolleinheit (Blancco Managementconsole) zum Einsatz, mit der sich die Prozessführung deutlich verbessert hat: Die vielfältigen Möglichkeiten zur Automatisierung aller Stufen des Löschmanagements – vom Hochfahren der IT-Geräte, der Steuerung des Löschvorgangs, der Berichterstellung und -versendung bis hin zum Herunterfahren der Geräte – steigern die Produktivität und beschleunigen die Prozesse um 20 bis 30 Prozent. Nach jedem Löschprozess wird automatisch einen detaillierter Bericht erstellt und ermöglicht somit einen umfassenden Nachweis zur Geräteverwendung, damit die Löschprozesse lückenlos nachverfolgt werden können. Zusammen mit der Zeitersparnis durch die weitgehende Automatisierung der Löschprozesse hat die IT der WVV damit mehr Kapazitäten für ihre Kernaufgaben.

Fest steht: Nach den Datendiebstahls- und NSA-Skandalen der vergangenen Zeit, sollte der Schutz von Kunden- und Unternehmensdaten heute oberste Priorität haben. Zu einer ganzheitlichen Sicherheitsstrategie gehört dabei nicht nur die zuverlässige Sicherung von Daten, sondern letztendlich auch ein professionelles und nachweisbares Datenlösch-Management.

Autor: Thomas Wirth, Geschäftsführer bei Blancco (im Bild)

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