Bundesverband IT-Sicherheit: TTIP senkt IT-Sicherheitsniveau

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Die Bestimmungen zu dem Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaftsabkommen (TTIP) werden derzeit in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert. Der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) warnt jetzt davor, dass TTIP zu einer Absenkung der deutschen beziehungsweise europäischen Standards bei Datenschutz und IT-Sicherheit führen könnte.
Datenschutz und IT-Sicherheit haben einen hohen Stellenwert in Europa.

Die Bestimmungen zu dem Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaftsabkommen (TTIP) werden derzeit in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert. Der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) warnt jetzt davor, dass TTIP zu einer Absenkung der deutschen beziehungsweise europäischen Standards bei Datenschutz und IT-Sicherheit führen könnte.

In Verbindung mit TTIP befürchtet TeleTrusT einen Verlust hoher europäischer Qualitätsstandards. Dies betrifft die Gebiete Datenschutz und IT-Sicherheit sowie die aus TTIP abzuleitende IT-Standardisierung. TTIP beinhaltet den Ansatz, dass sich die Verhandlungsparteien auf Standards einigen werden, nach denen ein Marktzugang für Produkte und Dienstleistungen auch im IT-Bereich sichergestellt sein wird. Hieraus ergeben sich wichtige Impulse für die nationalen Vorgaben an IT-Sicherheitsprodukte.

Das Thema IT-Sicherheit und im Besonderen das zentrale Element Kryptoalgorithmen sind in Bezug auf TTIP aufmerksam zu beobachten. Dies unter dem Aspekt, dass nationale Institutionen – wie z.B. in Deutschland das BSI – als Sachwalter hoher Standards nicht direkt in die Verhandlungen involviert ist, sondern ihre Vorstellung den Verhandlungsführern der EU-Kommission erst nahebringen müssen, um zu vermeiden, dass TTIP in diesem Zusammenhang durch amerikanische NIST-Standards geprägt wird. Wenn dies nicht mehr zu verhandeln wäre, würde es die gesamte deutsche IT-Sicherheitsindustrie betreffen.

TeleTrusT geht von folgenden Prämissen aus und versteht sie als Handlungsaufforderung an die politischen Entscheidungs- und TTIP-Verhandlungsträger:

  1. Die ITK-Industrie profitiert von globalen Standards und globalen technischen Spezifikationen, aber die TTIP-Verhandlungen dürfen nicht im Wege politischer Zugeständnisse in eine Abwärtsspirale für IT-Sicherheitsstandards münden.
  2. TTIP darf in Bezug auf IT-Sicherheit nicht zu einem geringeren Sicherheitsniveau für kommerzielle IT-Produkte führen, insbesondere nicht zu schwächeren Kryptoalgorithmen.
  3. Grundsätzlich ist ein Handelsabkommen zwischen den USA und der EU zu begrüßen. Die Snowden-Affäre hat aber deutlich werden lassen, dass Europa sich nicht auf das grundsätzliche andere ‘Privacy’-Verständnis der USA einlassen sollte.
  4. Bei Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums ist zu erwarten, dass deutlich mehr Daten, insbesondere personenbezogene Daten, zwischen der EU und den USA hin- und her fließen werden. Dies darf nicht ohne abgestimmtes Datenschutzverständnis geschehen. Das Fehlen einheitlicher Standards würde ansonsten zu unterschiedlichen, wettbewerbsverzerrenden Anforderungen, an Unternehmen dies- und jenseits des Atlantiks führen.
  5. Der liberalisierte Zugang zu öffentlichen Aufträgen darf die nationale digitale Souveränität nicht gefährden.
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Drei Referenten, drei Blickwinkel, eine Fragestellung: Wie lässt sich durch Industrie 4.0 Mehrwert für den Logistik-Mittelstand erzeugen? Auf dem LogiMAT Fachforum (Donnerstag, 16.03.2017 von 14:00 bis 15:30 Uhr, Forum A, Halle 1) des EffizienzCluster LogistikRuhr und der agiplan GmbH berichten der Komponentenhersteller Interroll, das Intralogistik-Systemhaus viastore und der Immobiliendienstleister JLL über ihre Standpunkte und ihren Stand in Sachen Digitalisierung. In derselben Sequenz wird eine Methodik vorgestellt, wie Industrie 4.0-Anwendungen nutzbringend von mittelständischen Unternehmen eingeführt werden können.

Werbung

Top Jobs

Keine Top-Jobs gefunden
Werbung

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Werbung
Werbung

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Fight Club Logistik

KI in der Logistik

Mehr erfahren

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.