Twitter beliebtester Kanal für schnelle Regierungsinteraktion

In den letzten vier Jahren hat sich Twitter unter internationalen Staatsoberhäuptern zum beliebtesten Social-Media Kanal entwickelt, da über diesen ein großes Publikum mit gezielten Botschaften erreicht werden kann. Das ist das Ergebnis der Twiplomacy Studie von Burson-Marsteller, einer jährlichen globalen Studie, die den Umfang der Twitternutzung von internationalen Führungspolitikern sowie deren Vernetzung in sozialen Netzwerken ermittelt.

Regierungen legen immer stärker Wert auf die Kommunikation in den sozialen Medien und integrieren in ihren jeweiligen Tweets vermehrt Bilder und Videos. Die französische Regierung @Elysee postet beispielsweise  regelmäßig sechs Sekunden lange Vine Videos, um Staatsbesuche zusammenzufassen oder ihre Mannschaft anzufeuern – wie es auch das deutsche Außenministerium während der Fußballweltmeisterschaft getan hat. Einige wenige Regierungen, darunter der Elysée Palast und der Kreml, sind zudem Vorreiter in der Nutzung von Periscope, Twitters neuer Livestreaming-Anwendung. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos ist ebenfalls seit kurzem auf Periscope aktiv, wo er die Fortsetzung der Luftschläge gegen die FARC Rebellen ankündigte.

Die heute veröffentlichte Studie analysierte 669 Regierungsaccounts in 166 Ländern und zeigt, dass 86 Prozent aller 193 Regierungen der Vereinten Nationen (UN) auf Twitter präsent sind. 172 Staats- und Regierungschefs haben persönliche Twitteraccounts, während nur 27 Länder, überwiegend in Afrika und Asien-Pazifik, Twitter nicht nutzen.

„Die Burson-Marsteller Twiplomacy Studie ist zu einem wichtigem Messinstrument der Macht und Reichweite sozialer Medien geworden”, sagte Donald A. Baer, Chair und CEO von Burson-Marsteller weltweit. „Die vierte jährliche Burson-Marsteller Twiplomacy Studie bietet entscheidende Einsichten über die Kommunikationspraxis und Bedürfnisse regierender Führungspolitiker auf der ganzen Welt”.

Die fünf wichtigsten Persönlichkeiten mit den meistern Followern sind US-Präsident Barack Obama (@BarackObama) (57 Millionen Follower), Papst Franziskus (@Pontifex) mit insgesamt 20 Millionen Followern auf seinen neun verschiedensprachigen Accounts, Indiens Premierminister @NarendraModi, der türkische  Präsident Recep Tayyip Erdoğan (@RT_Erdogan) sowie das Weiße Haus @WhiteHouse. Allerdings folgen die meisten dieser Personen nur selten anderen Kollegen und sind überdies nur wenig dialogorientiert. @BarackObama und das @WhiteHouse folgen jeweils nur vier anderen Regierungsoberhäuptern: Der norwegischen Premierministerin Erna Solberg, dem russischen Politiker Dmitri Medwedew, der Regierung des Vereinigten Königreichs sowie Estlands Außenminister Keit Pentus.

Europäische Außenminister nutzen Twitter vermehrt, um sich miteinander zu verbinden und ein virtuelles diplomatisches Netzwerk zu knüpfen. Der französische Außenminister Laurent Fabius (@LaurentFabius) ist mit 100 Kontakten der am besten vernetzte Außenminister. Das russische Außenministerium folgt auf dem zweiten Platz mit 93 Twitter-Kontakten zu anderen Führungspositionen. Das Außenministerium in Paris liegt mit 90 Kontakten auf Platz drei.

„Diese Studie zeigt anschaulich, dass Regierungen versierter und professioneller mit den sozialen Medien umgehen als früher“, sagte Jeremy Galbraith, CEO von Burson-Marsteller Europa, Mittlerer Osten und Afrika und Global Chief Strategy Officer. „Es ist interessant zu beobachten, wie Außenminister ihre sozialen Strategien verfeinern und gleichzeitig stabile und engagierte Teams aufgebaut haben, die ihre Onlinekanäle verwalten. Wir glauben, dass Unternehmen im Umgang mit Twitter eine Menge von Regierungen und ihren Führungspersonen lernen können.“

Über 4.100 Botschaften und Repräsentanten sind mittlerweile auf Twitter aktiv. In New York, Washington, London und Brüssel nutzen die meisten diplomatischen Missionen Twitter, um eine Stimme im digitalen Bereich zu haben. Ein Großteil der Botschaften aus Kanada, der EU, Frankreich, Israel, Mexiko, der Niederlande, Polen, Russland, Spanien, Schweden, der Türkei, der Ukraine, dem Vereinigten Königreich und der USA sind auf Twitter vertreten. Es ist nahezu unmöglich, Diplomat im Außenministerium zu werden, wenn man keine digitalen Tools nutzt.

„Ich bin immer wieder darüber erstaunt, wie schnell sich Regierungen an die sich stetig wandelnde soziale Medienlandschaft anpassen“, sagt Matthias Lüfkens, Digital Practice Leader bei Burson-Marsteller EMEA und Autor der Studie. „Einige Regierungen gehen mittlerweile sehr professionell mit den sechs-Sekunden Vine Videos von Twitter um, andere nutzen bereits aktiv Periscope, Twitters neuste Livestreaming-Anwendung.“

Die vollständige Analyse und die Ergebnisse finden Sie online.

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