15.06.2023 – Kategorie: IT, eCommerce

AR-Tools: Der Einsatz von Augmented Reality im E-Commerce

AR-ToolsQuelle: A. Solano - Adobe Stock

Einfach ausprobieren und erkennen, wie ein Objekt im echten Leben wirkt und ob es passt: Augmented Reality kombiniert das Beste aus realer und digitaler Welt, emotionalisiert den Kaufprozess und pusht den Absatz. Zwei Cases, die zeigen, wie das bereits jetzt funktioniert – und ein Ausblick ins Metaverse.

Produkte vor dem Kauf erlebbar zu machen, war bis jetzt vor allem dem stationären Handel vorbehalten. Augmented Reality (AR) hat das geändert. Mit den richtigen AR-Tools im Onlineshop und jedem handelsüblichen Smartphone kann die Realität, etwa der eigene Wohnraum, um virtuelle Inhalte erweitert („augmented“) werden. Also z.B. um geplante Anschaffungen wie Accessoires oder Möbel. Die gewünschten Produkte können einfach, mobil und im Handumdrehen in jeder gewünschten Ausstattungsvariante ausgewählt und direkt vor Ort erlebt werden. Mit entsprechenden kreativen Optionen und den positiven Auswirkungen auf das Kaufverhalten.

Einsatzmöglichkeiten im E-Commerce

Für Onlinemarketing und E-Commerce ergeben sich daraus Möglichkeiten, die einfach umsetzbar und integrierbar und deren Erstellungsaufwände überschaubar sind. Alles, was es dafür braucht, ist längst vorhanden: Die Technologie steckt bereits in jedem aktuellen Smartphone, über das buchstäblich jeder Endverbraucher verfügt. Und auch die Produktion der AR-Inhalte sowie die technische Umsetzung sind inzwischen einfach und preiswert. Augmented Reality ist hier und jetzt einfach verfügbar und verwendbar. Davon kann der E-Commerce mit wenig Aufwand und viel Effekt profitieren.

AR-Tools: Anwendungsbeispiele toom.de und werns.de

Zentraler Punkt aller Überlegungen ist der Mehrwert, den AR für die Nutzer der jeweiligen Anwendung bringt. So hat toom.de zum Beispiel spürbaren Mehrwert geschaffen, indem seine Kunden ihren Weihnachtsbaum mit Hilfe von AR-Tools in der passenden Größe aussuchen und quasi nebenbei auch den richtigen Platz dafür in der Wohnung finden konnten. Passte die ausgewählte Größe, war die direkte Bestellung im Onlineshop des Baumarkts nur einen Klick entfernt. Und toom.de wurde mit diesem AR-Tool zum direkten Helfer in einer saisonal relevanten Problemstellung. 

Das gewünschte Produkt mittels einer Web-AR-Lösung direkt am gewünschten heimischen Ort in Augenschein zu nehmen, ermöglicht auch der Interior-Anbieter Werns in seinem Onlineshop. Interessenten können einen Großteil der außergewöhnlichen Lampen einfach per Klick auf ihrem Smartphone erleben. Im echten Look & Feel und in Originalgröße können sie im Regal oder auf dem Tisch platziert und bezüglich ihrer Wirkung genau eingeschätzt werden. Dies emotionalisiert den Kaufprozess deutlich, steigert die Kauffreude und senkt die Retourenquote.

Der Übergang ins Metaverse?

Stehen die genannten Anwendungen exemplarisch für den Schritt ins Metaverse? Ist dies eine Vorstufe oder schon ein möglicher Teil des Metaverse? Und wenn wir schon dabei sind: Was sollte und wird das Metaverse ansonsten noch bereithalten, um weitere Möglichkeiten zum Einsatz zu bringen? In jenem grenzenlosen digitalen Raum, in dem virtuelle Welt, erweiterte Realität und physische Welt verschmelzen und sich die Handlungsräume des Internets zu einer Wirklichkeit zu vereinigen? Nun…

Augmented Reality (AR) und Virtual Rea­lity (VR) sind nicht das Metaverse. Vielmehr sind beide das jeweils passende User Interface, um Inhalte immersiv darzustellen und erlebbar zu machen. Grob skizziert, bringt AR die virtuelle Welt in die reale; VR hingegen erschafft eine komplett virtuelle Welt – Avatare, virtuelle Abbilder, digitale Zwillinge und mannigfal­tigen Anwendungen. Beide Umsetzungsarten haben ihren Sinn und Zweck. Für welche der beiden man sich entscheidet, sollte immer, wie bei jeder User Experience, vom angestrebten Mehrwert des Nutzers und von der bestmöglichen User Experience abhängen. 

Unterschiede von Metaverse, VR und AR

Wenn wir das Metaverse als virtuellen Ort begreifen, in dem die agierenden Nutzer auch soziale Interaktionen vornehmen können, steht bei VR vor allem die zeitgleiche Interaktion im Vordergrund. Der bestimmende Faktor von AR ist vor ­allem die Anbindung der virtuellen Inhalte und Interaktionen an gemeinsam ge­nutzten (realen) Orten. Exemplarisch für die soziale Interaktion der Nutzer ist das gemeinsame Spielen. In VR wird es per definitionem in einer komplett vir­tuellen Welt stattfinden. In AR wird es eher einen geospatialen Ansatz geben, in dem virtuelle Inhalte mit sogenannten Cloud Anchors an verschiedenen Locations eingebunden werden, an denen sich Spieler physisch versammeln, um gemeinsam mit den virtuellen Elementen zu interagieren. (Ein typisches und frühes Beispiel dafür ist Pokemon Go.) Wenn wir AR und VR also, je nach User Experience, als Zugangsarten des Metaverse sehen, ist das Metaverse der komplette soziale Raum einer virtuell erweiterten oder komplett virtuellen Realität – Extended Reality (XR).

AR-Tools: Back to (Augmented) Reality

Wir stehen an der Schwelle zum Metaverse, und es kommt definitiv. Augmented Reality ist allerdings schon da. Die (technische) Schwelle ist durch die Nutzbarkeit des Smartphones fast komplett verschwunden. Alles, was es braucht, um AR-Tools zu nutzen, ist vorhanden. Sie kann jetzt und hier einfach und erfolgreich eingesetzt werden. Cases wie die oben beschriebenen, können direkt starten und skalieren. Ein klares Plus.

AR-Tools
Bild: Cynapsis Interactive

Der Autor Marcus Veigel ist Gründer und Geschäftsführer der digitalen Kreativagentur Cynapsis Interactive. Er ist im Vorsitz der Digitalagenturen im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), Sprecher und Moderator auf digitalen Events, Dozent und AR-Experte.


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