19.11.2021 – Kategorie: eCommerce

Black Week 2021: Ein Fest für Händler – und Frust für Käufer?

Black Week 2021 Black Friday-ShoppingQuelle: Leo Lintang - Adobe Stock

Die Black Week steht in diesem Jahr unter dem Einfluss von Lieferkettenschwankungen und Chipmangel. Die Nachfrage der Verbraucher bleibt aber ungebrochen.

Die Marktforscher der GfK haben jetzt aktuelle Daten zur Black Week 2021 analysiert. Hierbei wurden die Lieferkettenschwankungen und der Chipmangel auf Hersteller, Händler und Konsumenten untersucht. Tatjana Wismeth, Head of Distribution & Supply Chain Intelligence bei GfK, prognostiziert, dass die Black Week 2021, eingeschränkt durch die Produktverfügbarkeit, im Zwiespalt zwischen November- und Weihnachtsgeschäft und auf Basis eines höheren Preisniveaus stattfinden wird.

Produktverfügbarkeit bestimmt die Black Week 2021

Die Black Week 2021 ist seit jeher ein Fest für Schnäppchenjäger im Tech- und IT-Sektor. Doch dieses Jahr müssen sich Verbraucher auf eine andere Black Week einstellen als sonst. Auf Basis ihrer fundierten Daten hat die GfK die Situation im Tech-Sektor analysiert. Ein ganz entscheidender Faktor für den Erfolg der Black Week ist die Verfügbarkeit von Produkten. Die aktuellen Nachschub- und Lieferkettenprobleme zeichnen kein rosiges Bild. Auf Basis der gelisteten und verkauften Einzelprodukte im deutschen Distributionsmarkt zeigen unsere Analysen eine angespannte Lage. Zuletzt hat sich zwar eine leichte Verbesserung abgezeichnet, trotzdem bleibt die Situation weiterhin herausfordernd.

Während Lücken in den Regalen für den Handel und Endkunden ärgerlich sind, bieten sie Herstellern eine Chance: Durch Produktengpässe bei der Konkurrenz steigt die Wechselbereitschaft zur eigenen Marke und deren Produkte. Die Pandemie hat bereits gezeigt, dass Kunden oftmals aufgrund nicht verfügbarer Produkte andere Kaufentscheidungen als üblich trafen. Statt nicht zu kaufen, wechselten sie zu anderen Herstellern. Anbieter, die von Lieferschwierigkeiten weniger betroffen sind, haben dadurch die Möglichkeit, neue Kunden zu erreichen, von sich zu überzeugen und diese zu halten.

Sollen Händler Produkte für die Black Week vorhalten?

Nicht nur der mangelnde Nachschub aus der Produktion trägt zu geringer Produktverfügbarkeit in den Regalen bei. In diesem Jahr werden sich Händler zwischen dem Abverkauf in der Black Week oder dem Vorweihnachtsgeschäft entscheiden müssen – für beide Zeiträume könnte die verfügbare Ware nicht ausreichen. Es bleibt spannend, ob und welche Produkte für das Weihnachtsgeschäft vorgehalten werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, deckt sich im Idealfall also schon während der Black Week 2021 mit Weihnachtsgeschenken ein.

Produktknappheit und hohe Nachfrage führen zu Preisanstieg

Dank der weiterhin hohen Nachfrage im Tech-Sektor stieg der Gesamtumsatz der Distribution in Deutschland in September 2021 um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das abgesetzte Volumen ist sogar um 15 Prozent angestiegen. Vor allem Hardware-Produkte und Peripheriegeräte für das Home Office stehen bei den Konsumenten noch immer hoch im Kurs.

Die starke Nachfrage trägt zu erhöhten Preisen bei – was Kunden sowohl in der Black Week wie auch im Vorweihnachtsgeschäft zu spüren bekommen werden. Weitere Faktoren sind steigende Rohstoff- und Lieferkosten sowie die Inflation. Zwar erwarten wir auch in der kommenden Black Week attraktive Preisreduzierungen für Kunden, allerdings wird das gesamte Angebot das bereits erhöhte Preisniveau widerspiegeln.

Wachsendes Geschäft für Distributoren

Von der fraglichen Produktverfügbarkeit profitieren Distributoren. Ihre Bedeutung nimmt bereits seit Beginn der Pandemie zu. 2020 wurden im Schnitt 18 Prozent mehr Computing-Hardware über Distributoren eingekauft als im Vorjahr. Dieser Trend setzt sich weiter fort. Distributoren konnten die sehr guten Ergebnisse des letzten Jahres sogar noch übertreffen. Gerade in den letzten Wochen wurde seitens des Handels für die beginnende Sales-Saison kräftig bei Distributoren eingekauft. Deren Verkäufe stiegen in den Kalenderwochen 41 bis 44 um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

IT- und Office-Produkte wie auch Unterhaltungselektronik wurden am stärksten nachgefragt. Der Handel deckte sich für die anstehenden Aktionen vor allem mit Computing-Hardware und Peripherie sowie TVs und Audio-Home-Geräten ein. Dies unterstreicht noch einmal die positive Erwartung des Handels bezüglich der Konsumentennachfrage.

Händler erwartet kein Umsatzeinbruch in der Black Week 2021

Insgesamt bieten unsere vorliegenden Daten positive Aussichten für die Black Week 2021 in Deutschland – zumindest für Händler und Hersteller. Es ist zu erwarten, dass sich der Umsatz – gerade auch aufgrund des höheren Preisniveaus – stabil entwickeln wird. Einzig das Absatzvolumen bleibt eine Frage der Verfügbarkeit.

Zur Methodik der Studie: GfK bietet mit GfK Supply Chain Intelligencec das weltweit größte Distributionspanel für technische Konsumgüter. GfK beobachtet damit Verkäufe von Distributoren (sell-through) an den Handel. Die Daten werden auf wöchentlicher Basis im Rahmen eines Leaderpanels (das heißt nicht-extrapoliert) erhoben. In Kombination mit GfK Market Intelligence (sell-out) lassen sich Lieferketten und Warenflüsse abbilden. Gfk bietet verlässliche Daten und Erkenntnisse, kombiniert mit fortschrittlicher künstlicher Intelligenz, der den Zugang zu umsetzbaren Handlungsempfehlungen in Echtzeit revolutioniert, die die Marketing-, Vertriebs-, und Organisations-Effektivität der Kunden und Partner steigern. (sg)

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