Fallbeispiel: Gebranntes Kind geht auf Nummer sicher

Festplattencrash, Hacker-Angriff, Blitzeinschlag: Was den Ausfall von Servern angeht, hat Simon Bene, Geschäftsführer von Freshworx, schon so ziemlich alles erlebt, was schiefgehen kann. Und jedes Mal war es eine Katastrophe für das Unternehmen, denn durch sein Geschäftsmodell ist es ganz besonders auf stabile Systeme angewiesen. Der 14 Mitarbeiter zählende Betrieb im bayerischen Pfaffenhofen bietet mit „etope“ eine bekannte Managementsoftware für den E-Commerce an. Mit ihr können alle Aufgaben erledigt werden, die bei der Abwicklung des elektronischen Handels anfallen. So lässt sich mit etope beispielsweise das Einstellen von Artikeln in Internet-Plattformen wie eBay und Amazon oder den eigenen Webshop automatisieren. Darüber hinaus können Online-Händler mit der Lösung aber auch Lieferscheine erstellen, den Zahlungsverkehr abwickeln oder Retouren bearbeiten.

In ihrer Anfangszeit war die Lösung auf die reine Transaktionsabwicklung bei eBay beschränkt und arbeitete Desktop-gestützt. Im Laufe der Zeit wurde sie von Freshworx aber zu einem Komplettsystem ausgebaut und den Kunden auch in einer Online-Version angeboten. Für deren Betrieb probierte das Unternehmen verschiedene Varianten aus: Zunächst mietete es sich Server bei einem Provider, später hielt es selbst zusammengebaute Hardware im Rechenzentrum eines IT-Dienstleisters vor. Die Erfahrungen, die Freshworx dabei machte, waren alles andere als erbaulich. „Beim Provider gab es richtige Probleme. Die Server sind gecrasht, und wir haben Daten verloren, die nicht wiederherstellbar waren“, erinnert sich Bene. Damit aber nicht genug. Eine so genannte DoS-Attacke (Denial of Service) legte die Systeme tagelang lahm. Im Rechenzentrum des IT-Dienstleisters lief es dann auch nicht viel besser. Einem Blitzeinschlag fielen nicht nur die laufenden Systeme, sondern auch die Backups zum Opfer.

Thema selbst in die Hand genommen

„Nach diesen Erfahrungen haben wir uns entschlossen, das Thema selbst in die Hand zu nehmen. Weder ein Hackerangriff, noch ein Blitzeinschlag, eine kaputte Festplatte oder Spannungsschwankungen sollten künftig noch dazu führen, dass wir tagelang offline sind. Deshalb haben wir eine Server-Infrastruktur aufgebaut, die hohe Verfügbarkeit und Datensicherheit durch redundante Systeme bietet“, sagt Bene.

Heute verfügt Freshworx über eine Landschaft aus insgesamt neun physischen Servern, die in unterschiedlichen Modellen betrieben werden und zur zusätzlichen Sicherheit auf verschiedene Standorte verteilt sind. Fünf der Server werden im sogenannten Colocation-Modell betrieben: Die Systeme gehören dem Unternehmen selbst, befinden sich aber in angemieteten Serverschränken im Rechenzentrum eines Dienstleisters – drei davon an dessen Standort in Nürnberg, die zwei übrigen in Falkenstein in Thüringen. Darüber hinaus hat Freshworx vier weitere Server beim selben Dienstleister gemietet, die sich ebenfalls im Rechenzentrum in Nürnberg befinden.

Aufgebaut hat das Unternehmen diese Infrastruktur gemeinsam mit Dell. Alle Server, die sich im Rechenzentrum in Nürnberg befinden, stammen von diesem Anbieter. „Ich komme selbst aus der IT und habe früher bei einem Unternehmen gearbeitet, in dem ebenfalls Dell eingesetzt wurde – und ich war begeistert“, begründet Bene diese Entscheidung. „Und das hat sich auch bei uns wieder bestätigt. Es musste alles sehr schnell gehen, denn wenn dauernd etwas ausfällt, laufen einem irgendwann die Kunden davon. Die Dell-Berater haben uns dabei hervorragend betreut und uns mit ihrer Sachkenntnis sehr geholfen.“

Rund 80 virtuelle Maschinen laufen auf den Servern

Seine Server hat Freshworx virtualisiert, rund 80 virtuelle Maschinen laufen darauf. Dadurch kann das Unternehmen unter anderem die vorhandenen Ressourcen besser ausnutzen. Große Kunden beispielsweise, die aufgrund ihres hohen Datenaufkommens einen ganzen physischen Server belegen würden, können über mehrere Systeme verteilt werden. Außerdem wird die Sicherheit weiter erhöht. Sollte tatsächlich einmal ein physischer Server ausfallen, wäre nur der Teil des Kunden betroffen, der sich auf diesem System befindet. Darüber hinaus kann Freshworx durch die Virtualisierung seinen Kunden eine bessere Performance bieten. Ist ein physischer Server zu voll, lassen sich virtuelle Maschinen einfach auf andere, weniger ausgelastete Systeme verschieben.

„Wir haben die Hardware für etwa 100 virtuelle Maschinen angelegt. Damit können wir dann etwa 80.000 Kunden unterschiedlicher Größen betreuen“ erläutert Bene. „So haben wir die Möglichkeit, weiter zu wachsen. Dell hat uns hier genau richtig beraten. Hätten wir an der falschen Stelle gespart, wären wir jetzt schon am Limit. Andererseits haben wir aber auch keine zu großen Systeme bekommen, sondern genau diejenigen, die zu unseren Anforderungen und unserer Entwicklung passen.“

Auch die Mitarbeiter profitieren

Auf den Servern läuft aber nicht nur die Online-Plattform von Freshworx. Sie beherbergen auch sämtliche Anwendungen und Daten, die das Unternehmen für seine Tätigkeit benötigt: Von den Mailsystemen über Dokumente und Webserver bis hin zu den Softwareentwicklungen. Damit kann das Unternehmen seine dezentrale Organisationsform optimal unterstützen. Am Verwaltungssitz in Pfaffenhofen sind neben der Geschäftsführung selbst noch Buchhaltung und Service angesiedelt. Die übrigen Mitarbeiter haben Büros in Villingen-Schwenningen und Hamburg. In der Hansestadt befindet sich außerdem der Support von Freshworx. All diese Standorte können per Internet auf ihre Programme zugreifen, so dass keine Vor-Ort-Installation und keine lokale Pflege der Anwendungen nötig sind.

Und natürlich profitieren die Mitarbeiter von Freshworx genau wie die Kunden des Unternehmens von hoher Verfügbarkeit und Datensicherheit. „Seit wir Dell nutzen, sind wir sorgenfrei und wissen, dass wir uns auf unsere Hardware verlassen können“ so das Fazit von Bene. „Einmal ist zwar eine Festplatte ausgefallen, aber durch die redundante Datenhaltung war das kein Problem. Wir haben sie einfach ausgetauscht und fertig. Früher wäre das noch eine Katastrophe gewesen.“

Freshworx wurde 2004 gegründet und verfügt mit dem E-Commerce-Tool „etope“ über ein Auktionstool für eBay. Freshworx liefert mit rund 1.400.000 laufenden eBay-Angeboten, rund 300.000 Web-Shop-Artikeln und mehr als 100.000 Nutzern eine der größten Communities im Bereich eBay-Auktionsabwicklungen. Seit der 2011 vorgestellten neuen Produktgeneration ist etope mehr als nur ein eBay-Tool. Die Software wurde vom Anbieter zu einer Komplettlösung für das E-Commerce-Management ausgebaut. Sie lässt sich mit den verschiedensten Verkaufsplattformen aber auch eigenen Web-Shops nutzen. Freshworx hat seinen Verwaltungssitz im bayerischen Pfaffenhofen und beschäftigt 14 Mitarbeiter.

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