Vorsicht vor Weihnachtsgeschenken auf Pump: Überschuldung wird immer stärker von Konsumentenkrediten getrieben

Deutschland, Insel der Glücksseligen? Während die anderen europäischen Länder noch immer unter der Euro-Krise leiden, macht sich in Deutschland vorweihnachtliche Shopping-Stimmung breit. Das von der GfK-Marktforschung ermittelte Konsumklima-Barometer ist pünktlich zum Dezember auf 7,4 Punkte gestiegen - der höchste Wert seit gut sechs Jahren! Die Gründe hierfür sind denkbar einfach: Die Arbeitslosigkeit ist nahezu auf dem niedrigsten Stand seit zwanzig Jahren, die eigenen wirtschaftlichen Aussichten werden von immer mehr Bundesbürgern optimistisch eingeschätzt und die extrem niedrigen Zinssätze verleiden den Deutschen das Sparen.

Rekord-Weihnachtsgeschäft für den Handel, Überschuldungsgefahr für Konsumenten

Für den deutschen Einzelhandel sind es besonders erfreuliche Zahlen: Der deutsche Einzelhandelsverband HDR erwartet, dass die Bundesbürger im diesjährigen Weihnachtsgeschäft insgesamt 81 Milliarden Euro ausgeben werden - die bisher höchste Summe seit Bestehen der Bundesrepublik. Doch Verbraucherschützer warnen auch vor der Schattenseite der neuen deutschen Kauflaune. Bereits jetzt gelten 6,6 Millionen Deutsche als überschuldet, das sind rund zehn Prozent aller Erwachsenen. Neben Schicksalsschlägen wie dem plötzlichen Verlust des Arbeitsplatzes oder langen Krankheiten werden auch immer öfter Konsumentenkredite, bspw. für teure Weihnachtsgeschenke, als Ursache für die Verschuldung ausgemacht.
Gerade zur Weihnachtszeit locken nicht wenige Unternehmen mit angeblich unschlagbaren Ratenkrediten. Selbst Verbraucher, die sich das eigentlich bereits nicht mehr leisten können, greifen dann bei den derzeit angesagten Smartphones oder den als Super-TVs angepriesenen UHD-Fernsehern zu. "Natürlich gibt es dann zu Weihnachten bei den Beschenkten glückliche Gesichter - das böse Erwachen folgt dann aber oft im neuen Jahr, wenn die Rechnungen nicht mehr rechtzeitig bezahlt werden können", sagt Joachim Pietsch, Geschäftsführer vom Inkasso-Unternehmen HFG, das u.a. als Spezialist für Kleinstforderungen gilt.

Wenn es nach Weihnachten düster wird: Rechtzeitig um eine Umschuldung bemühen

Laut Branchenexperten belaufen sich die durchschnittlichen Schulden in Deutschland aktuell pro Kopf auf 33.500 Euro. Wurden die Schulden aufgenommen, um beispielsweise ein Eigenheim zu erwerben, stellen sie in der Regel kein Problem dar - zumindest, wenn vorher eine solide Finanzplanung erfolgte. Ganz anders stellt es sich jedoch dar, wenn Verbraucher etwa aufgrund von Strom- und Nebenkostennachzahlungen oder eben auch überteuerten Konsumentenkrediten in die Verschuldungsspirale "hineinschlittern". Statt über den Immobilienerwerb in die eigene Zukunft zu investieren, sind diese finanziellen Belastungen aus Leistungen entstanden, die bereits in der Vergangenheit erfolgten. Der Restwert von Smartphones, Tablets, Hightech-Fernsehern und anderen Konsumgütern beläuft sich praktisch auf Null. Den Forderungen stehen also keine Werte gegenüber. "So beginnt leider manche Schuldenkarriere in der Weihnachtszeit", weiß Joachim Pietsch, Geschäftsführer der HFG Inkasso GmbH, aus der täglichen Arbeit mit Schuldnern und Gläubigern zu berichten.

Verschlimmert wird die Überschuldungsspirale häufig durch das sogenannte "Vogel-Strauß-Symptom": Statt sich aktiv mit den eigenen Schulden auseinanderzusetzen und eine Lösung zu finden, stecken viele Schuldner den Kopf in den Sand und setzen dabei auf das Prinzip Hoffnung. "Aussitzen ist bei Überschuldung die schlechteste Strategie", rät Joachim Pietsch von der HFG Inkasso Gruppe, "die Kosten für Mahnungen und Überziehungskredite übersteigen am Ende häufig sogar den eigentlichen Rechnungsbetrag. Seriöse Inkasso Unternehmen unterstützen die Schuldner bei Zahlungsschwierigkeiten, ihren Verpflichtungen nachzukommen, und vereinbaren individuelle Rückzahlungslösungen, die den individuellen finanziellen Möglichkeiten gerecht werden. So kann die Spirale aus Mahnungen und Überziehungszinsen durchbrochen werden - und das Weihnachtsfest bekommt keinen schalen Beigeschmack."

Weitere wertvolle Tipps, Ratschläge und Informationen rund um die Überschuldung und den Umgang mit kurzfristigen Zahlungsschwierigkeiten finden Verbraucher auch auf www.stoppschulden.de im Internet. Das von HFG Inkasso gestartete Internetportal zeigt Wege auf, wie die Überschuldungsspirale durchbrochen werden kann und welche Ansprechpartner vor Ort dem Schuldner helfen können. "Die beste Strategie gegen eine Überschuldung ist jedoch noch immer die Vorsorge. Die eigenen finanziellen Möglichkeiten sollten nie zu 100 Prozent ausgeschöpft werden, auch nicht zur Weihnachtszeit, um noch immer etwas Puffer für unvorhergesehene Kosten zu haben.

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