FullID-Management: Datability für kleine und mittlere Unternehmen

Beim Telefonieren mit dem Handy, bei Reisen und Hotelübernachtungen oder beim Surfen im Internet: Überall hinterlassen wir Unmengen an Daten. Laut des Verbands der deutschen Internetwirtschaft eco bezifferte sich das weltweit angehäufte Datenvolumen Anfang 2013 bereits auf mehr als zwei Trilliarden Byte. Experten rechnen damit, dass sich dieser Wert alle zwei Jahre verdoppeln wird, wobei nicht nur der Umfang von „Big Data“, sondern auch deren gezielte Analyse – zum Beispiel, um wirtschaftliche Produktivitätsraten zu steigern, aber auch um Kunden- und Marktbewegungen kommerziell auszuwerten – vermehrt zur Debatte steht.

Datenmissbrauch abwehren

Dabei geht es angesichts täglicher Meldungen über Identitätsmissbrauch oder Datendiebstahl auch um die Risiken der gesammelten Informationsflut. Wie kann es gelingen, dass private und wirtschaftlich genutzte Daten, aber auch technologisches Wissen und unternehmerisches Prozess-Know-how besser geschützt sind? Wie kann gleichzeitig erreicht werden, dass trotz vielfältiger Geschäftsmodelle und Sicherheitsansprüche auch überaus komplexe rechtliche Vorgaben erfüllt werden?

Die Antwort auf solche Fragen ist immer verknüpft mit der Gewährleistung sicherer Identitäten. Das gilt für die private Internetnutzung ebenso wie für institutionelle oder kommerzielle Datentransfers: Wer bei digitalen Anwendungen nicht konsequent auf den Schutz eigener Daten achtet, wird schnell zum Opfer von Missbrauch und Betrug. Schon jetzt sind täglich rund eine Million Bürger von Cybercrime-Delikten betroffen und jährlich summieren sich – nach Schätzungen der EU-Kommission – die weltweit entstehenden Schäden auf über 290 Milliarden Euro.

Verlässlicher Datenschutz beginnt am Werkstor

Bedingt durch den globalen Handel wächst inzwischen auch bei zahllosen kleinen und mittelständischen Unternehmen die Gefahr, dass wertvolle Informationen, Technologien und Kenntnisse in falsche Hände geraten. Regelmäßig gewechselte Passwörter, verschlüsselte E-Mails oder gut gesicherte IT-Infrastrukturen reichen längst nicht mehr aus, um vor digitalen Übergriffen zu schützen. Benötigt werden deutlich umfassendere Lösungen, die bereits am Werkstor eines Betriebs ansetzen und sämtliche Organisationsstrukturen einbeziehen.

Genau auf diesen Bedarf hat sich die Berliner Bundesdruckerei mit ihrem neuen Full-ID-Governance-Lösungsbaukasten ausgerichtet. Nach dem 11. September 2001, der die globale Wahrnehmung der Sicherheitslage komplett verändert hat, wurde mit der weltweiten Einführung elektronischer Reisedokumente die Technologieentwicklung im Bereich sicherer Identitäten schon einmal deutlich vorangetrieben. Heute erleben wir angesichts zunehmender Delikte von digitaler Wirtschaftskriminalität nochmals einen gravierenden Wandel. Überall müssen sich Unternehmen, Behörden und Institutionen gegen Datenmissbrauch wappnen und sind gut beraten, auch ihre Technologien und ihr Wissen mit neuen und flexiblen Lösungen abzusichern.

Durchgängige Konzepte modular umsetzbar

Um diese Herausforderung zu meistern, hat die Bundesdruckerei mit dem Full-ID-Governance-Lösungsbaukasten ein breites Portfolio an innovativen Einzelkomponenten und Systembausteinen zusammengestellt, die auch auf die Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen zugeschnitten sind und tatsächlich schon im Eingangsbereich eines Kunden ansetzen.

Zum Beispiel mit einem verlässlichen Besuchermanagement. Um die Identität von Gästen eindeutig festzustellen und dafür zu sorgen, dass sie nur die Bereiche betreten, für die sie angemeldet sind, bietet die Bundesdruckerei hochspezialisierte Lesegeräte, die binnen Sekunden eine verlässliche Echtheitsprüfung vorgelegter Ausweisdokumente ermöglichen. Über ein integriertes Hintergrundsystem können zudem intelligente Besucherausweise mit diversen Zusatzfunktionen und flexibel definierbaren Zutrittsrechten ausgestellt werden.

Um zudem lästige Wartezeiten zu vermeiden, können Gäste ihre Daten auch an bereitstehenden Selbstbedienungsterminals oder vorab am eigenen Computer eingeben. Über ein integriertes Gebäude- und Infrastrukturmanagement kann zusätzlich festgelegt werden, welche Räume und technischen Infrastrukturen wann und von wem genutzt werden dürfen.

Dieses Verfahren gilt im weitesten Sinne auch für die Kommunikation. Hier unterstützt das System sowohl die Nutzung von elektronischen Signaturen, verschlüsselten E-Mails oder Dateien als auch einen individuellen Zugang zu abgesicherten VPN-Schnittstellen, Netzwerken und Servern. Auf diese Weise erreichen Informationen, die nur intern kommuniziert oder mit ausgewählten Dritten geteilt werden sollen, garantiert die richtigen Adressaten.

Wer darüber hinaus unternehmensinterne Rechner, Systeme und Maschinen mittels definierter Nutzungszeiten und Zugriffsrechte schützen möchte, nutzt das zusätzlich angebotene Benutzer- und Rechtemanagement. Komplettiert wird der Full-ID-Governance-Lösungsbaukasten durch ein effizientes Dokumenten- und Workflow-Management, über das anfallende Freigabeprozesse effizient gesteuert werden. Davon profitiert beispielsweise auch das Personalmanagement, dem spezifische Tools zur Arbeits- und Projektzeiterfassung, zur Bearbeitung von Urlaubsanträgen oder zur Pflege von Stammdaten bereitgestellt werden.

Und bei Bedarf kann die Komplettlösung sogar durch Services im Payment-Bereich oder eine moderne Kreditkartenfunktion ergänzt werden.

Beratung und Support inbegriffen

Bei der Fülle der angebotenen Möglichkeiten versteht es sich fast von selbst, dass die Bundesdruckerei ihre Kunden auch in allen Bereichen einer optimalen Systemumsetzung und -integration unterstützt. Kunden des Full-ID-Governance-Lösungsbaukastens profitieren somit nicht nur von der Fülle modular nutzbarer Einzelkomponenten, sondern können auch in Fragen der Bedarfsanalyse, Technologie- und Projektsteuerung sowie in Sachen Service, Wartung und Support auf Erfahrung und Beratungskompetenz setzen. Das gilt im Übrigen auch für maßgeschneiderte Lösungen im Bereich des Zertifikate-Managements, die vom eigenen Trustcenter D-TRUST bereitgestellt werden.

Datenschutzbewusstsein steigern

Da die Umsetzung privatwirtschaftlicher Datenschutzstrategien allerdings nicht nur eine Aufgabe der IT, sondern vor allem eine Frage von perfekter Organisation und Mitarbeitermotivation ist, werden ergänzend zum technologischen Systembaukasten umfangreiche Schulungsprogramme angeboten. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen, die vielleicht nicht über ausreichende eigene Ressourcen verfügen, um ihr Schutzniveau fachkundig zu steigern, gewinnt das Thema Compliance-Management zunehmend an Bedeutung. Mitarbeiter sollten nicht nur mit unternehmensinternen Verhaltensregeln, sondern auch mit allen gesetzlichen Vorgaben vertraut sein und diese verlässlich einhalten können. Um diese Aufgabe zu bewältigen, stellt die Bundesdruckerei im Rahmen der Full-ID-Governance-Lösung auch entsprechende E-Learning- und Präsenzschulungsprogramme zur Verfügung.

Innovative Lösungen aus einer Hand

Einer der wichtigsten Aspekte des Full-ID-Management-Ansatzes liegt damit auf der Hand: Was Unternehmen, Behörden und Institutionen benötigen, sind ganzheitliche Lösungsmodelle, die präzise auf ihre individuellen Bedarfe und Sicherheitsansprüche zugeschnitten sind und sich flexibel an veränderte Sicherheitslagen anpassen. Dabei geht es vordringlich um den Schutz von Identitäten – für Personen, für Prozesse, für Technologien und für unternehmensinternes Know-how. Gleichzeitig muss es gelingen, wachsende Sicherheitsanforderungen mit einer kontinuierlich steigenden Prozesseffizienz zu verknüpfen. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Full-ID-Governance-Lösung an. Welche Systembausteine genutzt und miteinander kombiniert werden, untersteht dabei immer der Bewertungs- und Entscheidungshoheit des Anwenders.

Identitätsschutz bedeutet Zukunftssicherung

Mehr Datability im Umgang mit sensiblen Informationen zu erreichen, kann und darf kein bloßes Schlagwort bleiben. Schon jetzt vernetzten sich Unternehmen mehr und mehr, um im weltweiten Wettbewerb erfolgreich zu sein. Dabei binden sie Zulieferer, Dienstleister, Kunden, Mitarbeiter und viele andere Partner in ihre Prozesse ein. Doch durch die zunehmende Offenlegung von Wissen und technologischem Know-how wächst auch das Risiko, dass wichtige Informationen kopiert, gestohlen oder gelöscht werden.

Diese Tatsache frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, wird künftig ein wesentlicher wirtschaftlicher Erfolgsfaktor sein. Politische Initiativen wie das geplante Cybercrime-Abwehrzentrum der Europäischen Union sind ein absolut richtiger und wichtiger Schritt, um mehr Datensicherheit zu erreichen. Um sich wirksam gegen Datenmissbrauch oder Identitätsdiebstahl zu wappnen, werden allerdings auch die Marktakteure selbst tätig werden müssen. Die hierfür notwendigen Prozesse professionell zu begleiten, versteht die Bundesdruckerei als international führender Systemanbieter für Hochsicherheitstechnologien und Full-Service-Partner im Bereich „Sichere Identitäten“ als eine ihrer wesentlichen Aufgaben und integralen Bestandteil maßgeschneiderter Serviceangebote.

Autor: Dipl. Ing. Thomas Löer, Senior Vice President Marketing & Support, ist seit 1994 für die Bundesdruckerei tätig. Als Key Account Manager Government übernahm er 2003 das Projektmanagement für das deutsche ePass-Projekt und leitete ab 2006 als Head of Cards Development die Entwicklung neuer ID-Produkte und Lösungen.

Dieser Beitrag erschien erstmals im e-commerce Magazin 05/2014 im Schwerpunkt Big Data.

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