Apple, Google, Facebook und Co. ringen um neue Marktaufteilung

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Apple, Google, Facebook und Co. ringen um neue Marktaufteilung

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Zur Zeit überschlagen sich die Nachrichten im Machtkampf um die digitale Vorherrschaft. So sieht netzwertig-Blooger Martin Weigert eine neue Frontlinie im Netz: zwischen Facebook und Google.

Mit der Akquisition von FriendFeed würde Facebook seine jüngst begonnene Mission erfolgreich abschließen können.  Facebook wolle nicht mehr nur ein soziales Netzwerk sein, über das Nutzer mit ihren Freunden und Bekannten kommunizieren, sondern nunmehr einen Großteil der Konversation im Web beherrschen – die zwischen Freunden, Familie, Kollegen, Fans, völlig Fremden und natürlich auch Unternehmen und Organisationen. Was Twitter begonnen und in den vergangenen Monaten zum Durchbruch verholfen habe, möchte Facebook mit seinen über 250 Millionen aktiven Mitgliedern weiterführen.

„Mit dem Kauf von FriendFeed zeigt Facebook-Gründer und -CEO Mark Zuckerberg, dass er dieses Vorhaben mehr als ernst nimmt. FriendFeed vereint verschiedene innovative Funktionen, die Zuckerberg nun endlich ohne schlechtes Gewissen und ganz offiziell bei Facebook integrieren kann, um aus der einstigen sozialen Plattform einen globalen Kommunikationsdienst zu machen. Auch die seit Wochenbeginn verfügbare Echtzeitsuche geht in diese Richtung“, so der netzwertig-Blogger.

Es wäre verwunderlich, wenn Google jetzt nicht um jeden Preis versuchen würde, verlorenen Boden gut zu machen, die Versäumnisse im Social Web- und Echtzeit-Bereich aufzuholen und Facebook damit das Leben so schwer wie möglich zu machen. Mit Spannung erwartete Dienste wie Google Wave oder Google Voice werden dem Unternehmen dabei sicher helfen. Und auch eine Übernahme von Twitter könnte erneut auf den Plan kommen.

Interessant dürfte auch die Auseinandersetzung zwischen Apple und Google werden: Die neue Kampfzone zeigt nach Analysen von Branchenkennern, wie weit die Konvergenz von IT und TK, Daten und Sprache schon geschritten ist. Viele Jahre hatte Apple seine kleine Nische neben den sogenannten „IBM-kompatiblen PCs“ gehabt, während die „kompatible“ PC-Welt sich strikt in Hard- und Software-Anbieter differenzierte. Bei der Standard-Software war Microsoft der absolut dominierende Anbieter. Webdienstleister wie Google spielten auf einem ganz anderen Terrain, und der Mobilfunkmarkt wurde von Handy-Herstellern wie Nokia, Ericsson oder Motorola beherrscht.

Was sich jetzt abzeichnet, ist der vielzitierte Paradigmenwechsel: das klassische Software-Geschäft wandelt sich zu einem komplexen und webbasierten Dienstleistungsmodell. Nachdem der Wettbewerb von Hardware-Plattformen schon in den 90er Jahren entschieden wurde, nämlich zugunsten der Intel-Architektur, und der Wettbewerb der Software-Hersteller bei Desktops schon lange durch ein faktisches Monopol von Microsoft abgelöst wurde, öffnet sich jetzt ein weiteres Schlachtfeld im Web.

„Für Apple ist ‚Google the next Microsoft‘ beim Kampf um die Vorherrschaft im mobilen Ecosystem. Ich glaube, dass Apple die bessere Ausgangsposition hat, da das iPhone als erster die Claims abgesteckt hat und ein ‚vollständiges‘ Produkt aus Nutzersicht bietet. Alle schielen derzeit auf die nach dem Kauf realisierbaren Serviceumsätze. Apple hat den Vorteil, dass der Service mit der Marke assoziiert wird und so zu einer starken Produktbindung führt. Um es auf den Punkt bringen: Wer erst mal ein iPhone besitzt, wird nicht nach 24 Monaten einen neuen Laufzeitvertrag abschließen, um auf ein anderes Gerät zu wechseln, sondern wird das neueste iPhone haben wollen“, glaubt Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Days plus in Nürnberg.

Apple hatte mit dem iPod und dem iTunes-Store schon vor Jahren auf diese Karte gesetzt und diesen Erfolg mit dem iPhone weiter ausgebaut. Erfahrene Smartphone-Hersteller wie Nokia mussten lernen, dass die Hardware mit proprietärer Softwareausstattung gegenüber einem Webstore-Modell, dass es dem Anwender kinderleicht macht, Inhalte und Anwendungen online zu kaufen, längst überholt ist. Microsoft ist hingegen der klassische Software-Hersteller für PC und Server. So sind und waren die Microsoft-Anläufe zu neuen Geschäftsmodellen wie MSN und dem Mediaplayer Zune nur schwache Kopierversuche. Zuletzt setzte Microsoft auf die Übernahme von Yahoo, um Google Paroli zu bieten. Herausgekommen ist nach Ansicht von Experten nur eine laue Partnerschaft.

Mit dem Betriebssystem Android bereitet Google den Angriff auf das Apple-Geschäftsmodell vor. Microsoft ist da schon fast außen vor. Dazu passt auch, dass im stagnierenden PC-Markt lediglich die neuen Netbooks hohe Absatzahlen und damit schon hohe Marktanteile erreichen. Kleine, preiswerte Applikationen sowie Inhalte in kleinen Portionen, dieses Geschäftsmodell liegt dem iPod und iPhone zugrunde und wird, erweitert um Services, auch für Google funktionieren. Der Verkauf von großen, teuren Softwarepaketen à la Microsoft ist dagegen schon das Business von gestern. Passend ergänzt werden die Geschäftsmodelle von Apple und Google von den Mobilfunknetzbetreibern, die jahrelang nach verkaufbaren Inhalten gesucht haben, sowie nach Anwendungen, die Datenverkehr in ihre 3G-Netze bringen. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass ein Wechsel der Marktbeherrscher ansteht: Apple, Google, Facebook und Co. ringen um eine neue Marktaufteilung.

(Autor: Gunnar Sohn)

Info: http://www.ne-na.de/

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