16.02.2022 – Kategorie: eCommerce

Checkout-Prozess: „Der Kunde möchte mehr Kontrolle über Zahlmethoden“

Sicherheit beim Checkout-Prozess ist ein Conversion-Treiber. Was dafür getan werden muss, erklärt Jen Abdin, Global Solution Sales Director im Bereich E-Commerce bei Giesecke+Devrient, im Interview.

Warum denken Händler häufig, dass eine hohe Zahlungssicherheit das Kundenerlebnis beeinträchtigt?

Jen Abdin: Ein reibungsloser Checkout-Prozess ist im E-Commerce Gold wert. Erscheint der Bezahlprozess als zu kompliziert, steigt automatisch die Abbruchrate. Dies bedeutet jedoch nicht, dass im Warenkorb alles so einfach wie möglich ablaufen soll. Die sichere Übermittlung der Kundendaten hat oberste Priorität. Bei smarten Bezahllösungen schließt das eine das andere nicht aus. Genau dort sollte der Fokus der Händler liegen, wenn sie sich nach neuen Technologien für den Checkout und Daten­sicherheit umsehen.

So tragen Network Tokenisierungen zum optimierten Checkout-Prozess bei

Kann vermittelte Sicherheit und Vertrauen im E-Commerce zurecht als Conversion-Treiber gesehen werden?

Durchaus – die Abbruchrate aufgrund zu komplexer Zahlungsprozesse liegt bei 18 Prozent. Nutzer brechen Käufe ab, weil sie der Website ihre Kredit­kar­tendaten nicht anvertrauen möchten, da sie nicht feststellen können, ob die Abwicklung legitim und sicher ist.

Es muss also gelingen, Vertrauen durch gezielte Informationsweitergabe zu vermitteln und ein einfaches Handling anzubieten, während im Hintergrund hochqualitative Sicherheitsverfahren ablaufen, die den Kauf aber nicht unnötig erschweren.

Was ist Network Tokenisierung und wie kann dies den Checkout-Prozess verbessern?

Mehr als 61 Prozent aller europäischen E-Commerce-Transaktionen werden mit Kreditkarte bezahlt. Immer mehr Kunden hinterlegen dabei ihre Daten beim Onlinehändler als Card-on-File (CoF). Zum Schutz dieser Daten muss eine Sicherung gegen einen möglichen Diebstahl erfolgen. Klassische proprietäre Tokenisierungs-Lösungen werden hier gerade von Network-Tokenisie­rungen abgelöst: Sowohl durch eine End-to-End-Tokenisierung von Zahlungsdaten, aber auch durch eine Verbindung der Kreditkartenunternehmen direkt mit dem Händler erfolgt ein kundenoptimierter Checkout-Prozess, der sich auch dank höherer Autorisierungsraten positiv auf die Conversion-Rate auswirkt.

Welche Absicherung bietet G+D kleinen und großen Onlineshops, um ihr Zahlungserlebnis sofort sicherer zu gestalten?

Gemeinsam mit Netcetera bieten wir die E-Commerce-optimierte All-in-One-Lösung eCOM Tokenizer an. Diese ist leicht skalierbar und somit auf jede Unternehmensgröße anpassbar, da sie eine Integration für alle großen Kreditkartenanbieter und deren Network-Tokenisierungen abdeckt. Durch die Verbindung zwischen Händler und Kartenherausgeber haben Hacker wenig Chancen. Das integrierte Lifecyclemanagement ermöglicht außerdem die automatische Verlängerung des Netzwerk-Tokens bei abgelaufenen, verlorenen oder gestohlenen Kreditkarten. Diese Aktualisierung der Kartendaten im Warenkorb erhöhen die Conversion- und Genehmigungsraten signifikant. So ein All-in-One-Paket für Network-Tokenisierung spielt vielen Shops buchstäblich in die Karten.

Bezahlmethoden in der Zukunft – Das sollten Onlinehändler berücksichtigen

Welche neuen Bezahlmethoden müssen Onlinehändler in Zukunft berücksichtigen?

Die Menge an Geräten, mit denen Kunden bezahlen können, wird sich weiter erhöhen – man bedenke Wearables wie Smart Watches oder Gesundheits-Tracker, Smart-Home-Anwendungen oder auch das Auto. Bei sogenannten In Car Payments (Anm. d. Red. siehe Seite 8) können Nutzer während der Fahrt bequem Essen bestellen, Tankladungen bezahlen oder andere Einkäufe über die Sprachsteuerung in Auftrag geben. Der Kunde möchte mehr Kontrolle über seine präferierte Bezahlmethode haben – angepasst je nach Device.

Features wie Buy Now Pay Later oder ein schneller Checkout-Prozess mit bereits hin­terlegten Daten wie bei Click to Pay werden immer mehr genutzt, genauso Zahlungen mit QR-Codes oder Digitalwährungen.

Checkout-Prozess, Jen Abdin
Bild: Giesecke+Devrient

Jen Abdin, ist Global Solution Sales Director im Bereich E-Commerce bei Giesecke+Devrient.


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