Sicher, kostengünstig und mobil – das ist der Status quo im Mobile Payment

Ein Geschäft nicht tätigen zu können, weil der Kunde nicht genügend Bargeld bei sich hat, ist für jeden Händler oder Dienstleister eine ärgerliche Situation. Ähnlich frustrierend wie das lange Warten auf Zahlungseingänge nach Rechnungsstellung. Mobile Payment – also das Bezahlen unter Einbeziehung eines mobilen Endgerätes – eröffnet Unternehmern neue Wege, um Kunden serviceorientiert verschiedene Zahlungsmöglichkeiten zu bieten und somit schnell und sicher Geld zu erhalten. Lösungen mit mobilen Karten-Lesern über das händlereigene Smartphone oder Tablet bieten dabei eine interessante Alternative zu Lösungen im Bereich Near Field Communication (NFC). Diese ermöglichen drahtloses Bezahlen von Smartphone zu Smartphone, konnten sich aber bislang auf dem deutschen Markt noch nicht durchsetzen.

Das Motto „nur Bares ist Wahres“ ist in Zeiten des beliebten Plastikgeldes nur noch begrenzt gültig, da die meisten Menschen immer weniger Bargeld bei sich tragen. Laut einer aktuellen Untersuchung des wissenschaftlichen Instituts des Handels (EHI-Studie) ist der Bargeldanteil im deutschen Einzelhandel auf 55,6 Prozent gesunken, während Zahlungskarten weiter zulegen – 2012 auf insgesamt 159 Milliarden Euro Umsatz. Dieser Entwicklung folgend müssen auch kleine Händler und Dienstleister in der Lage sein, Kartenzahlungen schnell und einfach abzuwickeln. Stationäre Kartenterminals – wie sie etwa in Kaufhäusern oder der Gastronomie zu finden sind – haben für kleine Unternehmen jedoch den Nachteil, dass sie sowohl einen hohen zeitlichen und finanziellen Anschaffungsaufwand, als auch monatliche Fixkosten nach sich ziehen.

So muss sich der Kleinunternehmer beispielsweise mit seiner Bank und einzeln mit den verschiedenen Kreditkarteninstituten auseinandersetzen und teilweise mehrjährige Verträge mit den unterschiedlichen Finanzdienstleistern abschließen. Zu den Anschaffungskosten für die Terminals kommt obendrein noch eine monatliche, oftmals zweistellige Grundgebühr hinzu. Sehr viel praktischer und günstiger als stationäre Terminals sind für kleine Händler und Dienstleister daher mobile Bezahlsysteme. Diese können unabhängig vom eigenen Standort überall eingesetzt werden – in jedem Winkel eines Ladengeschäfts oder direkt vor Ort beim Kunden. Zu diesen zählen sowohl NFC-Lösungen als auch mobile Kartenlesegeräte.

 Mobile-Payment-Lösungen für Kleinunternehmer im Vergleich

Die NFC-Technologie ermöglicht den drahtlosen Austausch von Bezahlinformationen zwischen verschiedenen Geräten über kurze Distanzen, weist aber auf dem deutschen Markt bislang nur eine sehr geringe Abdeckung auf. Damit der Datenaustausch funktioniert, benötigt der Kunde ein Mobiltelefon mit NFC-Chip sowie eine NFC-fähige SIM-Karte. Die NFC-Chips sind mittlerweile in den meisten neuen Smartphones integriert oder werden sonst einfach als Sticker aufgeklebt. Händler benötigen ein Lesegerät beziehungsweise ein NFC-fähiges Zahlungsterminal. Zum Bezahlen hält der Kunde sein Telefon dann einfach nah genug an das Terminal. Das aktiviert den Datenaustausch und damit die Bezahlung automatisch. In der Praxis müssen jedoch für diese Zahlweise einige Hürden gemeistert werden: So braucht der Kunde nicht nur für jeden Anbieter beziehungsweise jedes Geschäft eine eigene App, die er mit seinen Bankdaten oder Kreditkartendetails füttern muss, sondern muss sich bei den verschiedenen Diensten auch erst einmal registrieren. Dazu kommt, dass der Nutzer bei Beträgen über 25 Euro zusätzlich seine PIN eingeben muss. Mit der notwendigen PIN-Eingabe geht jedoch der Vorteil einer schnellen Bezahlung verloren und Kunden könnten genauso gut per EC-Karte am vertrauten Terminal bezahlen.

Im Gegensatz dazu muss der Kunde bei der Verwendung von mobilen Kartenlese-Systemen nicht selbst aktiv werden, sondern kann wie gewohnt per Karte zahlen. Von diesen Lösungen können Kleinunternehmen aktuell am stärksten profitieren. Das mobile Endgerät kommt hier nicht beim Kunden, sondern beim Verkäufer oder Dienstleister zum Einsatz: Der Verkäufer legt sich ein verifiziertes Nutzerkonto an und verbindet sein Endgerät mit dem mobilen Kartenleser. Nachdem die Applikation des Anbieters gestartet wird, kann der Verkauf beginnen: Die Kredit- oder EC-Karte des Kunden wird einfach durch das Lesegerät gezogen, der Kunde authentifiziert die Transaktion, indem er auf dem Display des Smartphones oder Tablets unterschreibt – fertig! Damit ist diese Lösung gerade auch für mobile Dienstleister und Angebote, wie sie Taxis, Handwerker, Friseure, Markthändler, Messeverkäufer usw. bieten, eine ideale Alternative.

 Mobile Kartelese-Systeme: Vorteile auf Kundenseite

Auf Konsumenten-Seite punkten diese Lösungen vor allem mit ihrer einfachen Nutzbarkeit. Der Kunde muss nicht aktiv werden, für ihn ändert sich nichts. Er zahlt über den mobilen Kartenleser wie an jedem anderen Terminal einfach per Karte. Darüber hinaus kommen die Lösungen dem Wunsch der Kunden entgegen, ein sicheres Abwicklungsverfahren zu nutzen. Denn laut einer von der KPMG durchgeführten Studie unter 1.000 Teilnehmern der Internetpopulation ab 16 Jahren ist die Unwissenheit über einzelne Payment-Verfahren eng verknüpft mit einer großen Ungewissheit sowohl über die Daten-, als auch über die Zahlungssicherheit. Nach Meinung von 88 Prozent der Befragten sind diese beiden Kriterien Voraussetzungen dafür, Mobile Payment künftig zu nutzen.

Mit Lexware Pay hat Lexware beispielsweise eine Lösung im Portfolio, die genau das bietet. Der Business-Software-Anbieter hat die Lösung in Kooperation mit dem für E-Payment-erprobten Finanzdienstleister Wirecard entwickelt. Die Lösung ermöglicht es den Kunden, wie gewohnt ihre EC- Karte über die eigene Bank zur Zahlungsabwicklung zu nutzen, was laut einer Berechnung des Research Center for Financial Services der Steinbeis Hochschule Berlin (Mobile Payment – wohin geht die Reise?) über 80 Prozent der Konsumenten in Deutschland bevorzugen.

Geringe Kosten, schnelle Zahlungsabwicklung: Pluspunkte für Händler

Die Möglichkeit, das Smartphone oder Tablet als Terminal einzusetzen, stößt bei Handel und sonstigen Akzeptanzstellen laut der Steinbeis-Studie mit 65 Prozent Zuspruch auf großes Interesse. Neben der hier gegebenen Reichweite bewerten 59 Prozent der Befragten eine schnelle Abwicklung des Bezahlvorgangs als sehr wichtig, 41 Prozent als wichtig. Mit mobilen Kartenlesern erfolgt die Zahlung nicht mehr auf Rechnung, sondern mobil, schnell und sicher. Bei B2C-Zahlungsabwicklungen kann der Händler oder Dienstleister sogar komplett auf die Rechnungstellung verzichten, im B2B-Bereich erfolgt die Rechnungstellung entkoppelt vom Zahlungseingang. Das bedeutet: Das Geld ist sofort verfügbar, Mahnungen entfallen und die Liquidität wird verbessert.

Neben der Schnelligkeit und Mobilität sind die im Vergleich zu klassischen Terminals erheblich geringeren Kosten ein großer Vorteil für Verkäufer: Mindestumsätze gibt es in der Regel nicht und die Transaktionsgebühren bewegen sich meist zwischen ein und drei Prozent. Ebenfalls sind die einmaligen Anschaffungskosten für den Kartenleser mit Preisen von durchschnittlich 20 bis 100 Euro (in Abhängigkeit vom Zahlungsverfahren) überschaubar. Solche Anwendungen bieten darüber hinaus eine Menge mehr an Features und Komfort. So lassen sich etwa Posten und Preise einfach erfassen, individuelle Steuersatzauswahl und Trinkgeldfunktion nutzen und Zahlungsbestätigungen per E-Mail versenden, sofern der Kunde seine Mailadresse bekannt gibt. Darüber hinaus ermöglicht es die App, Zahlungen zu annullieren oder zurückzuerstatten. Statistik-Tools und eine Zahlungsübersicht sind ebenfalls inbegriffen.

Fazit

Abschließend lässt sich unbestritten feststellen, dass immer mehr Zahlungen bargeldlos abgewickelt werden – wie der EHI ermittelte, waren es 2012 bereits mehr als 40 Prozent. Ein Zahlungsweg, der sich mit Mobile-Payment-Lösungen auch für Kleinunternehmen bestens bedienen lässt. Eine gute Alternative zu NFC-Lösungen, die auf dem deutschen Markt noch in den Kinderschuhen stecken – bisher sind in den Geschäften kaum entsprechende Annahmestellen vorhanden – stellen mobile Kartenlese-Systeme dar. Insbesondere für kleine Unternehmen garantieren diese eine schnelle, einfache und sichere Zahlungsabwicklung. Fehlende Grundgebühren und niedrige Anschaffungskosten sind zwei weitere Pluspunkte, warum Einzelhändler und Dienstleister von diesen Lösungen derzeit am meisten profitieren können.

Autor: Patrick Nassall ist seit 2013 für die Haufe-Gruppe tätig. Aktuell betreut er als Online Marketing Manager im Lexoffice Team die Konzeption und Umsetzung von Markteintrittsstrategien für SaaS-Produkte. Sein Fokus liegt dabei auf der Mobile-Payment-Lösung Lexware pay. Bevor er zu dem Freiburger Unternehmen kam, unterstützte er als Produktmanager und Teamleiter die Hamburger Wer liefert was? GmbH Patrick Nassall hat Betriebswirtschaft an der Dualen Hochschule Lörrach sowie Business Administration an der Open University Great Britain studiert und einen MBA an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster abgeschlossen.

 

Dieser Beitrag erschien erstmals im e-commerce Magazin 03/2015

 

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@bu: Lexware Pay: So funktioniert die mobile Payment-Lösung.

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