Pro & Kontra: Whitelabeling bei der Rechnungsstellung

(K)ein unbeschriebenes Blatt

Der Rechnungskauf über Drittanbieter gewinnt an Popularität. Aber muss es eine White-Label-Lösung sein? Nein, denn Online-Händler können vom Namen des Dienstleisters profitieren. Die wichtigste Währung im E-Commerce heißt Vertrauen. Denn nur wenn sich der Kunde sicher fühlt, kauft er tatsächlich ein. Die Auswahl der Zahlungsmethoden, die ein Online-Shop anbietet, ist ein wichtiger Faktor, um dieses Vertrauen herzustellen. Die Deutschen wollen beim Online-Einkauf am liebsten mit Rechnung bezahlen – das verwundert nicht: Der Kunde bezahlt erst nach Erhalt der Ware, geht also kein Risiko ein. Das fördert sein Vertrauen in den Online-Shop – und die Wahrscheinlichkeit, dass er wiederholt dort einkauft, steigt. Das wissen auch die Händler. Immer mehr Online-Shops bieten deshalb Rechnungskauf als Zahlungsmethode an – und immer häufiger setzen die Händler dabei auf Dienstleister wie Klarna. Mancher von ihnen befürchtet aber, dass es den Kunden verwirrt, wenn er die Rechnung von Klarna bekommt und nicht vom Online-Shop selbst. Ist eine White-Label-Lösung deshalb besser? Mitnichten. Online-Käufer achten bei ihrer Kaufentscheidung nicht nur darauf, ob der Shop vertrauenswürdig ist – sondern auch, ob er auf bekannte und verlässliche Partner setzt. Das gilt für Logistikpartner ebenso wie für Zahlungsdienstleister. Eine Marke wie Klarna kann zusätzlich Vertrauen herstellen und dem Käufer ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Denn immer mehr Online-Shopper kennen die Services von Klarna. Inzwischen haben mehr als 8 Millionen Endkunden damit eingekauft – Tendenz steigend, denn auch die großen Online-Shops bieten Rechnungskauf zunehmend über den Marktführer an. Ein Name wie Klarna wird damit immer mehr zu einem Synonym für sicheren Rechnungskauf im E-Commerce.

Mikael Wintzell ist Vertriebschef bei Klarna DACH. Davor war er bereits acht Jahre in führenden Positionen bei verschiedenen Unternehmen in der europäischen Payment-Branche tätig.

 Unternehmen profitieren von bekanntem Namen

Payment und speziell der Rechnungskauf sind im Online-Handel ein sensibles Feld: Für den Händler ist es mit hohen Risiken verbunden, der Kunde wünscht aber einfache und für ihn vorteilhafte Lösungen. Bei etablierten Shops, die eine hohe Kundenreputation haben, kann es den Kunden verwirren, wenn er bei der Bezahlung auf fremde Marken von Dienstleistern stößt oder auf eine externe Seite umgeleitet wird. Für Onlineshops, die noch keine hohe Kundenbindung haben, kann gerade beim Kauf auf Rechnung der Hinweis auf einen professionellen Anbieter jedoch vertrauensbildend sein und die Kaufabbruchquote senken. Das gleiche gilt für den Ratenkauf und das nachgelagerte Mahnwesen. RatePAY gehört als  EOS-Tochter der Otto Group an, die mehr als 60 Jahre Erfahrungen im Versandhandel hat.

Zu unseren Kunden zählen sowohl Webshops, deren Namen bereits hohes Kundenvertrauen genießen, als auch solche, die erst Fuß fassen und Kunden generieren müssen. Daher bieten wir beide Lösungen an. Der Shopinhaber entscheidet, ob auf seiner Website RatePAY als professioneller Payment-Dienstleister in Erscheinung tritt oder er die ganze Zahlungsabwicklung als Whitelabel-Lösung wählt. RatePAY tritt hier als Marke nicht in Erscheinung und der Zahlungsvorgang bleibt ganz im Look & Feel des Shops. So kann jeder Händler die Methode wählen, die im Blick auf seine Zielgruppe am besten geeignet ist. In beiden Fällen übernimmt RatePAY das Risiko von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen, indem wir bei jedem Käufer noch während des Check-out dessen Zahlungsausfallrisiko prüfen. Damit der Händler den Überblick über alle Bestellungen behält, können die Transaktionen über ein Portal in Echtzeit nachverfolgt werden.

Miriam Wohlfarth hat RatePAY im Dezember 2009 mitgegründet und ist gemeinsam mit Jesper Wahrendorf dessen Geschäftsführerin. Vor der Gründung von RatePAY war sie Deutschland-Chefin des international agierenden Payment-Service-Providers Ogone.

Kunden wollen Kauf auf Rechnung

Bekannte Zahlungsarten beziehungsweise Marken wie PayPal, Sofortüberweisung usw. sorgen bei Erstkunden im E-Commerce für Vertrauen. Dennoch darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass White-Label-Bezahlarten wie der „Kauf auf Rechnung“ von Käufern in Deutschland oft favorisiert werden – im Unterschied etwa zu Frankreich und Großbritannien. E-Commerce-Anbieter, die sich dem verschließen, schöpfen ihr Marktpotenzial nicht aus. Unflexible Händler mit einem begrenzten Angebot an Zahlungsarten, die auf „Whitelabel-Lösungen“ wie den Rechnungskauf verzichten, riskieren sogar den Kaufabbruch in letzter Minute. Dann hilft auch das beste Marketing, das beste Angebot und der beste Internetauftritt nicht weiter.

Für E-Commerce-Anbieter ist der „Kauf auf Rechnung“ zudem die kostengünstigste Variante, die aber gleichzeitig auch mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Zahlungsausfälle bereits im Vorfeld weitgehend zu vermeiden, muss das Ziel sein. Swiss Post Solutions (SPS) Deutschland bietet jetzt gemeinsam mit einem renommierten Partner das Management des gesamten Bezahlprozesses an – von der Bonitätsprüfung über die Rechnungsstellung bis zum Inkasso.

Unternehmen, die bereit sind, das Thema „Kauf auf Rechnung“ vorurteilsfrei neu zu bewerten, erschließen sich ein großes Wachstumspotenzial im Online-Handel. In den meisten Fällen ist es sinnvoll, diese Business-Prozesse komplett auszulagern, da ihre Komplexität im eigenen Unternehmen nicht abgebildet werden kann und zu viele Ressourcen binden würde.“

Peter Bauknecht ist Solution Director bei Swiss Post Solutions. Zuvor war er Geschäftsbereichsleiter bei Vodafone Information Systems und leitete davor das Produktmanagement bei RWE Systems.
  • Mikael Wintzell, Vertriebschef bei Klarna.
  • Miriam Wohlfahrth ist Geschäftsführerin bei RatePay.
  • Peter Bauchknecht ist Solution Director bei Swiss Post Solutions.
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