.com – VeriSign verliert Gebührenpoker!

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VeriSign Inc., Verwalterin der beiden Top Level Domains .com und .net, hat in den Verhandlungen um die Fortführung des Registry-Vertrages eine überraschende Niederlage einstecken müssen: zwar verlängerte sich der Vertrag um sechs Jahre, eine automatische Preiserhöhung gibt es aber nicht.


Zwischen der Internet-Verwaltung ICANN und VeriSign schien alles klar: Verlängerung des Registry-Vertrages um sechs Jahre bis 30. November 2018 sowie die Möglichkeit, die Gebühren vier Mal anzuheben, wobei jede einzelne Anhebung auf maximal sieben Prozent gedeckelt ist. Legt man den aktuellen Preis von US$ 7,85 pro .com-Domain zu Grunde, hätte VeriSign somit die Möglichkeit gehabt, die Gebühren auf die gesamte Vertragslaufzeit auf maximal US$ 10,29 und damit um bis zu 31 Prozent zu erhöhen. Im Herbst 2012 grätschte jedoch das US-Wirtschaftsministerium dazwischen und kündigte an, die Preiserhöhungen gemeinsam mit dem Justizministerium genauer unter die Lupe zu nehmen; die Gründe für diese staatliche Intervention blieben bis heute unklar.


Am 29. November 2012 platzte dann die Bombe: wie VeriSign in einer Börsenmitteilung bekanntgab, wurde zwar der Registry-Vertrag wie geplant um sechs Jahre verlängert. In den Verhandlungen mit dem US-Wirtschaftsministerium sei man aber übereingekommen, dass die Gebühr für die Registrierung oder Verlängerung einer .com-Domain einen Betrag von US$ 7,85 nicht überschreiten darf; ein einseitiges Recht von VeriSign, die Gebühren zu erhöhen, gibt es also die nächsten sechs Jahre nicht. Ganz aus der Welt ist eine Gebührenerhöhung allerdings nicht: wenn es VeriSign beispielsweise gelingt, nachzuweisen, dass die Marktbedingungen eine solche Beschränkung nicht länger rechtfertigen, kommt eine Erhöhung in Betracht. Dies soll Umständen Rechnung tragen wie dem Wettbewerb mit anderen Registry-Betreibern oder der Nutzung alternativer Suchtechniken im Internet wie Suchmaschinen, Browser und URL-Verkürzer, so dass die Nachfrage nach Domains sinkt. Auch in außergewöhnlichen Fällen kann VeriSign die Gebühren erhöhen, benötigt dafür aber jeweils die Zustimmung der US-Regierung. Für .net gelten diese Regelungen übrigens entsprechend; allerdings sind dort die Gebühren auf US$ 5,86 gedeckelt.


Für die Endkunden haben diese Verhandlungen unmittelbar keine Auswirkung, da sie lediglich die Verkaufspreise an die Registrare betreffen. Vor allem Markeninhaber und Domain-Investoren haben jedoch Anlass zur Freude, da zumindest mittelbar das Risiko höherer Gebühren für die Verwaltung des Domain-Portfolios gesunken ist. Und auch die US-Regierung darf sich zuschreiben, im Interesse der Verbraucher Stärke gezeigt zu haben. Ob durch günstige Gebühren allerdings der Anreiz für Cybersquatting steigt, wird erst die Zukunft zeigen.


Autoren: Daniel Dingeldey, Rechtsanwalt Berlin; Florian Hitzelberger, Rechtsanwalt Holzkirchen; Florian Huber, Wirtschaftsjurist (Univ. Bayreuth)


 


 

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