20 Jahre Amazon in Deutschland – eine Bilanz

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Nicht nur Google, auch amazon.de feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Ein kurzer Rückblick auf eine Zeitspanne, in der der Handel völlig umgekrempelt wurde.

Amazon Shopping

Nicht nur Google, auch amazon.de feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Ein kurzer Rückblick auf eine Zeitspanne, in der der Handel völlig umgekrempelt wurde.

Ausgesucht, geklickt, geliefert: Wer im Internet unterwegs ist, shoppt online. Insgesamt haben laut einer Bitkom-Umfrage 96 Prozent aller Internetnutzer ab 14 Jahren in den vergangenen 12 Monaten im Netz eingekauft. Das entspricht 79 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren und 55 Millionen Bundesbürgern. Dass das nicht immer so war, können sich gerade die Jüngeren kaum mehr vorstellen.

Vom Buchhändler zum Plattformpionier

 Einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung hat auch der Online-Versandhändler Amazon. Von Jeff Bezos in den USA gegründet, startete die Amazon.com-Website 1995, 1997 ging es für Amazon an die Börse und am 15. Oktober 1998 schließlich konnte amazon.de in Deutschland zum ersten Mal aufgerufen werden. Damit war Amazon neben Ebay, das 1995 gegründet wurde, eine der ersten globalen Handelsplattformen.

Inzwischen sind etliche Händler dazugekommen, die sich teils auch auf ganz bestimmte Produkte spezialisiert haben, etwa Zalando für Kleidung und Schuhe. Und vormals rein stationäre Händler wie Mediamarkt oder Saturn haben sich mit dem Online-Handel ein zweites Standbein geschaffen. „Der E-Commerce-Boom geht weiter“, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp. „Online-Shopping hat unseren Alltag verändert. Früher haben wir dicke Kataloge gewälzt, jetzt kommen Produkte mit wenigen Klicks teils nach wenigen Stunden bis an die Haustür. Die Online-Handelspattformen sind hier Innovationstreiber.“

Online-Shopping für viele Alltag

Heute werden natürlich immer noch Bücher online gekauft, aber das bequeme Bestellen am Computer, Smartphone oder seit kurzem auch per Sprachbefehl hat sich auf fast alle Warengruppen ausgeweitet. Am beliebtesten ist der Onlinekauf von Kleidung (82 Prozent), Büchern (76 Prozent), Medikamenten (56 Prozent) und Lebensmitteln (28 Prozent). Und immer mehr Deutsche klicken sich bereits mehrmals pro Woche durch das Sortiment der Online-Händler: Knapp jeder Fünfte (19 Prozent, 2014: 9 Prozent) kauft mehrmals pro Woche online etwas ein. 5 Prozent der Online-Käufer shoppen bereits täglich im Netz, 2014 war dies erst jeder Hundertste.

Kundengruppen weltweit

E-Commerce erweist sich für viele Händler auch als gute Möglichkeit, weltweit neue Kundengruppen zu erschließen. Etwa zwei Drittel der Händler empfinden die Digitalisierung nach eigener Aussage als Chance. Allerdings sehen sich 77 Prozent der Händler noch eher als Nachzügler in Sachen Digitalisierung. So verkaufen nur 5 Prozent der befragten Händler ausschließlich online, 65 Prozent bespielen einen Online- und Offline-Kanal – und noch rund 28 Prozent haben weiterhin lediglich ein stationäres Standbein. „Wer als Händler nicht digital aufgestellt ist, gefährdet sein Geschäft. Ein guter Name und eine lange Tradition reichen nicht mehr aus, wenn die Konkurrenz im Netz nur einen Klick, Fingerwisch oder Sprachbefehl entfernt ist“, sagt Veltkamp. 

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben sind zwei repräsentative Umfragen, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden zum einen 2016 1.158 und 2017 1.152 Personen ab 14 Jahren in Deutschland telefonisch befragt. Die Fragestellung lautete: „Haben Sie in den vergangenen 12 Monaten im Internet etwas gekauft?“, „Wie häufig kaufen Sie in der Regel online etwas ein?“ und „Welche der folgenden Waren haben Sie schon einmal online gekauft?“* Zum anderen wurden 2017 530 Händler – online wie offline – im Groß- und Einzelhandel befragt, darunter 150 Händler, die ausschließlich stationär verkaufen. Die Fragestellung lautete: „Sehen Sie die Digitalisierung eher als Chance oder eher als Risiko für Ihr Unternehmen?“, „Wo steht Ihr Unternehmen generell beim Thema Digitalisierung?“ und „Wo verkauft Ihr Unternehmen Produkte bzw. Dienstleistungen?“ 

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