95 Prozent aller Musik-Downloads sind illegal

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Rund 95 Prozent der Musik, die im Internet heruntergeladen wird, ist illegal. Das Volumen der von Nutzern unautorisiert erworbenen Titel im Jahr 2008 beläuft sich auf geschätzte 40 Milliarden Einzeltracks. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt der veröffentlichte “Digital Music Report” des Internationalen Phonoindustrieverbandes (IFPI). Demnach sind die Einnahmen der Musikindustrie aus digitalen Verkäufen über Online-Musikdienste im vergangenen Jahr zwar weltweit um 25 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar gestiegen. Gegenüber den Vorjahren hat sich das Wachstum in diesem Bereich aber deutlich verlangsamt. Insgesamt gerechnet gingen die Umsätze am Musikmarkt laut IFPI im vergangenen Jahr gegenüber 2007 um sieben Prozent zurück.

“Online-Piraterie bleibt auch weiterhin die groß;e Herausforderung für die Musikindustrie. In einem Markt zu bestehen, wo 95 Prozent der Musik illegal heruntergeladen wird, ist eine schwierige Aufgabe”, erklärt Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbandes der Österreichischen Musikwirtschaft. Autoren, Künstler und Labels würden dabei leer ausgehen. Ein Ausgleichen der auf diese Weise zu Stande kommenden finanziellen Verluste durch das aktuelle Wachstum im digitalen Musikmarkt sei in Anbetracht der hohen Piraterie-Rate jedenfalls nicht zu erwarten.

“Bei 40 Milliarden illegal verbreiteten Files sind die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des digitalen Musikmarktes extrem schwierig. Der Wert der unlizenzierten Musik-Files übersteigt die legalen Umsätze von weltweit 3,7 Milliarden Dollar bei weitem”, beschreibt Medwenitsch die aktuelle Situation.

Angetrieben wird das Wachstum am digitalen Musikmarkt dabei nicht nur von dem weiterhin starken Einzeltrackgeschäft, das im vergangenen Jahr weltweit um 24 Prozent auf 1,4 Milliarden verkaufte Einheiten zulegen konnte. Auch im Bereich der Albenverkäufe lässt sich im Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von 36 Prozent verzeichnen. “Neue Online- und Mobile-Musikangebote sind der Wachstumsmotor des Musikmarkts. Kundenfreundlichkeit, jederzeitige Verfügbarkeit, individuelle Auswahl, einfacher Zugang und multiple Verwendbarkeit auf verschiedenen Abspielgeräten sind die Hauptfaktoren für den Erfolg digitaler Musikservices”, fasst Medwenitsch zusammen. Insgesamt gesehen würde der Bereich Digital Sales mittlerweile bereits 20 Prozent der globalen Musik-Umsätze ausmachen. “Die USA sind dabei mit 40 Prozent führend, in Taiwan und Korea haben Digital Sales die klassischen Tonträgerverkäufe bereits überholt”, merkt Medwenitsch an.

Um mit den veränderten Marktbedingungen zurechtzukommen, hat sich die Musikindustrie in den vergangenen Jahren verstärkt darum bemüht, neue alternative Geschäftsmodelle für sich nutzbar zu machen. “Neben den klassischen Digital Sales – á la carte Downloads zum Beispiel von Apples iTunes – werden Business-to-Business-Vereinbarungen zwischen den Musiklabels und Netzbetreibern, Handyherstellern oder Internet Service Providern, Pay-TV-Anbietern sowie Mobile-TV-Partnern immer häufiger. Strategisches Marketing und Content-Lizenzierung gewinnen an Bedeutung”, schildert Medwenitsch und verweist dabei auf Nokias “Comes With Music”-Dienst, der seinen Nutzern ein Jahr lang Zugriff auf den kompletten Bestand von Millionen von Musiktiteln ermöglicht.

Info: http://www.ifpi.org/

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