Standortwahl: Was Sie noch nie von PSPs erfahren haben

Warum interpretiert jeder PSP das Geldwäschegesetz unterschiedlich?

Die sogenannte Payment Services Directive und die Money Laundering Directive der EU regulieren Payment Service Providers (PSPs), wenn sie Finanzgeschäfte mit Händlern und Konsumenten innerhalb der EU treiben. Und sie werden in jedem Land etwas anders ausgelegt. Eines der Ziele aller Finanzaufsichtsbehörden in der EU ist es, Geldwäsche zu unterbinden. Aber weder für PSPs noch für Banken gibt es ein eindeutiges Regelwerk, das sagen würde: „Dies ist erlaubt, das aber nicht.“ Die eingesetzten Kontroll- und Überwachungsmechanismen bilden vielmehr ein Gerüst, das aus Grenzen und Orientierungshilfen besteht und helfen soll, je nach Kontext Entscheidungen über das etwaige Risiko zu treffen. Diese Systeme sind Aussiebmechanismen. So sind die alltäglichen E-Commerce-Geschäfte ohne Einzelfallprüfung durchführbar. Herausgefiltert werden diejenigen Transaktionen, die einer näheren Betrachtung bedürfen.

So weit das regulatorische Umfeld. Seiner Rolle gemäß agiert ein PSP aber oft als bloße Schnittstelle zu einem oder mehreren regulierten Unternehmen. Ein international tätiger PSP mit mehreren angeschlossenen Händlern arbeitet mit Finanzinstituten, die unterschiedlichste Finanzprodukte haben. Allein bei Kartenprodukten unterscheiden sich die spezifischen Kontrollmechanismen bei Guthaben-, Kredit- und Prepaidkarten, bei Ausgebern und Akzeptanzgebern, bei VISA und MasterCard. Der PSP ist oft am Ende einer langen Wertschöpfungskette für Finanzprodukte, die an jeder Station eigene Regularien hat. Die PSPs wiederum unterliegen ihren ganz eigenen Entscheidungsfindungsrichtlinien und Grenzen. Dies lässt entsprechend ziemlich große Interpretationsspielräume. Autor: John Fernandez, Legal Counsel bei PPRO, einem Lösungsanbieter für internationale elektronische Bezahlprozesse mit Hauptsitz in London.

Warum ist Liechtenstein ein guter Standort für PSPs?

Liechtenstein ist der ideale Standort für Unternehmen, die in den EU-Ländern, der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein ihre Dienstleistungen anbieten möchten. Der Grund: Von Liechtenstein aus ist dies unproblematisch ohne besondere Genehmigungen und andere Formalitäten möglich; hinzu kommen die moderaten Steuern für Unternehmen.  Außerdem genießt Liechtenstein in der Geschäftswelt einen hervorragenden Ruf und gilt in Europa als erste Adresse für hochwertige Finanz-Produkte und -Dienstleistungen. Auch dieser Imagefaktor ist für uns als Payment-Partner wichtig. Dass Liechtenstein im Herzen Europas liegt und von dort aus via Auto oder Flughafen Zürich alles unkompliziert zu erreichen ist und sehr qualifizierte Leute aus ganz Europa anzieht, spricht auch sehr für den Standort.

Zum Hintergrund: Liechtenstein ist Teil des schweizerischen und europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und ermöglicht es uns, unsere Dienstleistungen in beiden Wirtschafträumen anzubieten. Als EWR-Mitglied besteht für die liechtensteinischen Unternehmen ein direkter Zugang zum EU-Binnenmarkt. Wir als Payment-Dienstleister profitieren vom sogenannten EU-Pass, einem System, das es den Anbietern von Finanzdienstleistungen, die bereits im EWR zugelassen sind, erlaubt, ihre Leistungen ohne weitere Genehmigungsanforderungen auch in den anderen EWR-Staaten anzubieten. Das Land Liechtenstein und dessen Behörden sind stets bemüht, Innovation und hohen qualitativen Anspruch zusammenzubringen, um eine markgerechte und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Das wird unterstützt durch eine sehr stabile Sozial-, Rechts- und Wirtschaftsordnung sowie das hohe Maß an politischer Kontinuität und Stabilität. Innovative Unternehmen sowie der Anspruch, hohe Qualität zu bieten, stehen für diesen Wirtschaftsstandort.

Weitere Merkmale sind: Liberale Wirtschaftspolitik, liberales Gesellschaftsrecht, moderate Unternehmensbesteuerung, solide Finanzpolitik der öffentlichen Haushalte, starker Schweizer Franken als gesetzliches Zahlungsmittel, überschaubare Größe, die Flexibilität und kurze Entscheidungswege mit sich bringt. Außerdem eine große Kapitalkraft der öffentlichen Hand, AAA-Länder-Rating durch Moody's und Standard & Poor's und Nischenprodukte, die europakompatibel sind. Autor: Dr. Marcel Vaschauner, CEO von Loviit, das sich als „unkomplizierter Payment-Partner für den Online-Handel“ bezeichnet.

Standort Luxemburg – offen für innovative Geschäftsmodelle

@kt: Warum nach Luxemburg? Yapital hatte vor vorneherein eine europäische Expansion im Blick, und wo geht es schon europäischer zu als in diesem kleinen Großherzogtum, das gleichzeitig bedeutender Finanzplatz und EWG-Gründungsmitglied ist? Wo herrscht schon ein solch kosmopolitisches Flair, eine solche Multikulturalität; mit Lëtzebuergesch, Französisch, Deutsch und Englisch eine solche Vielsprachigkeit? Vor allem aber bietet uns das Großherzogtum Luxemburg ein ideales Geschäftsumfeld. Um eine neue, noch dazu beispiellose Zahlart wie Yapital nachhaltig am Markt zu etablieren, sind nicht zuletzt eine moderne Gesetzgebung mit gleichzeitig sehr strikten Vorgaben bezüglich der Datensicherheit, eine umfassende Bankenregulierung und strenge Anti-Geldwäsche-Richtlinien essenziell. Luxemburg bietet all dies und erlaubt es uns, Geschäftspartnern und Konsumenten ein maximal sicheres Handlungsumfeld zu bieten. Gerade im Zuge der NSA-Affäre haben wir festgestellt, dass das Vertrauen in eine europäische Auffassung von Datensicherheit eine enorm große Rolle spielt – ob nun auf Unternehmens- oder Endkundenseite. 

Luxemburg ist außerdem bereits erfahren im Aufbau neuer Geschäftsmodelle. So profitiert Yapital von der Expertise der regulatorischen Aufsicht. Wir nutzen modernste Rechenzentren, die höchste Sicherheitsstandards erfüllen, und können außerdem jederzeit auf eine große Zahl ausgewiesener Experten auf den Gebieten Risk, Compliance, Support, Finance oder IT zurückgreifen. Es ist diese einzigartige Kombination aus moderner europäischer Gesetzgebung, der Offenheit für neue Geschäftsmodelle und den Menschen, die Luxemburg für uns, für Yapital zur ersten Wahl macht. Eigentlich gab es keine andere. Autor: Nils Winkler ist Chairman of the Board und Mitarbeiter Nummer eins von Yapital, einem bargeldlosen Cross-Channel-Payment über alle Kanäle hinweg: stationär, mobil, online sowie per Rechnung.

  • Nils Winkler, Chairman of the Board bei Yapital
  • PPRO setzt auf England als PSP-Standort
  • Yapital setzt auf Luxemburg als PSP-Standort
  • John Fernandez, Legal Counsel bei PPRO
  • Dr. Marcel Vaschauner, CEO von Loviit
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