Wann sich die Überarbeitung einer Website wirklich lohnt

Klar: Der Internetauftritt ist das Aushängeschild eines Unternehmens und muss deshalb immer am Puls der Zeit sein. Aber heißt das auch, dass er automatisch in bestimmten Zeitabständen angepasst werden sollte? Schließlich kostet die Überarbeitung einer Website in aller Regel Zeit, Geld und vor allem Nerven. Die bloße Tatsache, dass sie ein bestimmtes Alter erreicht hat, ist deshalb sicherlich kein Grund für Aktionismus. Sprechen aber gute Gründe dafür, sollte man den Aufwand für die Überarbeitung des Internetauftritts nicht scheuen, denn dann ist er eine gute Investition in den Geschäftserfolg.

Je nachdem, woran es genau hakt, kann es dabei ausreichen, lediglich das Design der Website anzupassen, ohne ihre Struktur anzurühren. Bei bestimmten Diagnosen allerdings führt an einer kompletten Überarbeitung – also einem Relaunch – des Internetauftritts kein Weg vorbei. Zu den legitimen Anlässen für ein Redesign zählen etwa geänderte Erwartungen der Nutzer hinsichtlich der Optik einer Website. Wie alles Visuelle unterliegen auch Internetauftritte modischen Trends. So sind derzeit beispielsweise großflächige Bilder kombiniert mit einem gewissen Textminimalismus en vogue, auch der Einsatz von Videos wird immer mehr zum Standard.

Eine kommerzielle Website kann aber noch so schön aussehen – wenn sie die Interessenten nicht zu Käufern macht, erfüllt sie ihren Zweck nicht. Deshalb sollten die Betreiber ihre Konversionsrate ständig analysieren und überprüfen, wo genau die Nutzer ihren Besuch abbrechen. Ist dies an vielen Stellen der Fall, ist eine grundlegende Überarbeitung – also ein Relaunch – angesagt. Speziell für Online-Shops gibt es hier zahlreiche erfolgversprechende Maßnahmen. Dazu gehört beispielsweise die Optimierung der Performance, denn zu lange Ladezeiten sind einer der Hauptgründe, warum Besucher eine Webseite entnervt verlassen. Nicht immer liegt das an überlasteten Systemressourcen – auch Inhalte, Dateien, Struktur oder die Programmierung der Website können dafür verantwortlich sein.

Wer im Netz unterwegs ist, greift heutzutage ganz selbstverständlich auch mit mobilen Endgeräten auf Internetseiten zu und erwartet dabei primär Informationen, die unterwegs benötigt werden – Adresse, Öffnungszeiten, Sonderangebote, Gutscheine und Ähnliches. Wegen des berühmt-berüchtigten „Fat Finger Problem“ müssen Websites aber nicht nur am Desktop-PC, sondern auch auf den viel kleineren Displays von Tablets und Smartphones gut nutzbar sein. Ist dies nicht der Fall, ist unbedingt ein Umbau in Richtung Responsive Webdesign oder die Bereitstellung einer eigenen Mobilversion mit Hilfe einer speziellen Lösung wie beispielsweise goMobi erforderlich.

Auf eine besondere Aufarbeitung der Inhalte im Internet sind Menschen mit Seh- oder Gehörbehinderung angewiesen. Blinde Nutzer beispielsweise möchten sich Internetseiten per Software vorlesen oder in Braille-Schrift ausgeben lassen, was einen entsprechenden Relaunch der Website erfordert. Gehörlose benötigen speziell auf sie zugeschnittene Darstellungsformen von Video- oder Audiofiles, was sich mit Untertiteln oder zusätzlich angebotenen Text-Zusammenfassungen jedoch unkompliziert umsetzen lässt.

Zu den wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Internet-Surfer überhaupt auf einer Website landen, gehört ein gutes Suchmaschinen-Ranking. Taucht sie bei Bing, Google und Yahoo immer nur weit abgeschlagen auf, liegt das vielleicht nur daran, dass sie nicht genügend Schlüsselwörter enthält – ein Mangel, der sich mit etwas Zeit und viel Konsequenz relativ einfach beheben lässt. Ist allerdings der Gesamtaufbau der Seite suchmaschinenunfreundlich, hilft alles nichts, dann führt an einer gründlichen Neustrukturierung nach aktuellen SEO-Aspekten kein Weg vorbei. Eine gute Online-Shop-Software sollte das Gros an SEO-Voreinstellungen bereits von Haus aus abdecken.

Autorin: Christiane Aumeier (im Bild) ist Senior Manager Marketing & Communications bei Verio Europe in Neutraubling bei Regensburg.

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