Was Online-Händler bei der Auswahl ihrer Bezahlmethoden beachten sollten

Als Online-Händler hat man eine große Auswahl an Zahlmethoden, die den Kunden angeboten werden können. Geht es darum, welche Bezahlmethoden in Deutschland am meisten genutzt werden, sollte man aktuelle Statistiken und Erhebungen zu Rate ziehen. Laut einer Studie des IFH Köln (Februar 2015) liegt PayPal mit 24 Prozent an erster Stelle, gleichauf mit dem Kauf auf Rechnung und dicht gefolgt von Lastschriftverfahren mit 22 Prozent sowie Zahlung per Kreditkarte (17 Prozent). Weniger als 4 Prozent aller Online-Shopper bevorzugen Vorkasse, die verbleibenden Bezahlverfahren werden mit insgesamt 9 Prozent zusammengefasst.

 

(Bildquelle: ECC Köln 2013)

 

Die Wahl der „richtigen“ Bezahlmethoden

Vielen Online-Händlern fällt es schwer einzuschätzen, welche Bezahlmethode unverzichtbar für ihren Unternehmenserfolg ist, welcher Integrations- und Verwaltungsaufwand hinter welcher Payment-Methode steckt und wie sich die Kosten langfristig verhalten. Für eine gewissenhafte Entscheidung gibt es jedoch einige Anhaltspunkte:

1. Geschäftsmodell und Zielgruppe gehören zu den zentralsten Aspekte bei der Wahl der geeigneten Bezahlmethoden. Sollte das Produkt zum Beispiel im Abonnement angeboten werden, müssen Varianten mit der Möglichkeit wiederkehrender Zahlungen genutzt werden. Soll das Unternehmen international agieren, spielen natürlich auch die in den jeweiligen Ländern präferierten Bezahlmöglichkeiten eine große Rolle. Ein Kunde wird nur dort kaufen, wo er sich selbst (und seine favorisierte Payment-Methode) wiederfindet und einen möglichst einfachen Checkout-Prozess genießt.
2. Sicherheit: Höchste Sicherheitsstandards sind beim Online-Shopping unverzichtbar. Während einerseits Mechanismen zum Schutz der Kundendaten eingesetzt werden sollten – und teilweise müssen –, (etwa 3-D-Secure) ist es gleichzeitig wichtig, den Bezahlvorgang nicht zu komplex zu gestalten, um Kaufabbrüche zu vermeiden. Für den Händler ist es parallel wichtig, dass die Auszahlung der Umsätze zuverlässig und sicher stattfindet.
3. Kosten: Ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis ist elementar für den Händler, da die Kosten der Zahlmethode natürlich auch Einfluss auf die Marge haben. Daneben sollten Bezahlmethoden gewählt werden, die für den Kunden keine Zusatzkosten verursachen, solange es mit dem Service vereinbar und sinnvoll ist.
Auch Zahlungsausfälle verursachen Kosten. Daher ist es wichtig, entsprechende Betrugspräventionsmaßnahmen zu ergreifen und gegebenenfalls eine Bonitätsprüfung im Vorfeld durchzuführen.

 


Autor:  Mark Fabian Henkel, 33, ist Geschäftsführer von Paymill, das er gemeinsam mit Jörg Sutara und Dr. Stefan Sambol 2012 gegründet hat. Nach seinem Studium in den Fächern Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen war er als Berater bei McKinsey tätig und COO bei Rocket Internet, München. Die entwicklerfreundliche Schnittstelle des Online-Zahlungsdienstleisters Paymill erlaubt es, Online-Zahlungen über verschiedene Bezahlverfahren auf Websites sowie mobilen Anwendungen entgegenzunehmen.

 


Info: Die Vorteile der jeweiligen Bezahlmethoden im Überblick


Vorkasse: Bietet Vorteile für den Händler, da das Risiko eines Zahlungsausfalls auf ein Minimum reduziert werden kann. Hier trägt der Kunde das volle Risiko, daher ist Vorkasse auch nicht besonders beliebt bei den Kunden.
Rechnung: Die klassische Rechnung gehört nach wie vor zu den beliebtesten Bezahlmethoden in Deutschland. Sie ist für den Kunden dann vor allem praktisch, wenn bereits mit einer Rücksendung zu rechnen ist. Hier trägt der Händler das größte Risiko für Zahlungsausfälle.

SEPA-Lastschrift: Schnell und sicher ist diese Bezahlmethode und daher gleichermaßen beliebt bei Kunde und Händler. Für den Kunden praktisch, kann der Händler gleichzeitig bei jeder Transaktion eine Echtzeit-Risikoanalyse durchführen lassen.

Paypal: Eine schnelle und einfache Variante, insbesondere für mobiles Shopping. Zudem genießen beide, Händler und Verkäufer, durch den Käufer- und Verkäuferschutz gleichermaßen Vorteile.

Kreditkarte: Der Kauf auf Kreditkarte ist für Kunden und Händler genauso einfach und sicher wie SEPA. Zudem kann man mit Kreditkarte auch bequem im außereuropäischen Ausland Waren und Dienstleistungen kaufen. Wichtig ist hierbei für beide, dass eine PCI-Zertifizierung vorliegt und weitere Sicherheitsmaßnahmen wie 3-D-Secure verwendet werden.

(jm)

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