Kommentar: Hi-Tech bringt traditionellen Einzelhandel wieder an die Spitze der Konkurrenz

Diese Herausforderung hat die hybris Labs dazu veranlasst, eine Reihe von innovativen technologischen Projekten zu entwickeln, die die intuitive Online-Erfahrung an den stationären POS bringen. Auf Basis von Echtzeit-Informationen darüber, was die Käufer beim Kauf denken, entwickelt das Team der hybris Labs rund um diese neuen Technologien Anwendungsfälle direkt im Laden. Die Hauptaufgabe des Teams besteht jedoch darin, die Welt des Kunden so exakt nachzuzeichnen, dass sich der Einkauf analysieren lässt und darauf in Echtzeit über alle Vertriebskanäle reagiert werden kann.

Zu diesem Echtzeit-Einzelhandelskosmos gehört zum Beispiel der Prototyp „Funky Retail“, bei dem strategisch angeordnete intelligente Sensoren in sogenannten Funky Boxes aufleuchten, sobald sich ein potenzieller Kunde dem Produkt nähert. Durch verschiedenfarbige Anzeigen informiert die Box den Verkäufer über die Verweildauer eines Kunden vor einem Produkt. Nimmt der Kunde ein Produkt in die Hand, startet ein kurzes Werbevideo auf einem Großbildschirm. Ähnlich aber in kleinerem Maßstab arbeiten die sogenannte Tiles (Kacheln), bewegliche batteriebetriebene Sensorplattformen, die mit einem Server-Hub verbunden sind und die Interaktion zwischen Kunde und Produkt anhand der Zahl physischer Kontakte messen.

Das „Changing Room“ genannte Szenario arbeitet ebenfalls ähnlich. RFID-Scanner identifizieren die in eine Umkleidekabine mitgebrachten Produkte, so dass das Verkaufspersonal präzise weiß, was einzelne Kunden zur Anprobe ausgewählt haben. Dadurch können sie zeitnah mit anderen Größen und Designs aufwarten, während der Kunde auf einem integrierten Tablet mit RFID-Verbindung in der Umkleide bequem durch Alternativen browsen kann.

Diese sofortige Abbildung der Vorlieben des Kunden generiert eine direkte Analyse in Echtzeit, deren Ergebnisse dem künftigen Marketing zugutekommen. Die Informationen rund um das Wahlverhalten der Kunden sollen den Einzelhandel dabei unterstützen, diejenigen Kunden zurückzugewinnen, die das reale Geschäft nur zum Showrooming nutzen, um dann online zu kaufen. Die Ausstellungsfläche im Laden kann reduziert und dem Kunden trotzdem ein veritables Omnichannel-Einkaufserlebnis geboten werden.

Technologie-Experten haben 2015 als das Jahr bezeichnet, in dem das „Internet of Things“ endlich zu Geschäftswachstum und besserem Service führen wird. Und guter Service schlägt sich direkt in Kundenzufriedenheit nieder, das gilt auch für den Lebensmittel- und Getränkehandel. Im Rahmen der Initiative „Oktoberfest of Things“ haben die hybris Labs einen Biertisch entwickelt, in dem Sensoren in den Bierdeckeln den Kellnern melden, wann ein Glas leer ist und Nachschub benötigt wird. Eine Erfindung, die die ewige Dankbarkeit der Biertrinker in überfüllten Kneipen garantieren sollte.

Der Einsatz dieser Technologien erfordert die vorherige Zustimmung der Kunden. Somit brauchen diejenigen Kunden, denen es bei der Vorstellung gruselt, dass Maschinen schneller als wir selbst wissen, was wir wollen, keine Bedenken zu haben. Mit dem „Smart Wine Shelf“ können Kunden durch Beantwortung einiger weniger Fragen ihr persönliches Weinkennerprofil erstellen. Dieses Profil wird direkt an das entsprechende Weinregal gesendet, das dem Kunden dann durch Lichtsignale den passenden Wein anzeigt.

Das auf B2B fokussierte Szenario „Augmented Commerce“ ermöglicht es Mechanikern, Maschinen oder Autos zu scannen und nach vorheriger Freigabe durch den zuständigen Vorgesetzten, den Hersteller online zu informieren, welche Teile ausgetauscht werden müssen.

Der Wettbewerb im Einzelhandel ist global und schnelllebig. In den letzten Jahren haben die Kunden die Führung über die Einzelhändler gewonnen und sind es inzwischen gewohnt, dass ihre Bedürfnisse und Wünsche online sofort erkannt werden. Sie erwarten, plattformübergreifend wie ein König behandelt zu werden. Durch proaktive Produktangebote basierend auf Kundenpräferenzen wird man Aussagen wie „Ich schau nur mal“ im Laden immer seltener hören – und eine echte Win-Win-Situation im neuen Kundenbeziehungs-Paradigma erreichen.

Autor: Nick Wood, Research & Communications Specialist der hybris Labs

 

RSS Feed

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags