Herausforderung für Personaler: Die Ansprüche der Generation Y

Das wichtigste Kapital eines Unternehmens ist das Humankapital. Denn: Wer keine fähigen, motivierten Mitarbeiter hat, der wird früher oder später dafür bezahlen müssen – im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels und des viel diskutierten Fachkräftemangels haben schon heute viele Unternehmen Schwierigkeiten, geeigneten Nachwuchs zu finden. Je spezialisierter die Branche, desto komplizierter gestaltet sich der Prozess der Neubesetzung vakanter Stellen. Die gute Nachricht jedoch: Mit neuen Konzepten, die sich an der Lebenswelt der begehrten “Generation Y” orientieren, kann Abhilfe geschaffen werden.

Personaler müssen um- und überdenken

Warum das nötig ist? Die Ansprüche junger Talente an ihren Arbeitgeber und die Stelle an sich haben sich gewandelt. Um die hellsten Köpfe der “Generation Y” zu gewinnen, müssen die Personalverantwortlichen in den Unternehmen und flankierende Abteilungen umdenken.

Während früher oft ein gutes Gehalt ausreichte um junge Talente für die Firma zu begeistern, stehen Statussymbole bei der Generation Y nicht mehr an erster Stelle. Viel wichtiger, das zeigen auch diverse Studien, sind den jungen Menschen die soften Faktoren wie zum Beispiel eine ausgewogene Work-Life-Balance. Eine Möglichkeit diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen ist etwa die Einführung flexibler Arbeitszeit- und auch Anwesenheitsmodelle. Das klassische “9 to 5”-Modell gilt in der Generation Y als eher unattraktiv.

Weg mit starren Programmen – Flexibilität ist gefragt

Flexibilität ist auch was finanzielle Zusatzangebote angeht ein gutes Stichwort. Denn auf Langfristigkeit angelegte Modelle wie etwa die betriebliche Altersvorsorge oder auch Aktienprogramme erscheinen der Generation Y heute nicht mehr attraktiv. Individuelle Bonussysteme schaffen größere Anreize. 

Damit die “Generation Y” überhaupt erst auf ein Unternehmen aufmerksam wird und es als attraktiven Arbeitgeber erachtet, muss auch das Employer Branding an Bedeutung gewinnen. Also die Gestaltung und Kommunikation einer überzeugenden Arbeitgebermarke. Und zwar nicht nur nach außen, auch nach innen. Das Instrument der Mitarbeiter-Empfehlung sollte nicht unterschätzt werden. 

Nach außen dürfen Unternehmen die Strahlkraft sozialer Netzwerke nicht länger unterschätzen. Die Generation Y ist online. Und vor der Entscheidung für die Bewerbung bei einem Arbeitgeber steht oft die ausführliche Recherche. Wer auf Arbeitgeber-Bewertungen wie etwa kununu.de schlecht da steht oder gar kritische Anmerkungen unkommentiert lässt, hat seine Chancen oftmals bereits verspielt.

Nur wer Perspektiven bietet, kann die Talente auch halten

Die Generation Y – sie steckt voller Tatendrang. Dies äußert sich etwa in der gestiegenen Lust auf Veränderung und der weitaus höheren Wechselbereitschaft. Sind die Talente also gewonnen, gilt es sie zu binden. Nur wer seinen Mitarbeitern eine langfristige Perspektive, Aufstiegschancen oder auch Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung bietet wird sie auch dann halten können, wenn das Unternehmen mal eine schwierige Phase durchmacht. Kurz gesagt: Personalarbeit wird künftig intensiver und anspruchsvoller werden. Wer im Kampf um die besten Köpfe gewinnen will, der muss sich dieser Herausforderung stellen. 

Autor: Michael Kolb (im Bild), Vorstand der QRC Group AG. Die QRC Group zählt mit 24 Partnern und rund 70 Consultants zu einer großen Personalberatung. Alle Partner sind erfahrene Berater und Praktiker mit eigener langer Berufs- und Managementerfahrung. Als Personalberater mit Hirn, Herz und dem detailierten Blick für die individuellen Herausforderungen der Kunden unterstützt die QRC Group viele namhafte Mittelstandsunternehmen in den Themen Executive-Search, Professionals-/Specialist-Search, Interim- und Trennungsmanagement.

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Kommentare

Um die Seite http://www.personaler.career/ indirekt zu zitieren, ist das Employer Branding auf Netzwerk-Plattformen äußerst wichtig. Vor allem für die Genration Y, wie richtig erkannt wurde. Aber neuerdings auch für die Generation Z, was für Personaler bedeutet noch mobiler online zu werden. So gibt es schon Unternehmen, die auf Plattformen wie Snapchat propagieren. Dies zeigt mir, dass es für Personaler schwerer denn je wird, Zielgruppen anzusprechen.

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