Web-Infrastruktur: Auch sollte die Putzkolonne hin und wieder durch

Anstelle des naheliegenden Hardware-Austauschs lohnt es sich häufig, ein wenig tiefer zu graben und die Performance Reports anzuschauen – vor allem solche, die Datenbanken betreffen. Eine große Vielfalt der Möglichkeiten heutiger Websites und Web-Applikationen beruht in erster Linie auf der Nutzung einer Datenbank. Das bringt auch eine Reihe von Problemen mit sich, darunter das Management dieser Systeme.

 Jeder, der schon mal einige Zeit damit verbracht hat, SQL-Queries zu entwickeln, weiß, dass das eine sehr knifflige Aufgabe sein kann. Sie beeinflusst unmittelbar und drastisch die System-Performance: Langsame Queries können zahlreiche unterschiedliche Gründe haben – möglicherweise wurde einfach eine zu große Datenmenge durchsucht. Das Setzen zusätzlicher Filter führt wieder zu einer akzeptablen Antwortgeschwindigkeit.

Aber was ist die Lösung dieses Problems? Die eigenen SQL-Queries genau im Auge zu behalten, ist definitiv eine Grundvoraussetzung. Manuelle Drill-Downs zeigen potenzielle Schwächen, doch das kann sehr zeitaufwändig und ungenau sein. Warum also nicht einfach einen Monitor installieren, der Datenbank-Queries automatisch prüft und vor potenziellen Leistungsstörungen warnt?

Das richtige Werkzeug wählen

Ein Staubsauger ist ein sehr hilfreiches Putzwerkzeug, aber zum Säubern der Schränke nützt er wenig. Analog verhält es sich beim digitalen Putz: Monitoring ist zwar eine große Hilfe bei der „Reinigung“ der Web-Infrastruktur, doch die Art der Monitoring-Technologie will wohl gewählt sein, um als Administrator nicht in einer Tonne von Daten zu ertrinken.

Mit „Predictive Alerting“ lassen sich die Einstellungen des Monitorings anpassen und festlegen, wann man benachrichtigt werden will: Nur dann, wenn Fehler von zwei Monitoring-Punkten gemeldet werden? Oder bei jedem einzelnen kleineren Vorfall?

Die richtige Perspektive zu behalten, ist auch wichtig, um voraus zu denken. Viele der Daten, die den Grundstock der eigenen Web-Infrastruktur bilden, liegen in einer Datenbank. Das kann zwar eine große Bandbreite von Möglichkeiten eröffnen, birgt aber auch das Risiko unkontrollierten Wachstums bis hin zu einem Server-Wildwuchs mit sich.

Den richtigen Zeitpunkt zum Putzen finden

Putzen ist vor allem eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Egal ob für den Rest des Jahres oder einfach für ein bevorstehendes Event: Alles soll glänzen, leicht laufen und wieder richtig funktionieren. Das gilt auch für Web-Infrastrukturen, die vom Administrator regelmäßig wieder in Schuss gebracht werden müssen. 

Bevor dieser sich an die Arbeit macht sollte er zunächst eine Ist-Aufnahme machen. Wenn Organisationen beispielsweise mit Spitzen im Web-Traffic-Spitzen konfrontiert sind, müssen sie frühzeitig die Belastbarkeit  ihrer Websites untersuchen. Dafür ist unter anderem ein Last-Test – mit ihm lässt sich herausfinden, wie viele Benutzer eine Website gleichzeitig verarbeiten kann  – ein unbedingtes Muss. Für Online-Händler sollte der prüfende Blick auch die erfolgskritischen Szenarien einschließen: Was passiert zum Beispiel, wenn viele Benutzer Umsatz generierende Aktionen gleichzeitig ausführen? Um hier den gesamten Umsatz einzusammeln, müssen Transaktionen ohne lange Lade- und Wartezeiten vonstattengehen. Sicherstellen lässt sich dies durch einen Stress-Test, der freilich niemals in einem geschäftskritischen Zeitfenster durchgeführt werden sollte.

Vorbereiten auf das Unerwartete

 Zu guter Letzt geht es beim Putzen auch darum, all den Schmutz zu beseitigen, der nicht unmittelbar ins Auge fällt. Man beschränkt sich also nicht auf die leicht erreichbaren Stellen – und das Verrücken großer Möbelstücke offenbart manchmal unangenehme Überraschungen.

 Auch Putzen der Web-Infrastruktur kann unerwartete Dinge aufdecken. Zum Beispiel könnte eine externe Prüfung einen DNS-Error offenlegen und zeigen, dass eine Seite nur intern, aber nicht extern sichtbar ist. Der Frühjahrsputz der Web-Infrastruktur fordert ein gründliches und konsequentes Vorgehen und die Bereitschaft, jedes Problem aktiv anzupacken.

Routine, Timing und das Bereitsein für das Unerwartete sind beim analogen wie digitalen Putzen entscheidend. Erfolgreiche IT-Mitarbeiter und Digital-Business-Entscheider sollten daher wachsam sein, regelmäßige Routinen implementieren und außerplanmäßige Tests durchführen. Diese Tipps und Tricks stellen sicher, dass die eigene Website unter allen Traffic-Bedingungen eine angenehme Benutzererfahrung liefert.

RSS Feed

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags