Christoph Klein – vom Gründer zum Investor

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Start-Ups, Gründer und innovative Ideen zu fördern, das ist die Leidenschaft von Christoph Klein. Als Unternehmer mit Leib und Seele machte er sich bereits mit 15 Jahren mit seiner eigenen Firma selbständig: Living Byte Computer in Altusried bei Kempten. Sein bisheriges Meisterstück ist Sofortüberweisung. Christoph Klein führte das Unternehmen von der Start-Up-Phase (damals Payment Network) zu einem international erfolgreichen Mittelständler. Bei seinem Ausstieg vor 20 Monaten war Sofortüberweisung in acht europäischen Ländern aktiv und mit 1,5 Millionen monatlichen Transaktionen das führende Direktüberweisungsverfahren. Als Unternehmer mit dem Faible Gründung sah der CEO und Vorstandsvorsitzender seine Mission dort für beendet. Anfang 2014 übernahm der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna AB die Sofort AG, laut techcrunch.com für 150 Millionen US Dollar. Seit seinem Ausstieg widmet sich Christoph Klein wieder seinem Lieblingsthema: Aus einer Idee eine Firma zu formen und am Markt zu etablieren. Dafür hat der Unternehmer die CK Invest GmbH gegründet.

Sie galten als Enfant Terrible der Online Zahlungsbranche, als Sie 2005 mit dem Produkt Sofortüberweisung die Payment Network AG gründeten. Wie kam es dazu?

Christoph Klein: Den Banken hat die Idee nicht gefallen, dass der User mit seinem eigenen Konto direkt seine Einkäufe im Internet bezahlen kann. Dazu kam, dass Sparkassen, VR Banken und Postbanken im Jahr 2006 das Online Bezahlverfahren Giropay auf dem Markt brachten, das in direkter Konkurrenz zu Sofortüberweisung steht. Jedoch war Sofortüberweisung um ein vielfaches erfolgreicher. Heute werden mit Sofortüberweisung in elf Ländern monatlich mehr als drei Millionen Transaktionen getätigt – in Summe mehr als 2,4 Milliarden Euro jährlich umgesetzt.

Wie sind Sie darauf gekommen, Sofortüberweisung zu übernehmen und die Payment Network AG zu gründen? Sie hatten doch eigentlich damals einen IT Online-Shop?

Christoph Klein: Wir hatten, wie viele damals, das Problem, dass in unserem Onlineshop zwar sehr gut bestellt wurde, jedoch oftmals kein Kauf zustand kam, da die Kunden nicht bezahlten. Häufig war die Ware dann aber bereits bestellt und lag anschließend im Lager. Bei der Suche nach einer Lösung bin ich über ein Produkt namens Sofortüberweisung gestolpert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sofortüberweisung nahezu keine Händler, die das Produkt in ihrem Webshop integriert hatten. Ich erkannte jedoch sehr schnell das Potential von Sofortüberweisung, übernahm das Produkt und gründete die Payment Network AG (heute Sofort AG). Der Erfolg stellte sich rasch ein: Laut der EuPD Studie hatte schon im Jahr 2010 jeder zweite Online Shopper mit Sofortüberweisung bezahlt.

Nach Ihrem Ausstieg haben Sie CK Invest gegründet. Was machen Sie anders, als andere Gründer-Investoren?

Christoph Klein: Ich bin inzwischen schon seit über 20 Jahren selbständig und habe folgendes gelernt: Ich muss mich aktiv um meine Investitionen kümmern. Neben Geld stelle ich auch mein Know-How und meine Arbeitskraft zur Verfügung. Die Ernsthaftigkeit meiner Investition wird auch damit bewiesen, dass ich als Geschäftsführer in die Gesellschaft gehe. Das bringt Vertrauen und zeigt die Nachdrücklichkeit meines Engagements und keine kurzfristige Sichtweise.

Wie kommen Sie auf Ihre Investitionen? Wie war das bei Immoware24?

Christoph Klein: Nach meinem Abschied von der Sofort AG habe ich mich mit der Verwaltung meines eigenen Immobilen-Bestandes befasst. Ich habe nach einer guten Verwaltungssoftware gesucht. Die Firma AW Immoware  war mit einer cloudbasierten Hausverwaltungssoftware die einzige Lösung, welche meinen Anforderungen entsprochen hat: geräteunabhänig, ortsunabhängig, keine Investition in eigene Server. Doch das Unternehmen stand nicht gesund da. Ich habe aber auch hier das Potential erkannt. Also haben wir Gespräche über eine Zusammenarbeit geführt. Zum 1. Juni 2013 hat dann die neu gegründete Immoware24 GmbH die Software als auch alle Mitarbeiter übernommen und den Geschäftsbetrieb gestartet.

Was haben Sie seither alles in die Wege geleitet?

Christoph Klein: Technisch haben wir das Produkt um viele Innovationen erweitert: Zuerst haben wir das Onlinebanking in die Software direkt integriert, da der Import und Export von Kontoauszügen und Zahlungen sehr aufwendig ist. Inzwischen verfügt die Software außerdem über ein eigenes Dokumenten Management System (DMS), welches um einen E-Mail Client erweitert wurde. Nun sehen Sie in den Kunden- beziehungsweise Dienstleisterstammsätzen neben Verträgen und dem Schriftwechsel auch den kompletten E-Mail Verkehr. Ein angriffslustiger Werbespot auf www.immoware24.de erklärt die Vorteile auf pfiffige Art und Weise. Die technischen Neuerungen, der Umbau der Firmenstruktur, die Übergabe von Verantwortung an bestehende Persönlichkeiten aus der Firma, haben dafür gesorgt, dass sich die Einnahmen der Firma innerhalb von einem Jahr mehr als verdreifacht haben. Inzwischen verwalten mehr als 300 Hausverwalter einen Bestand von 50.000 Wohnungen mit Immoware24. Wir möchten mit der Immoware24 GmbH, welche letztes Jahr noch monatlich bis zu 40.000 Euro Verlust gemacht hat, den Break Even bis Ende des Jahres erreichen.

 Sie sind aber nicht nur im Bereich IT aktiv?

Christoph Klein: Im Jahr 2012 habe ich mit zwei Geschäftspartnern die Planreal Wohnbau GmbH gegründet. In diesem Jahr werden zwei Wohnanlagen in Dresden gebaut – alle Wohnungen sind inzwischen verkauft. Ein weiteres Mehrfamilienhaus mit Gewerbe wurde saniert und 2014 ebenfalls verkauft. 

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Christoph Klein: Ich möchte weiter spannende Konzepte entdecken und diese in einer Gesellschaft zum Erfolg führen. Nach wie vor finde ich das Thema Payment sehr spannend. Ich verfüge hier über sehr gutes Know-How, ein hervorragendes Netzwerk und es werden immer wieder äußerst interessante Ideen an mich heran getragen. Und natürlich gibt es viele andere gute und innovative Gründer, teilweise schon in einem fortgeschrittenen Stadium, denen lediglich die Erfahrung und das Geld fehlen. Mir macht es Spaß, etwas zu bewegen, Ideen nach vorne zu treiben und nachhaltig zu gestalten. Ich bin einfach kein Manager, ich bin Unternehmer. Ich lasse in Kürze sicher mit der einen oder anderen Idee wieder von mir hören.

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