Kommentar: Zur Bitkom-Studie zur Social-Media-Nutzung in Deutschland

Für Thomas Weyand (im Bild), Regional Director beim Anbieter von Web- und Social-Media-Lösungen Hearsay Social, ist der Aufwärtstrend ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings nur, wenn auch gezielt vorgegangen wird:

„Zuerst einmal ist die hohe Zahl an Unternehmen in Deutschland, die inzwischen Social Media aktiv einsetzen, zu begrüßen. Soziale Plattformen wir Facebook, Twitter oder LinkedIn gehören heute für fast alle zum privaten Alltag, warum sollten sie also nicht auch zum Geschäftsalltag gehören? Schon heute wollen die meisten Kunden nicht mehr stundenlang in Warteschleifen hängen sondern lieber über soziale Medien direkt mit Unternehmen – und den Menschen in diesen Unternehmen – in Kontakt treten. Auch andersherum zeigt sich schnell der Nutzen. Wenn man zum Beispiel unser Spezialgebiet – den Finanz- und Versicherungssektor – betrachtet, so wurden Geschäfte dort schon immer im direkten Kontakt getätigt. Früher geschah dies bei einer Tasse Kaffee im persönlichen Gespräch. Heute besteht durch die sozialen Medien zusätzlich eine einfache Möglichkeit für Berater in Verbindung und im Gedächtnis der Leute zu bleiben. Damit hat heute schon der Berater mehr Erfolg, der sich nicht auf nur auf das Abtelefonieren seiner Kunden verlässt, sondern derjenige, der aktiv Leute in seinem Netzwerk anspricht. Zusätzlich lässt sich über Social Media leichter ein Bedarf erkennen und eine starke eigene Präsenz aufbauen, damit man von potentiellen Neukunden kontaktiert wird.

Es ist aber natürlich nicht damit getan, dass man einfach ‚nur‘ auf einer der bekannten Plattformen vertreten ist. Unternehmen müssen ihrem Marketing-Team und ihren Vertretern die Möglichkeit geben, guten, wertvollen Content zu posten, um damit sowohl die Firmenmarke als auch die persönliche Marke der Vertreter in ihrer lokalen Community zu stärken. Viele Unternehmen machen, auch wenn sie Social Media anwenden, den Fehler, es zu wenig strukturiert zu tun. Wer einfach nur stur und ungezielt sendet, sich aber nicht auf die öffentliche Kommunikation einlässt, wird ebenso nie das volle Potential ausschöpfen, wie derjenige, der aus Angst, etwas falsch zu machen, fast gar nichts postet. Daher müssen Firmen ihre Mitarbeiter schulen und ihnen grundlegende Richtlinien an die Hand geben, so dass diese verantwortungsbewusst und effizient in sozialen Netzwerken mit Kunden und ihren lokalen Gemeinschaften kommunizieren können. Dass hier Nachholbedarf besteht zeigt auch eine Studie aus Großbritannien, wo fast 60 Prozent aller Berater Social Media aktiv nutzen, aber ein Viertel der Firmen sie dabei mit Richtlinien unterstützen.

Zusammenfassend kann man also sagen: Die 75 Prozent sind ein gute Zeichen und zeigen, dass wir in Deutschland auf dem richtigen Weg sind – aber nur, wenn die Unternehmen mit klarer Struktur, Zielsetzung und Sorgfalt vorgehen und Social Media damit auch die Aufmerksamkeit schenken, die es verdient. Verbunden mit dem Einsatz der richtigen Technologie können Mitarbeiter so authentisch und effektiv über die neuen Medien an Kunden herantreten und Beziehungen vertiefen.“

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