Chancen der Digitalisierung durch strategische Mitarbeiter-Qualifizierung

  • Digitale Kompetenzen von Berufstätigen in Deutschland stehen in direkter Relation zur Unternehmensgröße.
  • Weiterbildung im Bereich Computer und Internet erfolgt hauptsächlich durch die Arbeitnehmer selbst: "Bringe ich mir selbst durch Ausprobieren bei" sagen 88 Prozent der Befragten in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. (78 Prozent in Unternehmen <250 Mitarbeitern).
  • Schulungen durch den Arbeitgeber nutzen 61 Prozent der Befragten in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. (30 Prozent in Unternehmen <250 Mitarbeitern).
  • Wissensaneignung im Job ist eine Generationenfrage: 90 Prozent der Berufstätigen unter 30 sagen "Bringe ich mir selbst durch Ausprobieren bei". (30-49 Jahre: 80 Prozent; 50+: 71 Prozent).Schulungen und Weiterbildungsangebote durch den Arbeitgeber nutzen  47 Prozent der unter 30-Jährigen, 38 Prozent der 30-49-Jährigen und nur 33 Prozent der über 50-Jährigen.

Der Digitale Wandel hat große Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Neben der Anwendungskompetenz von digitalen Medien und onlinebasierten Systemen sind die zunehmende Entgrenzung von Berufs- und Privatleben durch digitale Endgeräte und der Umgang und die Speicherung von unternehmensrelevanten oder personenbezogenen Daten zentrale Herausforderungen.

Im Zuge der Digitalisierung ist die Qualifikation der Mitarbeiter entscheidend, um das wirtschaftliche und soziale Potential digitaler Arbeit zu erschließen. Berufstätige sind digital "souveräner" als der Durchschnitt der Bevölkerung (60,2 vs. 51,3 Indexpunkte, vgl. D21-Digital-Index 2014). Dabei liegt der durchschnittliche Digitalisierungsgrad von Arbeitnehmern in Unternehmen mit über 1000 Mitarbeitern mit rund 10 Indexpunkten deutlich über dem Digitalisierungsgrad von Arbeitnehmern in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern. Diese Diskrepanz erklärt sich durch konsistentere Digitalstrategien und bessere IT-Strukturen.

Carsten Kestermann, D21-Gesamtvorstand, sagt: "Digitale Arbeit birgt große Chancen für wirtschaftliche Innovationen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Um diese Chancen zu nutzen, müssen gerade Mittelständler viel in die Medienkompetenz ihrer Mitarbeiter investieren." Die Vermittlung digitaler Kompetenzen ist jedoch nicht nur Aufgabe der Arbeitgeber. "Digitale Kompetenz ist eine Querschnittsqualifikation. Alle Bildungseinrichtungen müssen in die Lage versetzt werden, diese adäquat vermitteln zu können. Wir begrüßen es als Initiative D21 daher sehr, dass dieses Thema 2015 auf der politischen Agenda steht. Das Grünbuch "Arbeiten 4.0" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist dabei ein wichtiger Impuls",  so Kestermann.

D21-Digital-Index

Digitale Arbeit ist ein Schwerpunktthema des D21-Digital-Index. Die Studie zeigt deutlich auf, wo es Handlungsbedarf gibt, um Unternehmen beim Schritt in die digitale Arbeitskultur zu unterstützen und strukturelle Benachteiligungen frühzeitig zu vermeiden. Mit der Neuauflage 2015, die in der zweiten Jahreshälfte erscheint, wird das Thema erneut vertieft. Der Fokus wird auf organisatorischen und kulturellen Aspekten liegen. Der D21-Digital-Index ist eine Weiterentwicklung des  (N)ONLINER Atlas (2001-2014) und mit rund 33 000 Befragten die umfangreichste und aussagekräftigste Studie zum Internetnutzungsverhalten der Deutschen. Der Index ermöglicht es, die Auswirkungen von Innovationen und Ereignissen für Wirtschaft und Gesellschaft detailliert, nachhaltig und im Zeitverlauf aufzuzeigen.

Die Initiative D21 sieht es als gesamtgesellschaftliche Aufgaben an, die Chancen der Digitalisierung für alle Menschen nutzbar zu machen und die digitale Gesellschaft fair zu gestalten. Der gemeinnützige Verein ist engagiert, den Diskurs zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu verbessern, unter anderem als Knowledge-Partner der Veranstaltung Arbeit 4.0 der Bertelsmann Stiftung, die Anfang Juni in Berlin stattfand.

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