Biologie siegt über Verstand: „Sex sells“ – zumindest bei Männern

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Biologie siegt über Verstand: „Sex sells“ – zumindest bei Männern

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Große Brüste, knappe Bikinis und dumme Sprüche – das sind die Zutaten für die verschiedenen TV-Spots der Media-Saturn-Holding-Tochter Redcoon.de. Seit Mitte November flimmern die Werbefilme mit den Sex-Sternchen Gina-Lisa Lohfink und Micaela Schäfer über die heimischen Bildschirme. Dabei bleibt sich die Holding treu: „so billig wie möglich“ ist das Motto. In einer Online-Studie hat das Hamburger Marktforschungsinstitut und Spezialist für Werbewirkung MediaAnalyzer jetzt den einen der TV-Spots des Onlinehändlers auf seine Werbewirksamkeit überprüft. Nicht ganz überraschend: Der Spot polarisiert. In punkto Auffälligkeit und Wiedererkennungswert bescheinigt MediaAnalyzer Redcoon.de ein starkes Ergebnis für eine im TV neue Marke. Ein weiteres Fazit: Männern werden durch die sexuellen Anreize deutlich mehr angesprochen als Frauen. Biologie siegt hier über den Verstand.

„Man erkennt ganz klar, dass es in diesen Spots hauptsächlich um eine maximale Aufmerksamkeitswirkung geht“, so Dr. Steffen Egner, Geschäftsführer von MediaAnalyzer. Die hohen Recall-Werte von gestützt 85 Prozent und ungestützt rund 60 Prozent zeigen, dass dies auch sehr gut gelingt. Allerdings geht dieser Effekt mit einem deutlichen Verzicht auf Verständnis und Seriosität einher. Dementsprechend geben auch nur 14 Prozent der Befragten an, dass sie den Spot als glaubwürdig empfinden. Auch das Interesse der potenziellen Kunden wird mit nur 18 Prozent Zustimmung kaum geweckt. Dementsprechend ist die Weiterempfehlungsquote für die Marke mit 15 Prozent insgesamt gering.

„Die Macher der Spots nehmen die Anti-Reaktion von Frauen offensichtlich in Kauf“, so Egner. Und bauen gleichzeitig auf die biologische Reaktion von Männern. Während 41 Prozent der Männer den Spot als originell bewerten, sind es bei den Frauen nur 27 Prozent. Bei der Frage, ob der Spot gefällt, sind die Differenzen zwischen den Geschlechtern noch deutlicher: 35 Prozent der Männer, aber nur zehn Prozent der Frauen beantworten diese Frage mit ja. Auch bei den Sympathie-Werten schneidet der Film mit 27 Prozent Zustimmung bei den Männern gegenüber acht Prozent bei den Frauen deutlich besser ab. In einem Kriterium sind sich die Geschlechter allerdings einig: 28 Prozent der Männer und 32 Prozent der Frauen finden den Spot schlichtweg langweilig.

 „Eins ist klar: Redcoon.de polarisiert mit ihren Spots. Und das ist vermutlich auch das Hauptziel. Schwache Ergebnisse in den Bereichen Verständnis und Aktivierung sind dabei sicherlich einkalkuliert. Hauptsache die Message „redcoon ist billig“ bleibt in Erinnerung“, resümiert Dr. Steffen Egner von MediaAnalyzer. „Letztendlich sind die Spots ein bisschen wie das Dschungelcamp – keiner will es gesehen haben, kennen tut es aber jeder.“

Insgesamt wurden in einem Online-Interview 406 Personen zwischen 18 und 49 Jahren befragt. 50 Prozent der Befragten waren männlich, 50 Prozent waren weiblich.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie finden Sie unter diesem Downloadlink: http://www.mediaanalyzer.com/Dokumente/MediaAnalyzer-Redcoon-TV-Wirkungsanalyse-2013.pdf

 

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