Automatisierte Verpackungslösung: 1.100 passgenaue Pakete pro Stunde

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Wer Pakete von Onlineshops bekommt, weiß – oft steckt viel Luft drin, für wenig Produkt. Quadient, ehemals Neopost, hat deswegen ein automatisiertes 3D-Verpackungssystem entwickelt, das Produkte passgenau und nachhaltig verpackt. Positive Auswirkungen hat dies sogar auf die letzte Meile wie Claus Weigel, international Senior Sales Manager DACH-Region bei Quadient, im Gespräch mit Christiane Manow-Le Ruyet, Chefredakteurin des e-commerce magazins, erklärt.
Automatisierte Verpackunslösung: 1.100 passgenaue Pakete pro Stunde

Quelle: OlegKovalevichh/shutterstock

Christiane Manow-Le Ruyet: Wer sich Ihre Website anschaut, stellt schnell fest, dass bei Quadient nicht die Lösungen im Vordergrund stehen, sondern die Interaktion mit den Kunden. Können Sie bitte einen kurzen Überblick geben, wie das Kerngeschäft aussieht?

Claus Weigel: Quadient hat sich schon immer darum gekümmert, wie zwei Parteien miteinander kommunizieren. Zu Zeiten von Neopost, das Unternehmen wurde 1924 gegründete, war das der Brief. Es drehte sich alles um Mail Related Systems mit Fran-kier- und Briefbearbeitungsmaschinen. Das hat sich natürlich gewandelt, neue Business Units und Themen kamen hinzu beispielsweise postbezogene Lösungen, Customer Experience Management und Geschäftsprozessautomatisierung. Im Zuge des E-Commerce-Wachstums startete Quadient vor einigen Jahren, automatisierte Verpackungssysteme zu entwickeln. Gemeinsam mit Kunden wurden die Anforderungen an solche Systeme analysiert. Heute sind wir mit zwei Maschinentypen am Markt, da das Paket inzwischen ein ganz wichtiger Touch Point zu Kunden geworden ist. Früher war es das Ladenlokal. Heute ist es immer mehr der Versandkarton, der als Kommunikationsmittel dient.

Europaweit über 60 Installationen der Verpackungslösung

Auf der Logimat, die Corona-bedingt abgesagt wurde, wollte Quadient eine automatisierte Verpackungslösung von Produkten vorstellen. Können Sie bitte erklären, worum es dabei handelt?

Ja, das war die Ankündigung für die letzte Logimat. Dort wollten wir unsere große Maschine, sie nennt sich CVP Everest, vorstellen. Sie verpackt 1.100 Pakete pro Stunde. Wahrscheinlich ist es die schnellste Verpackungslösung, die man finden kann. Wir sprechen aber von zwei Maschinentypen, es gibt noch eine kleinere. Innerhalb eines Jahres haben wir mit der großen Maschine Installationen im einstelligen Bereich umgesetzt. Insgesamt sind es europaweit mehr als 60 Installationen mit der kleinen und der großen Maschinenvariante.

Welche Zielgruppen sprechen Sie mit den Maschinen an?

Zielgruppen lassen sich an verschiedenen KPIs messen. Die für uns relevante Zahl ist aber, wie viele Boxen von KEP-fähigen Paketen pro Tag versendet werden. Wir sprechen dann von 2 bis 3.000 oder auch 5.000 Paketen pro Tag. Dieses Volumen wird vor allem im Food- und Fashion-Bereich erzielt. Für das Food-Segment verpacken wir ausschließlich Trockensortimente. Fashion ist deswegen interessant, da die Maschine auch eine Schachteltechnologie mit Boden und Deckel bietet, wie sie in dieser Branche gerne verwendet wird. Der Deckel ist mit einer Aufreißhilfe versehen, er lässt sich einfach für Retouren wiederverschließen. Die kleinere Verpackungslösung CVP Impack eignet sich übrigens für eine Stückzahl ab 800 Paketen pro Tag. Jede unserer Lösungen passen wir aber individuell an die Bedürfnisse unserer Kunden an.

Keine Me-too-Maschine: Verpackungslösung für die nächsten 20 Jahre

Ein großer Kritikpunkt an Verpackungen ist, dass viel Luft verpackt wird und Nachhaltigkeit auf der Strecke bleibt. Wie sorgen die Maschinen von Quadient dafür, dass die Produkte ohne Lufträume passgenau verpackt werden?

Genau mit diesem Ziel sind wir gestartet. Wir wollen die ganze Luft aus den Paketen rauslassen. Ich betone das so sehr, da es schon vor unserer Verpackungslösung Maschinen gab, die eine Volumenreduktion anstrebten. Sehr oft wird dabei einfach die Höhe reduziert, aber die vordefinierte Fläche bleibt die Gleiche. Wer dann eine neue Packmaschine entwickelt, macht entweder ein Me-too-Produkt und passt nur eine Dimension an. Oder es wird der ganz große Schritt gegangen, in dem alle drei Dimensionen, die durch das Produkt vorgegeben sind, optimiert werden. Genau das hat Quadient gemacht. Es musste also eine Maschine für die nächsten 10 bis 20 Jahre produziert werden, mit einer Technologie, die das ermöglicht. Auch wenn es fordernd war. Das Ziel war, keine Me-too-Maschine zu entwickeln.

Automatisierte Prozesse passgenau und in Sekundenschnelle

Wie funktioniert die Packmaschine in der Praxis?

An der Maschine arbeiten ein bis zwei Bediener, die die Ware händisch auf das Eingabeband auflegen. Genauso schön, wie das Produkt oder die Produkte gestapelt werden, werden sie auch verpackt. Dazu werden sie automatisch nach Höhe, Länge und Breite vermessen, damit im Anschluss ein passgenauer Karton gefertigt werden kann. Dieser Prozess läuft in Sekundenschnelle ab – ein USP dieser Lösung. Natürlich gibt es auch im Standardkarton-Bereich unterschiedliche Größen, die man wählen kann. Das Problem dabei ist, dass sie dem Menschen beim Einfüllen Platz und damit Luft geben müssen. Denn oft muss mal etwas im Karton umpositioniert werden. Dann entstehen genau die Hohlräume, die ausgestopft werden. Wir dagegen sagen: Legt die Ware kompakt auf den Eingabetisch und wir kümmern uns darum, dass wir um die Ware millimetergenau eine Verpackung bauen.

Mit welchen Materialien arbeiten Sie?

Wir arbeiten nur mit Wellpappe und Leim oder Klebeband, auch nicht mit Kunststoffstreifen zum Öffnen. Wir verzichten komplett auf Hilfsmittel wie Füllmaterial oder Luftpolsterfolien.

Mensch vs. Roboter – Der große Unterschied

Sie haben von ein bis zwei Bedienern pro Maschine gesprochen. Wird ihnen vorgegeben, wie sie am besten die Ware Tetris-like auflegen sollen?

Das wäre vielleicht mit Datenbrillen machbar. Wir gehen einen anderen Weg. Der Mensch macht beim Auflegen der Ware intuitiv ganz, viel richtig. Das ist der große Unterschied zu einem Roboter. Den müssen Sie erst anlernen, wie er anständig Tetris-like agiert. Ein Mensch dagegen kann innerhalb von Sekundenbruchteilen einen kompakten Stapel aus mehreren Produkten bauen. Da wäre jeder Rechner langsamer, um ihm das vorzugeben. Oder es wäre wahnsinnig anstrengend, wenn ein Bediener erst von der Brille oder dem Bildschirm ablesen müsste, wie Produkte gestapelt werden sollen. Hinzukommt die Geschwindigkeit. Der Mensch ist derzeit noch schneller als ein Roboter. Vielleicht wird diese Aufgabe in fünf Jahren automatisiert. Doch aus jetziger Sicht ist der Mensch in puncto Geschwindigkeit einfach besser. Zudem haben wir den Vorteil, dass unsere Kunden für unsere Verpackungslösung nicht erst Datenstämme aufbereiten müssen.

Auftragsspitzen erfolgreich auffangen

Warum ist der deutsche Markt für Quadient so interessant?

Ich beginne mal mit den drei Punkten, warum ich als Kunde so eine Maschine überhaupt möchte. Der Treiber schlechthin ist natürlich, die Automation. Wenn ich über ein Tagesvolumen von 2.000 Paketen spreche, dann meine ich damit aber auch 10 bis 15 Packplätze, die durch einen oder zwei Maschinenbediener ersetzt werden können.

Dadurch haben Unternehmen einen großen Vorteil im Bereich Arbeitskostenersparnis. Hinzu kommen die Auftragsspitzen, die immer unangenehmer werden, da der Konsument die Ware so schnell wie möglich bekommen will. Der Logistiker hat dann nicht mehr die Chance, irgendetwas auszugleichen. Es ist selbstverständlich, dass in der Weihnachtszeit ein Paket innerhalb von 24 Stunden beim Kunden sein muss. Solche Auftragsspitzen können auch nicht mehr durch zusätzliches Personal aufgefangen werden. Hinzu kommt der Bereich Nachhaltigkeit. Fraunhofer-Studien zufolge haben wir noch immer etwa 50 Prozent Luft im Paket. Das ist Wahnsinn. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf die letzte Meile.

Quadient Verpackungslösung: Positive Auswirkungen auf die letzte Meile

Welche denn?

Wenn ich eine kleinere Schachtel produziere, benötige ich weniger Material, was sich positiv auf die Nachhaltigkeitsbilanz auswirkt. Anstatt den Kohlendioxid-Ausstoß des Materials zu kompensieren, beispielsweise mit Baumpflanz-Aktionen, verbrauchen wir erst gar nicht die Ressource Baum. Von Anfang an benötigen wir weniger Verpackungsmaterial. Aber nicht nur das. Werden die Pakete kleiner, weil die Luft raus ist, lassen sich auch viel mehr Pakete in einen Lieferwagen stapeln und auf einer Tour ausliefern.

Das spart Fahrten auf der letzten Meile und wirkt sich ebenfalls positiv auf die Kohlendioxid-Bilanz aus. Wir glauben, dass wir mit unserer Verpackungslösung einen Betrag zum nachhaltigen Weg, den Deutschland eingeschlagen hat, leisten können. Wir wollen von vornherein Kohlendioxid vermeiden und nicht Green Washing betreiben. Auch Konsumenten schätzen nachhaltiges Engagement immer mehr. Wir von Quadient würden uns aber wünschen, dass auch die Rahmenbedingungen Nachhaltigkeit begünstigen.

Luft rauslassen beim Verpackungsprozess

Laut einer Fraunhofer-Studie bestehen Pakete zu 50 Prozent aus Luft. Teure und umweltschädliche Luft. Denn je größer die Pakete und je kleiner die darin verschicken Produkte, desto höher die notwendige Kohlendioxid-Belastung. Schon beim Verpackungsprozess lässt sich dies positiv beeinflussen, indem sich die Verpackung wie eine zweite Haut um die Produkte legt. Das spart Material, schafft mehr Platz in den Lieferwägen der KEP-Dienste und reduziert das Wegeaufkommen. Zudem verbessert das „Luft-Rauslassen“ aus den Paketen die Kohlendioxid-Bilanz. Als positiven Nebeneffekt können Unternehmen, die einen besonderen Augenmerkt auf Pakete ohne Hohlräume legen, dieses Engagement positiv für ihr Reputationsmarketing nutzen.

Lesen Sie auch: Automatisiertes Verpackungssystem – Warum SportOkay.com auf Quadient setzt.

Verpackungslösung, Claus Weigel

Claus Weigel arbeitet als Internationaler Senior Sales Manager DACH bei Quadient. Er ist nicht nur Spezialist für Verpackungen, sondern blickt auf 20 Jahre Erfahrung als Manager bei DHL zurück. Bild: Studioline Photography, Breuningerland Sindelfingen

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