Fallbeispiel: Sportartikelhändler weitet Geschäft mit Sage basierter E-Commerce-Komplettlösung aus

Mehr oder weniger aus Langeweile verkaufte Holger Pfeuffer, Inhaber des Online-Shops SAMS´s Sports and More, jahrelang vom Fahrradsattel über Dynamos bis hin zu Helmen sämtliches Fahrradzubehör über eBay. Nebenberuflich. Zu einer Zeit, als „man noch mühelos seine Waren zu den vom Hersteller empfohlenen Verkaufspreisen loswurde“, wie er heute feststellt. Sehr schnell verdiente der hauptberuflich im Vertrieb tätige Pfeuffer damit viel Geld. So viel, dass er sich mit 24 Jahren bereits ein Einfamilienhaus leisten konnte und aus seiner 50qm großen Wohnung, auszog. Diese hatte er zuvor zum Lagern für seine Waren genutzt und sie platze aus allen Nähten. Zu jenem Zeitpunkt verkaufte er seine Artikel bereits nicht nur über eBay, sondern auch bei Amazon und über den eigenen Webshop. Und weil die Geschäfte weiter gut liefen, wurde der Keller des Wohnhauses schnell zu klein. Auch die Doppelgarage und der Schuppen auf seinem Grundstück reichten nach kurzer Zeit nicht mehr, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Holger Pfeuffer kaufte sich Platz in einem Geschäftsgebäude, wo er gleich zwei Stockwerke mit seinem Lager belegte. Das war 2010. Genau in dem Jahr, als er Mitarbeiter einstellte und seinen Job kündigte, um sich voll und ganz seinem Online-Shop zu widmen. Und als er immer stärker merkte, dass er mit seinen Excel-Dateien an Grenzen stieß.

Software für Profis

„Ich bin nicht für halbe Sachen. Wenn ich etwas anpacke, dann richtig“, erklärt Holger Pfeuffer seine Entscheidung, die E-Commerce-Software 4SELLERS  einzuführen. Die Komplettlösung für den Online-Handel basiert auf dem ERP-System Office Line von Sage Software, das Funktionen von Rechnungswesen, Logistik und Warenwirtschaft vereint. Entwickelt wurde die Komplettlösung vom Sage-Partner 4SELLERS | logic-base GmbH, der die eCommerce-Funktionalitäten entwickelt. Die Software ermöglicht einen professionellen Online-Handel auf Basis eines Multi-Channel-Vertriebs, der über Marktplätze wie eBay, Amazon oder Yatego erfolgen kann, über eigene Webshops und Ladengeschäfte oder via Telefon samt Anbindung an verschiedene Zahlungsanbieter und Preisportale.

Bevor Holger Pfeuffer diese professionelle Software implementieren ließ, musste der Gedanke an die Investition jedoch erst einmal mehrere Monate in ihm reifen. Nicht, dass ihn die Lösung nicht überzeugt hätte. Im Gegenteil. Alles, was er zuvor in den Foren recherchiert hatte, bestätigte sich bei der sechsstündigen Präsentation der Software durch einen Mitarbeiter von 4SELLERS. „Ich musste mir aber erst klar darüber werden, ob ich wirklich so durchstarten will. Denn ich wusste, mit dieser Profi-Lösung im Hintergrund würde ich schnell wachsen und richtig groß werden“, beschreibt der heute 31-Jährige seinen Entscheidungsprozess.

Die Implementierung der Lösung übernahm die logic-base GmbH, von der sich der Online-Händler „gut betreut fühlte“. Und so lief „unterm Strich gesehen auch alles glatt“, die Probleme, die auftraten, gehören laut Pfeffer „mehr oder weniger zu jedem Großprojekt“. 

Vorteile auf einen Blick

Vor der Einführung der Software setzte der Online-Händler 700.000 Euro netto im Jahr um. Im vergangenen Geschäftsjahr waren es bereits 2,2 Millionen. Tendenz steigend. Und weil sein Lager wieder an die Kapazitätsgrenzen stieß, zog er erneut um. Diesmal in eine 1900 qm große Lagerhalle nach Arnstein, einem Ort 20 Kilometer von Würzburg entfernt. Zurzeit führt er 3500 bis 4000 Artikel in seinem Shop – vom Fahrrad über Fahrradzubehör bis hin zu diversen Sportklamotten. Aber nicht nur die Artikelzahl und der Umsatz schnellten in die Höhe, auch der Gewinn. Denn dank der Software kann der umtriebige Geschäftsmann jetzt auf Knopfdruck erkennen, welche Artikel in seinem Sortiment Gewinne abwerfen und welche nicht. Ein Punkt, der angesichts des enorm gewachsenen Konkurrenzdrucks „überlebenswichtig ist und mir hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen“. Und eine Aufgabe, die früher oft zu kurz kam, weil ihm „der Überblick in Gänze fehlte und ich zudem mit der Abarbeitung von Routineaufgaben beschäftigt war“, so Holger Pfeuffer, der noch vor zwei Jahren mindestens drei Stunden pro Tag damit verbrachte, Rechnungen und Paketscheine zu erstellen. Heute ist dies ein Prozess, der dank der Software zeitlich kaum noch ins Gewicht fällt und zudem von jedem seiner neun Mitarbeiter erledigt werden kann. Auch der Verkauf der Artikel über die verschiedenen Vertriebskanäle ist „jetzt sehr viel einfacher geworden, denn die einmal im System angelegten Artikel lassen sich ganz einfach beispielsweise in Amazon hochladen“, schwärmt Pfeuffer. Aber nicht nur die Arbeitserleichterung und Zeitersparnis seit dem Einsatz der Software bringt der Vollblutunternehmer zur Sprache. Ein Vorteil, den man seiner Meinung nach viel zu selten betont: Die Lösung ermöglicht den Fortbestand des Unternehmens. „Jahrelang konnte ich keinen Tag Urlaub machen, weil niemand die Geschäfte weiter führen konnte und wenn ich richtig krank geworden wäre, dann hätte das auch böse enden können“, so der 31-Jährige, der heute zwar immer noch oft 16 Stunden pro Tag arbeitet, aber nicht weil er es zwingend muss, sondern weil er es, wie er sagt, „gern will“. Für die Zukunft hat der Online-Händler noch einige Wachstumsideen. Die erste, ein Laden mit Fahrradwerkstatt, hat er gerade umgesetzt. Vielleicht macht er sich auch bald noch auf, einige der von ihm verkauften Artikel selbst zu produzieren – „die Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, habe ich jetzt jedenfalls“, freut sich der Geschäftsmann.  

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