Institut für Demoskopie Allensbach

Es gab bei der Gründung des Allensbacher Instituts 1947 ein Vorbild, das heute kaum mehr bekannt ist. Später weltberühmte Wissenschaftler wie Paul F. Lazarsfeld, Marie Jahoda, Hans Zeisel gründeten um 1930 in Wien die Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle. Im Auftrag der Industrie machten sie Marktforschung für Tee, Kaffee, Schokolade, Herrenanzüge, Schuhe und andere Produkte und Dienstleistungen, um die neue Methode der Soziographie auf praktische Probleme anwenden zu können. "Es gibt keine edlen und unedlen Gegenstände der Forschung" erklärte Lazarsfeld 20 Jahre später seinen Studenten an der Columbia University New York.
Marktforschung, Mediaforschung, Sozialforschung und aktuelle politische Meinungsforschung mit den gleichen Instrumenten, mit der gleichen Sorgfalt und dem gleichen Verantwortungsgefühl zu betreiben - das war von Beginn an Grundsatz der Arbeit des Allensbacher Instituts. Alle Studien sollen ein gleichmäßiges wissenschaftliches Niveau haben. Wo immer möglich werden verschiedene Themenbereiche - Marktforschungs- mit Sozialforschungsergebnissen - verknüpft. Man versteht den Verbraucher besser, wenn man den Horizont weit zieht, den Zeitgeist einbezieht in die Analyse.

"Doppeltes Engagement" nannte Lazarsfeld die Verpflichtung sowohl gegenüber Auftraggebern aus Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Politik wie gegenüber der Grundlagenforschung. Dieses "doppelte Engagement" ist für das Allensbacher Institut zur Organisationsidee geworden. Zusammen mit Auftragsforschung werden die Methoden entwickelt, Theorie und Empirie entfalten sich in Wechselwirkung. Über 750 wissenschaftliche Veröffentlichungen und Lehraufträge an Universitäten für Allensbacher Wissenschaftler zeugen von diesem "doppelten Engagement".
Diese Konzeption, die Verbindung von wissenschaftlicher Qualifikation auf Universitätsniveau und praxisnaher Erfahrung in der Durchführung von Markt- und Sozialforschung begründet vor allem die Leistungsfähigkeit des Allensbacher Instituts. Die Zahl der hauptberuflichen Mitarbeiter ist auf weniger als hundert begrenzt, darunter etwa 25 Wissenschaftler. Auf ungebremstes Wachstum hat das Allensbacher Institut im Interesse der Forschungssorgfalt verzichtet.

Dieses Konzept und die Unabhängigkeit des Allensbacher Instituts sind durch die Stiftung Demoskopie Allensbach, bei der die Institutsanteile seit 1996 liegen, auch für die Zukunft gesichert.

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