Studie: Skepsis vor Mobile Shopping nimmt ab

Immer mehr Mobile-User nutzen ihr Tablet oder Smartphone zum Shopping -  dies belegt die ForwardAdGroup in ihrer aktuellen „Mobile Effects“ Studie. Insgesamt 1.433 Personen hat der Digitalvermarkter in der zwölften Erhebung der seit 2010 durchgeführten Studienreihe zu ihren Surf- und Kaufgewohnheiten  sowie zur Nutzung von Smartphones und Tablets im Alltag befragt.

Mobiles Einkaufen: Vom Feind zum Freund

Der Einkauf über mobile Geräte wird langsam aber sicher zur Routine: Mittlerweile nehmen knapp 60 Prozent der Smartphone-Nutzer das Tablet und knapp 40 Prozent das Smartphone zur Hand, um Online-Käufe abzuwickeln. Zu den meist gekauften Produkten der Mobile-Shopper zählen vor allem Bücher und E-Books, aber auch Elektrogeräte und Unterhaltungselektronik stehen gefolgt von Bekleidung hoch im Kurs. Doch auch vor der Kaufentscheidung setzen viele Mobile-User bereits auf digitale Unterstützung – zum Beispiel beim Preisvergleich. 58,4 Prozent der Befragten vergleichen Preise ihrer Wunsch-Produkte auf dem Tablet und 44,7 Prozent auf dem Smartphone. Auch wenn diese Preisinformationen oftmals direkt unterwegs (z.B. am Point of Sale) abgerufen werden, sind die Geräte durchaus keine reinen „To-Go-Medien“. Vielmehr greift mit 76,4 Prozent der Großteil der User auch zuhause zu den smarten Devices um Preise im Netz zu recherchieren.

 

(Bildquelle: IFH Köln 2012)

 

Kommt es zum tatsächlichen Kauf, so ist vor allem der Wert der Anschaffung entscheidend für die Wahl des Mediums. Während bei kleineren Beträgen am liebsten Smartphone und Tablet verwendet werden, zieht der Großteil für teurere Anschaffungen, die die 50 Euro Marke überschreiten, den stationären PC hinzu. Der größere Screen ermöglicht den Befragten in diesem Fall, sich detailliert zu informieren, großflächige Produktbilder anzusehen und den Kauf gründlich abzuwägen.

Deutlich zeigt sich, dass das Potential im M-Commerce Bereich noch lange nicht ausgeschöpft ist: So können sich knapp 30 Prozent der Befragten, die noch nie über ihr Smartphone eingekauft haben, vorstellen, dies zukünftig zu tun.

Zur richtigen Zeit am richtigen Device

Etwa 80 Prozent der Internetnutzer in Deutschland besitzen ein Smartphone und knapp 46 Prozent können in 2016 auch ein Tablet ihr Eigen nennen. Auch die Nutzung steht dem im Nichts nach: Sowohl der Großteil der Smartphone als auch Tablet Besitzer haben ihr Gerät mehrmals täglich in Gebrauch. (Smartphone: 83,5 Prozent; Tablet: 62,4 Prozent). Gegen Abend erreicht die Nutzung beider Devices ihren Höhepunkt: Zwischen 17 und 20 Uhr, also zur klassischen „Drive-Time“, werden Smartphones am intensivsten genutzt. In diesem Zeitraum befinden sich viele Berufstätige auf dem Weg nach Hause und vertreiben sich die Fahrtzeit um mit dem Smartphone im Web zu surfen oder Nachrichten zu schreiben. Bei Personen, die sowohl ein Tablet als auch ein Smartphone besitzen, wird am Abend häufig von dem Smartphone auf das Tablet gewechselt. Dann kommt es verstärkt auch dazu, dass das mobile Internet parallel zum TV genutzt wird: Immer mehr User – mittlerweile 85 Prozent -  greifen fast täglich vor dem Fernseher zu ihrem Smartphone.

„Seit unserer ersten Mobile Effects Studie im Jahr 2010 wächst die mobile Internetnutzung rasant und ist insgesamt in den letzten sechs Jahren um 90 Prozent gestiegen. Nun ist deutlich zu spüren, dass das Tablet nachzieht und sich ebenfalls zum Standard-Medium entwickelt hat“, sagt Sonja Knab, Director Research & Marketing bei der ForwardAdGroup (im Titelbild). „Spannend ist vor allem, dass die anfängliche Skepsis beim Mobile Shopping deutlich nachgelassen hat. Die Nutzer kaufen nicht nur vermehrt mobil ein, sondern wünschen sich auch noch mehr Angebote und Dienstleistungen, die sie über ihr Smartphone in Anspruch nehmen können“, so die Marktforscherin.

Über die Studie

Die in regelmäßigen Abständen durchgeführte Studie soll Kunden und Agenturen die Möglichkeit bieten, den mobilen Markt besser zu verstehen und Hilfestellungen bei der Planung von mobiler Werbung zu geben. Die Studie wurde 2010 das erste Mal durchgeführt und nun zum zwölften Mal veröffentlicht.

Um die mobile Medienlandschaft möglichst breit abzubilden wurden im Februar 2016 1.433 Personen im ForwardAdGroup Netzwerk zur mobilen Internetnutzung befragt. Die im folgenden getroffenen Aussagen beziehen sich alle auf die Nutzer des ForwardAdGroup Netzwerkes. In Bezug auf die deutsche Internetbevölkerung können aber natürlich Tendenzaussagen getroffen werden.

Alle Ergebnisse der Studie „Mobile Effects 2016“ finden Sie online.

(jm)

0
RSS Feed

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags