Vier Wege, wie digitale Start-ups an Kapital kommen

Start-up ist nicht gleich Start-up: Eine kleine Internetfirma, die eine Lifestyle-App anbietet, hat andere Bedürfnisse als ein groß angelegter Online-Versand. „Welche Finanzierung sich für eine Unternehmensgründung eignet, hängt stark vom Geschäftsmodell und dessen Zielsetzungen ab. In der Gründungsphase kann der Investitionsbedarf noch gering sein, spätestens beim Markteintritt jedoch können hohe Marketingkosten entstehen“, sagt Dr. Christoph Westerburg vom Start-up Team der Deutschen Bank in Berlin. Der Experte rät, auch den angepeilten Zeitplan in die Entscheidung miteinzubeziehen. „Schon in der frühen Phase der Gründung empfiehlt es sich, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen“, so Dr. Westerburg. Start-ups können bei der Finanzierung ihrer Idee in der Regel zwischen vier Möglichkeiten wählen:

1. Investoren, die Flügel verleihen: Business Angels und Venture Capitalists

Wer für seine Idee noch weiteres Eigenkapital oder eigenkapitalnahe Finanzierungen sucht, ist hier auf Investoren mit größerem Risikoappetit angewiesen. Um sogenanntes Wagniskapital können Gründer sich bei Business Angels und Venture Capitalists bewerben. In der Regel bieten sie den Unternehmen nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern stehen ihnen auch mit Branchenwissen und einem umfassenden Netzwerk zur Seite. „Für alle Investoren gilt: Sie lassen sich nicht allein von effektvollen Präsentationen beeindrucken. Gefragt sind effiziente Prozesse, konkrete Zahlen und ein detaillierten Businessplan“, sagt der Experte.

2. Mit vielen Unterstützern ans Ziel: Crowdfunding

Wer glaubt, dass er mit seiner Idee viele Menschen begeistern wird, kann sein Glück auf einer Crowdfunding-Plattform versuchen. Dort tummelt sich aber mittlerweile viel Konkurrenz. „Um Nutzer langfristig für das eigene Projekt zu begeistern, sollten Start-ups Investoren bei der Stange halten, indem sie regelmäßig über den Fortgang des Projekts informieren und Fortschritte vermelden“, rät der Experte. Außerdem empfiehlt er, die Kampagne erst in einer fortgeschrittenen Gründungsphase zu starten und sich gegen Ideendiebstahl abzusichern.

3. Anschubfinanzierung für gute Ideen: Bankkredite

Wenn das Geschäftsmodell des Start-ups bereits die ersten Cashflows generiert, kann unter Umständen auch ein Bankkredit bei den nächsten Schritten des Wachstums helfen. Bevor das Darlehen bewilligt wird, müssen die Unternehmen jedoch ihre Bonität beweisen. Der Tipp vom Experten: „Je besser Banken das Start-up bereits aus der Zusammenarbeit in frühen Gründungsphasen kennen, desto besser ist die Grundlage für eine Kreditentscheidung. “

4. Vielseitige Starthilfe: Staatliche und private Förderprogramme

Wie wichtig junge Unternehmen mit frischen Ideen für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind, haben auch staatliche Institutionen und private Firmen erkannt. Im Rahmen unterschiedlicher Förderprogramme unterstützen sie Start-ups mit finanziellen Mitteln oder Beratungsleistungen. Die Agentur für Arbeit (arbeitsagentur.de) vergibt zum Beispiel Zuschüsse und die KfW (kfw.de) unterstützt mit dem „Gründercoaching“ Beratungsstunden. Einen umfassenden Überblick über alle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union gibt zudem die Förderdatenbank (foerderdatenbank.de/).

Über den Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“

„Stadt, Land, Netz! Innovationen für eine digitale Welt“: Unter diesem Motto sucht der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2015 Projekte, die die Digitalisierung in Deutschland voranbringen. Die Gewinner aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Bildung und Gesellschaft stehen am 11. Mai fest. Weitere Informationen unter www.ausgezeichnete-orte.de.

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