Fünf Tipps zur Auslandsexpansion

Obwohl Deutschland Exportweltmeister ist, gibt es noch Unternehmen, die ihr Geschäft aufs Inland beschränken. Dabei attestieren gleich mehrere Studien, dass Internationalisierung das Geschäft ankurbelt. International agierende Unternehmen wachsen schneller, hat zum Beispiel  2013 eine Studie des Marktforschungsunternehmens IHS im Auftrag von DHL ergeben. Wer den Schritt wagt, sollte vor allem die IT nicht vergessen. Daniel Csillag, Leiter der Enterprise Market DACH bei Sage gibt Unternehmern fünf Tipps, damit auch die „technologische Internationalisierung“ klappt.

Tipp 1: Einheitliche Prozesse definieren

Natürlich gehört zur Internationalisierung eine Analyse des Zielmarktes, eine Strategie für die Markteinführung, die Abwägung von Chancen und Risiken. Doch parallel dazu sollte eine Basisfrage geklärt werden: Welche Prozesse prägen eigentlich den Heimatstandort? Erst wenn diese bewusst definiert und festgehalten werden, kann man sie auch als internationalen Standard einführen. Und genau dies ist ein essenzieller Schritt für die Expansion. Nur so kann beispielsweise das Controlling auf dieselben Informationen zugreifen, sehen Reporting-Berichte überall gleich aus und lassen sich aussagekräftige Vergleiche zwischen den Standorten erstellen.

Tipp 2: Landesspezifische Besonderheiten ausloten

Das Beispiel Online-Shopping verdeutlicht die Problematik: In jedem Land herrschen unterschiedliche Vorlieben hinsichtlich der Bezahlverfahren. Entspricht der Webshop den unterschiedlichen Kundenwünschen nach Rechnung, Paypal, Lastschrift oder Kreditkarte nicht, brechen die Käufer den Kaufprozess ab. Ebenso hat jede Region, jede Wirtschaft eigene Vorlieben bei Produktionsabläufen und anderen IT-gestützten Prozessen. Von der Adaption einer Firma an all diese Besonderheiten hängen auch ihr Expansionserfolg sowie die Anforderungen an die IT ab, die in der ausländischen Niederlassung installiert wird.

Tipp 3: Maximale Flexibilität einfordern

Eine gewisse Unsicherheit bringt der Schritt in einen neuen Markt und ein neues Land immer mit sich. Man trägt das Risiko, bereits nach einigen Monaten desillusioniert den Rückzug anzutreten – hat aber auch die Chance, genau den Marktnerv zu treffen und schnell weiterzuwachsen. Bei der IT hingegen lassen sich solche Unwägbarkeiten gut vermeiden: Ein ERP-Programm zum Beispiel, mit dem man ins Ausland zieht, sollte dringend skalierbar, compliance-, mandanten- und multi-legislationsfähig sein. Damit kann die Firma die jeweiligen Anforderungen der Steuer- und Finanzbehörden erfüllen. Zugleich wächst die Lösung bei jedem Schritt des Unternehmens einfach mit.

Tipp 4: Kein Warten auf Daten

Die gezielte Integration von betriebswirtschaftlichen Zahlen der Auslandstochter, von Reportings und KPIs (Key Performance Indicators) geben dem Heimatstandort einen Überblick über die Geschäfte im Ausland. Durch die Schnittstelle zum betriebswirtschaftlichen System des Mutterhauses muss der Controller in Deutschland nicht lange auf den Report der Auslandstochter warten. Wer zusätzlich noch mobile Apps einsetzt, kann viele Aufgaben von unterwegs aus erledigen, Dokumente von überall aus ablegen und wieder abrufen. Davon profitieren Homeoffice-Mitarbeiter ebenso wie vielreisende Geschäftsleute, Rechnungsfreigaben ebenso wie der Cashflow.

Tipp 5: Prozesse automatisieren

Die Digitalisierung aller Daten und Prozesse ermöglicht den Schritt in eine effiziente Expansion und internationale Zusammenarbeit: Teile von Routinevorgängen können komplett automatisiert ablaufen und so nicht die Arbeitszeit von Mitarbeitern blockieren. Produkteigenschaften oder Lieferinformationen lassen sich automatisch von einem ERP- in ein Webshop-System einlesen; eine Verknüpfung von Bestell- und Versandwesen beschleunigt logistische Prozesse. Keiner der Angestellten muss dafür mehr aktiv werden. Die automatisierbaren Arbeitsschritte fallen weg – über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg.

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