04.10.2022 – Kategorie: eCommerce

Augmented Reality im E-Commerce: 5 Tipps für den Start

Augmented Reality im E-CommerceQuelle: Tierney – stock.adobe.com

Mit der steigenden Relevanz des Online-Geschäfts rücken Technologien wie Augmented Reality in den Fokus. Händlern steht damit eine völlig neue Welt der Produktpräsentation offen. Gleichzeitig erfahren Nutzer einen hohen Mehrwert.

Augmented Reality – kurz AR – meint die computergestützte Erweiterung der Realität. Fristete AR vor einigen Jahren noch ein Nischendasein, katapultierte die Corona-Pandemie digitale Technologien wie Augmented Reality im E-Commerce nach vorne. So geben in einer aktuellen Umfrage rund 16 Prozent der Befragten hierzulande an, dass sie AR bereits genutzt hätten. Weitere 19 Prozent wollen AR zukünftig auf jeden Fall verwenden und 18 Prozent können sich das laut einer Analyse von Statista immerhin vorstellen. Das offenbart Online-Händlern zahlreiche Möglichkeiten für einen echten Mehrwert. Mit AR können sie Produkte emotional aufladen, diese anschaulich darstellen und damit Kaufentscheidungen positiv beeinflussen. Doch wie gelingt der Einstieg in die Technologie? Folgende fünf Tipps helfen beim Start:

1. Mit Augmented Reality im E-Commerce das Kundenproblem erfassen und lösen

Soll es eine helle oder dunkle Gardine sein? Welche Couch passt zur Wandfarbe? Steht mir das rote oder blaue Kleid besser? Die Möglichkeiten von Augmented Reality sind schier unendlich. Zum Start steht für Online-Händler also eine Analyse auf dem Plan, mit dem Ziel, einen Mehrwert festzulegen: Was erleichtert den Konsumenten das Leben? AR lädt zum Beispiel dazu ein, Kleidung virtuell anzuprobieren – das spart Zeit und bewahrt vor Fehlkäufen. Auch beim Einrichten und Renovieren von Räumlichkeiten besteht enormes Potenzial: Kunden projizieren Möbel etwa via 3-D-Darstellung in den jeweiligen Raum und sehen sofort, ob diese ihren Wünschen entsprechen.

Das schließt böse Überraschungen aus und minimiert die Gefahr eines Umtausches. Gleichzeitig steigert das die Kundenzufriedenheit. Beispiele mit Mehrwert sind die Visualizer App des Farbenhändlers Dulux, die dabei hilft, die passende Wandfarbe auszuwählen und die IKEA Place App, mit der Konsumenten ihr Zuhause virtuell einrichten können. Die App Bodenexperte von TTL/TTM platziert verschiedene Böden im gewünschten Wohnraum. Mit der App „Bodenexperte“ des Fachmarktanbieters für Raumausstattung TTL/TTM, projizieren die Nutzer ganz simpel verschiedene Böden in die Umgebung.

2. Den Onlinehandel auf die neue Technologie ausrichten

Bevor Augmented Reality im Onlineshop eingesetzt und im virtuellen Raum platziert werden kann, müssen digitale „Kopien“ der Produkte erstellt werden. Dafür stehen spezielle Scan-Technologien zur Verfügung. Online-Händler sollten darauf achten, dass diese bestimmte Anforderungen erfüllen: HD-Qualität, die genaue Abbildung verschiedener Materialien wie Glas oder Leder, und Algorithmen, die die Datengröße minimieren, sind essenziell, um Kunden ein nahtloses und unkompliziertes Einkaufsvergnügen zu bereiten.

3. Die unterschiedlichen Kanäle intelligent verzahnen

Ist der Mehrwert definiert, erfolgt die Umsetzung. Dabei gilt: Erste Schritte im Kleinen gehen. Die Erwartungen sind oft groß – wird AR doch allzu oft noch mit Pokémon Go oder dem spektakulären „Wow“-Effekt verbunden. Die Technologie bietet aber auch für kleine und mittlere Händler enormes Potenzial. Der erste Schritt kann beispielsweise die Erweiterung analoger Kanäle sein. So ist es denkbar, AR-Inhalte in einem Printprospekt via QR-Code zu hinterlegen und in einen Online-Shop zu verlängern. In Asien ist es etwa gängige Praxis, dass unter den Produkten aus dem Printkatalog mittels AR „Jetzt kaufen“-Buttons erscheinen.

4. Das Einkaufen durch Augmented Reality im E-Commerce zum Erlebnis machen

Auch wenn AR in erster Linie einen Mehrwert bieten, statt unterhalten sollte: Online-Händler können sich auch eine besondere User Experience zunutze machen. Mit der stetigen Weiterentwicklung der Technologie erfahren die Nutzer eine immer mehr der Realität angleichende Darstellung der Inhalte. Das heißt: Das virtuelle Anprobieren des Kleides oder der Ohrringe am eigenen Körper wird als direkte Produkterfahrung erlebt, je ausgereifter die Technologie ist.

5. Einen einfachen Zugang gewähren

Auf Kundenseite sind die Anforderungen minimal, um AR zu nutzen: Die gängigste Anwendung ist die AR-App. Mittlerweile steht ein großer Pool meist kostengünstiger, fertiger Lösungen in den App Stores zur Verfügung. Daneben gibt es noch einen einfacheren Weg, per AR bei Kunden zu punkten: mit Web AR. Hierbei ist ganz ohne den Download einer App nur eines notwendig: eine moderne Smartphone- oder Tablet-Kamera, mit der über die markierten Motive gescannt wird. So werden Kunden auf einfachem Weg mit anschaulichen Zusatz- oder Hintergrundinformationen versorgt: Sie können sich ein konkreteres Bild von Dienstleistungen oder Produkten machen.

Augmented Reality im E-Commerce: Fazit

Augmented Reality im E-Commerce bietet bereits heute enormes Potenzial, das Online-Shopping zu einem Erlebnis zu machen. E-Commerce-Händler sollten das visuelle Vorstellungsvermögen nutzen, um den Produkteinkauf zu vereinfachen und gleichzeitig für einen Überraschungseffekt bei Konsumenten zu sorgen.

Bild: mgo360.de

Der Autor Simon Stark ist Leiter Agenturen bei mgo360.

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