Eine Frage der Logistik

Interview

Der Onlinehandel boomt, doch dass die richtige Ware zur richtigen Zeit in unversehrtem Zustand beim Empfänger landet, dafür sorgen Dienstleister wie gbl global brand logistics. Der Anbieter von Logistik und Fulfillment erzählt im Interview, welchen Herausforderungen sich die Branche jetzt und in Zukunft gegenübersieht.

06 2017

e-commerce Magazin 06/2017

Raus aus der Statistenrolle

 „Man kreuze eine überfüllte Sauna mit einer proppenvollen Disco und einer überlaufenen Wahlkampfveranstaltung von ­Donald Trump.“ Und: „Wer sich noch an irgendetwas erinnern kann, der war nicht auf der Messe.“ So oder so ähnlich lasen sich im Vorjahr viele Kommentare zur weltgrößten Digitalmesse dmexco in Köln. Am 13. und 14. September öffnet die Messe wieder ihre Pforten. Mehr als 50.000 Besucher werden auf der Expo und in den Vorträgen wieder Wissen suchen und darüber hinaus engsten Körperkontakt finden. Mit 100.000 Quadratmetern und sechs Hallen hat der Veranstalter Kölnmesse weitere 10.000 Quadratmeter und eine Messehalle obendrauf gepackt. Auch die Zahl der Aussteller ist nochmals gestiegen.

Eine Messe der Superlative also, das müssen auch die Kritiker anerkennen. Dass es da etwas eng in den Gängen und Vorträgen wird, findet Matthias Wahl, Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), durchaus gut. Die Kuschelatmosphäre des dmexco-Vorläufers OMD aus den Anfängen des Onlinemarketings, ein eher kleines Klassentreffen der CPX-Pioniere, wünscht sich in der Tat keiner zurück. Die dmexco wächst rasant und spiegelt damit eindeutig die stürmische Entwicklung der Branche wider. Allerdings nicht immer die der deutschen Digitalindustrie. So sehr es eine Messe schmückt, wenn die obersten C-Level aus dem Silicon Valley die Keynotes halten: In den Vorjahren begnügten sich die US-Größen meist damit, darzustellen wie „great and amazing“ das Business über dem großen Teich funktioniert. Deutsche Unternehmer wirkten daneben wie Komparsen.

Dabei muss sich die deutsche Digitalindustrie keinesfalls verstecken. 1,785 Milliarden Euro netto flossen hierzulande laut ­Statistik des Onlinevermarkterkreises 2016 allein in digitale Werbung (online und mobile), 109 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, das entspricht einer Wachstumsrate von 6,5 Prozent. Auch E-Commerce boomt. Der gesamte Umsatz im B2C-Segment soll sich laut einer Prognose des Handelsverbands HDE auf 48,7 Milliarden Euro belaufen. Tendenz auch für 2017 steigend. Wenn BVDW-Präsident Matthias Wahl also im Interview mit dem e-commerce Magazin für mehr Selbstbewusstsein der deutschen Digitalindustrie plädiert, hat er durchaus recht.

Vera Günther

Chefredakteurin e-commerce Magazin
vg@win-verlag.de

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