China wird dem deutschen Einzelhandel zu teuer

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Weil die Produktionskosten von Konsumgütern in China steigen, wendet sich der importierende Einzelhandel in Deutschland vermehrt anderen Lieferländern zu. Die meisten Einzelhändler rechnen zudem für 2016 mit steigenden Verbraucherpreisen. Dies ergab eine Mitgliederumfrage der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V. (AVE).

Weil die Produktionskosten von Konsumgütern in China steigen, wendet sich der importierende Einzelhandel in Deutschland vermehrt anderen Lieferländern zu. Die meisten Einzelhändler rechnen zudem für 2016 mit steigenden Verbraucherpreisen. Dies ergab eine Mitgliederumfrage der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V. (AVE).

China hat im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 weniger Waren ins Ausland exportiert als im Vorjahr (-2,6 Prozent). Nachdem das Land bei den Exporten über Jahre hinweg teils zweistellige Wachstumsraten erzielt hatte, sind die Zahlen seit sechs Monaten beständig negativ. Die aktuelle AVE-Mitgliederumfrage unter Deutschlands wichtigsten Einzelhändlern spiegelt diesen Trend deutlich wider: So gaben 90 Prozent der befragten Unternehmen an, 2016 verstärkt Ware aus anderen Lieferregionen beziehen zu wollen. 80 Prozent der Befragten haben bereits 2015 ihr Importvolumen aus China reduziert. Sämtliche Teilnehmer der Befragung (100 Prozent) machen gestiegene Kosten für diese Entwicklung verantwortlich.

Der Markt für E-Commere in China im Vergleich zu anderen Ländern (Bildquelle: eMarketer / Statista 2014)

 

Rückgang des Wirtschaftswachstums in China

“Die Ergebnisse der Befragung zeigen eindeutig, dass der Rückgang des Wirtschaftswachstums in China nicht nur die deutsche Exportwirtschaft betrifft, sondern auch für die Importwirtschaft ein Thema ist”, betonte AVE-Geschäftsführer Stefan Wengler. “Auch um den Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland zu begrenzen, werden sich die Warenströme stärker auf andere Länder verlagern.” Nach Einschätzung der Einzelhändler wird sich ein Preisanstieg in Deutschland jedoch nicht völlig verhindern lassen, wie 80 Prozent der Befragten erwarten.

China ist nach wie vor mit Abstand das wichtigste Importland für den deutschen Einzelhandel. Für die Zukunft rechnet die Branche allerdings damit, dass die Wettbewerbsfähigkeit Chinas als Lieferland weiter sinken wird. Dieser Auffassung sind 78 Prozent der Befragten. Eine steigende Bedeutung als Lieferland erwarten die Einzelhändler bei Myanmar (78 Prozent), Bangladesch (67 Prozent) und Vietnam (56 Prozent). Alle Befragten glauben, dass Chinas Bedeutung als Lieferland für den deutschen Einzelhandel 2016 weiter abnehmen wird.
Die AVE ist die Spitzenorganisation der importierenden Einzelhändler in Deutschland. Zu ihren Mitgliedern gehören führende deutsche Marken-, Versand- und Einzelhandelsunternehmen, darunter Metro, Puma, Otto, Tchibo, Karstadt, Lidl oder C&A. AVE-Mitglieder stehen für einen Gesamtumsatz von rund 230 Mrd. Euro im Jahr.

(jm)
 

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