Kleines Einmaleins des mobilen E-Mail-Marketing

Mobile Marketing ist nach wie vor in aller Munde. Durch die hohen Verkaufszahlen von mobilen Endgeräten ist es wichtiger denn je, seine Kunden auch mobil anzusprechen und für sich zu interessieren. Durch das mobile Internet kann der Kunde schneller auf die „call to action“ reagieren und an jedem Ort nach Herzenslust shoppen. Laut einer aktuellen AGOF-Studie nutzen bereits 70,6 Prozent der User das Mobiltelefon für private E-Mails und 76,0 Prozent, um sich über Suchmaschinen zu informieren. Daher ist mobiles E-Mail Marketing ein unumgängliches Marketingwerkzeug. Um den Kunden auf Anhieb zu überzeugen, sollten E-Mail-Kampagnen und Newsletter auf das Endgerät zugeschnitten sein. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Endgeräte von Smartphone über Tablet und Laptop bis hin zum Computermonitor zu berücksichtigen. Die Vorteile von mobilem E-Mail Marketing liegen auf der Hand: zielgenaue und personalisierte Kampagnen können zeit- und ortsunabhängig versendet und empfangen werden. Im Bereich des mobile E-Mail Marketing sollte man einige Aspekte beachten, die sich positiv auf die Wahrnehmung des Nutzers und somit auch auf den Erfolg auswirken.

Zehn Tipps für erfolgreiche mobile E-Mail-Kampagnen

1 Mobile First-Design

Beim Gestalten des Newsletters oder der E-Mail-Kampagne empfiehlt sich das so genannte „Mobile First-Design“, ein gestalterischer Ansatz für Layouts. Dabei wird das Layout zunächst für das kleinste verwendete mobile Endgerät gestaltet. Die Layouts für die weiteren Endgeräte werden danach aufbauend auf dem ersten erstellt. Mit Hilfe des „Mobile First-Designs“ kann sichergestellt werden, dass nur Elemente verwendet werden, die auch auf dem kleinsten verwendeten Endgerät gut realisierbar sind. Mit diesem Ansatz können einige Umsetzungsschwierigkeiten bereits am Anfang verhindert werden. Die unterschiedlichen Layout-Größen werden mit einem responsive Design verbunden, womit sich das Layout automatisch dem jeweiligen Endgerät anpasst.

2 Die Buttongröße

Buttons animieren zur „Call to action“ und leiten den Nutzer zum umworbenen Produkt. Jedoch sollten bei kleinen Bildschirmen Buttongrößen sowie Abstände beachtet werden. Um eine gute Usability zu gewährleisten, wird bei Smartphones eine Button-Mindestgröße von 40x40 Pixeln empfohlen. Bei der Bedienung mit dem Daumen geht man sogar von bis zu 75 Pixeln aus. Die Abstände zwischen zwei Buttons sollten mindestens 40 Pixel betragen. Somit wird für den Nutzer lästiges Fehlklicken umgangen. Auf dem Tablet lohnt sich auch die Überlegung, Buttons auf die komplette Bildschirmbreite auszuweiten. Somit erzeugt der Button mehr Aufmerksamkeit und wird garantiert nicht verfehlt.

3 Textgröße und Kontrast anpassen

Um die Inhalte auf einem mobilen Endgerät leserlich darzustellen, empfiehlt es sich, die Textgröße und den Kontrast anzupassen. Da der Kunde mit Hilfe des mobilen Internets Newsletter auch im Park oder der Straßenbahn lesen kann gilt: Je kleiner der Bildschirm ist, desto größer sollte die Schrift und der Kontrast sein. Eine größere Schriftgröße auf kleineren Displays unterstützt zudem die Lesbarkeit und die Bedienfläche für Textlinks. Bei Inxmail empfehlen wir für Newsletter auf dem Smartphone eine Mindestschriftgröße von 12 Pixeln. Das ist allerdings vom Layout und der Schriftart abhängig, da eine zu große Schrift das Layout zerstören kann.

4 Kurze Wörter wählen

Wortungetüme sollten im mobilen E-Mail Marketing vermieden werden. Nicht selten kommt es vor, dass diese in zwei- oder dreispaltigen Artikeln zu Problemen führen. Worte wie: „Kirschkernweitspuckwettbewerb“ haben in Newslettern nichts verloren. Die Wörter brechen nicht um, ragen in die nachfolgende Spalte hinein oder vergrößern das Layout und führen somit zu unschönen Effekten für den Nutzer. Der Newsletter wird dadurch breiter als gewünscht, und es muss nach Informationen gescrollt werden. Eine Möglichkeit, diese Effekte zu umgehen, ist ein so genannter „zero width space“. Dieses Sonderzeichen entspricht einem Leerzeichen ohne Abstand. Durch diesen Trick kann die genaue Stelle des Umbruchs bei mangelnder Bildschirmbreite festgelegt werden, es erfordert allerdings eine manuelle Korrektur des jeweiligen Textes. Eine automatisierte Variante davon ist ein erzwungener harter Umbruch. Dabei werden die Wörter allerdings willkürlich und unschön am Zeilenende getrennt. Um dieser Art von Dilemma aus dem Weg zu gehen, ist es sinnvoll, nach Möglichkeit kurze Wörter zu verwenden. Alternativ kann man auch auf mehrspaltige Artikel verzichten.

5 Kurze, prägnante Betreffzeile

Bei mobilen Endgräten wie Smartphones geht man von einer minimalen Bildschirmbreite von 300 bis 320 Pixeln aus. Aus diesem Grund sollte man darauf achten, dass der E-Mail-Betreff kurz und prägnant ist. Nur so kann gewährleistet werden, dass dieser auch vollständig angezeigt wird. Auf dem Smartphone werden etwa 30 Zeichen des Betreffs auf dem Bildschirm dargestellt. Somit sind Betreffzeilen mit dieser maximalen Zeichenzahl ideal. Man sollte darauf achten, das Relevante für den Kunden so kurz und prägnant wie möglich zu formulieren, damit die E-Mail geöffnet wird.

6 Verlinkte Bilder

Die meisten mobilen Endgeräte unterstützen keine eingebetteten Bilder. Daher sollte ein Newsletter für Mobile Marketing ausschließlich verlinkte Bilder enthalten. In der Regel werden Bilder lediglich auf iPhones und anderen Apple Devices automatisch dargestellt. Andere Clients fragen nach einer Genehmigung, um die Bilder nachzuladen. Das Layout sollte daher den Kunden auch ohne Bilder überzeugen. Das sogenannte „Alt-Attribut“ kann an jedes Bild angehängt werden. Über das „Alt-Attribut“ steht an Stelle eines nicht angezeigten Bildes ein Text. Dieser kann beispielsweise eine Erklärung des Bildes oder eine Begründung für das Nicht-Anzeigen der Grafik bieten.

7 In unterschiedlichen Clients und Geräten testen

Das Layout mit responsive Design sollte unbedingt in unterschiedlichen E-Mail Clients und Endgeräten getestet werden, da die Darstellungen variieren. Viele Clients unterstützen nicht alle HTML-Features. Somit können die Newsletter nicht gleichmäßig dargestellt werden. Man sollte beachten, welche Geräte überhaupt ein responsive Design unterstützen. Nach aktuellem Stand der Technik wird ein vollständiges responsive Design von den Standard-Clients der Betriebssysteme iOS und Android ab der Version 4.0 unterstützt, wobei Elemente nur in iOS Clients umgebrochen werden sollten, da sie gezielt angesprochen werden können. Innerhalb einer Android-Version gibt es solche Clients, die Elemente umbrechen können und solche, die es nicht können. Es kann jedoch nur die komplette Android-Version angesprochen werden. Bei der Skalierung von Bildern im Zusammenhang mit responsive Design sollte man bei einer Verkleinerung die Lesbarkeit beachten und bei einer Vergrößerung eher hochauflösende Bilder nutzen.

8 Auf Mailgröße achten

Da mobiles Internet meistens ein begrenztes Datenvolumen hat, sollte auf die Gesamtgröße der mobilen Daten geachtet werden. Nichts ärgert Nutzer mehr als lange Ladezeiten. Und das kann dazu führen, dass der Newsletter noch vor dem Lesen gelöscht wird. Die Datengeschwindigkeit von mobilen Endgeräten kommt über das Telefonnetz und ist damit nicht vergleichbar mit der Geschwindigkeit eines DSL-Anschlusses. Einige Clients laden ab 50 KByte bereits nicht mehr die komplette E-Mail. Die restlichen Inhalte müssen nachgeladen werden. Die Gesamtgröße eines Mailings sollte daher im Idealfall unter 50 KByte liegen, sonst riskiert man, dass bestimmte Informationen dem Leser vorenthalten werden.

9 Browseransicht

Da viele E-Mail Clients Bilder unterdrücken oder schlichtweg das HTML nicht korrekt darstellen, gibt es die Möglichkeit, den Nutzern eine Alternative im Browser anzubieten. Der Browser stellt HTML in der Regel richtig dar. Somit sollte dem Nutzer bereits im Kopfbereich des Newsletters eine solche Ansicht angeboten werden. Der Nutzer wird dadurch auf eine Webseite geleitet, auf der der identische Newsletter abgebildet ist. Jedoch wird dieser im Browser aufgerufen und dem Nutzer korrekt und ohne Bildunterdrückung dargestellt.

10 Mobile Landeseite

Möchte man Nutzern von mobilen Endgeräten einen ebenso kompromisslosen Service bieten, spricht man von einer mobilen Landeseite. Die mobile Landeseite wird im Browser innerhalb des Endgeräts aufgerufen und dargestellt. In der Regel ist es sinnvoll, die Browseransicht und die mobile Landeseite getrennt anzubieten, da eine Browseransicht mit responsive Design nicht auf allen Endgeräten darstellbar ist. Natürlich sollten die Webseiten, auf die innerhalb des Newsletters verlinkt wird, auch mobil optimiert sein.

Fazit

Mobiles E-Mail Marketing ist ein wirkungsvolles Marketing-Werkzeug. Durch die richtige Umsetzung kann der Nutzer personalisierte Newsletter zu jeder Zeit empfangen, lesen, und er kann im Idealfall direkt zum Handeln animiert werden. Durch das richtige Auftreten im mobilen E-Mail Marketing bleibt man dem Kunden positiv in Erinnerung und kann seine Markenpräsenz sowie Umsätze gewinnbringend steigern.

Autor: Denis Simunec studierte Online-Medien an der Hochschule Furtwangen University. Er ist seit April 2013 bei Inxmail tätig und auf mobile Optimierung im Newsletter-Bereich spezialisiert.

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