Corona-Krise: Jeder fünfte Mittelständler von Insolvenz bedroht

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Die Folgen der Corona-Krise trifft vor allem kleine und mittelständische Unternehmen hart, wie eine aktuelle Umfrage von Visable zeigt. Warum jedes fünfte Unternehmen in die Insolvenz gehen könnte.
Corona-Krise

Quelle: DesignRage/Shutterstock

  • Die Folgen der Corona-Krise bedrohen vor allem mittelständische Unternehmen.
  • Eine neue Umfrage von Visable liefert besorgniserregende Ergebnisse.
  • So könnte jedes fünften Unternehmen von Insolvenz betroffen sein.

Der Ausnahmezustand hält an. Die Corona-Krise hat den Mittelstand in den letzten Wochen besonders hart getroffen und eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Nach einer Blitz-Umfrage Anfang März 2020 hat Visable jetzt erneut rund 300 kleine und mittlere Unternehmen aus der DACH-Region nach den Folgen durch Corona gefragt. Die Online-Befragung wurde vom 21. bis 26. April 2020 durchgeführt.

Corona-Krise: Lage schlimmer als anfangs erwartet

Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich: Die Situation hat sich dramatischer entwickelt als noch
zu Beginn der Krise angenommen. Umsatzeinbußen und Kurzarbeit bestimmen den Arbeitsalltag der Mehrheit der Befragten. Jedes fünfte Unternehmen sieht sich in naher Zukunft von der Möglichkeit der Insolvenz bedroht. Das Krisenmanagement der Politik in den letzten Wochen wird übereinstimmend mit der Note 3+ bewertet.

Die Umfrage zeigt, wie enorm die wirtschaftlichen Einbußen sind. Jedes fünfte Unternehmen sieht seine Existenz unmittelbar bedroht: Neun Prozent sagen, dass sie bei noch längerem Lockdown insolvent sind, weitere 13 Prozent wissen nicht, wie lange sie ihr Geschäft noch aufrecht erhalten können. Immerhin 26 Prozent der Unternehmen setzen auf staatliche Unterstützung und hoffen, die Existenz durch die Inanspruchnahme von staatlichen Hilfsmitteln sichern zu können. Dem stehen 40 Prozent der Betriebe gegenüber, die glauben, mit einem blauen Auge davon zu kommen und nach der Krise weiter bestehen zu können.

Corona-Krise
Visable befragte zwischen dem 21. und 26. April rund 300 Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen der DACH-Region. (Grafik: Visable)

Zunahme von Kurzarbeit und Produktionsstillstand

Die erneute Befragung macht auch deutlich, wie sehr sich die Situation für KMU in der DACH-Region seit Anfang März zugespitzt hat: Die Anzahl an Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, hat sich im Vergleich mehr als verdoppelt: 40 Prozent der Befragten gaben jetzt an, in deutlich reduzierter Form zu arbeiten. Anfang März waren es noch 19 Prozent. 27 Prozent der befragten Unternehmen sind außerdem von der kompletten Schließung des Betriebs aufgrund behördlicher Anordnungen betroffen. In rund acht Prozent der befragten Unternehmen steht die Produktion still.

Corona-Krise führt zu Umsatzeinbußen

Eine weitere Folge sind enorme Umsatzeinbußen. Diese verzeichnen inzwischen zwei Drittel der
Befragten. Im März waren es noch weniger als die Hälfte (45 Prozent). In einigen Unternehmen herrscht trotz allem Arbeitsalltag: 22 Prozent der Unternehmen arbeiten mit Atemschutzmasken im Normalbetrieb. Vom Homeoffice aus arbeiten 27 Prozent – für viele eine völlig neue Erfahrung.

„Diese Zahlen zeigen einmal mehr, dass KMUs jetzt handeln müssen, um ihre Existenzen zu sichern. Jetzt ist Flexibilität und Mut gefragt. Alte Strukturen müssen aufgebrochen, Lieferketten überprüft und neu aufgestellt werden“, erklärt Peter F. Schmid, CEO von Visable. „36 Prozent der Befragten verzeichnen Lieferschwierigkeiten bei der Materialbeschaffung. Diese Engpässe stellen enorme Einschnitte in der Produktion dar.“

Corona-Krise ist Beschleuniger für Digitalisierung

Als Experte für B2B-Marktplätze in Europa konnte Visable seit Beginn der Krise Anfang März
deutlich höhere Zugriffszahlen auf seinen Plattformen Europages und „Wer liefert was“
verzeichnen. Der Traffic wuchs Woche um Woche um teilweise mehr als 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Viele sind gezwungen, ihre Beschaffungsstrategie vollständig zu überdenken oder sind kurzfristig auf alternative Lieferquellen angewiesen, weil ihnen die etablierten Lieferketten wegbrechen. Auch rücken Anbieter aus den umliegenden Märkten mit kürzeren Lieferwegen wieder stärker in den Fokus“, erklärt Peter F. Schmid.

Visable Schmid
Peter F. Schmid ist CEO von Visable.

Schmid sieht vor dem Hintergrund der aktuellen Krise große Chancen für Digitalisierung: „Der momentane Ausnahmezustand ist Beleg dafür, dass sich Einkauf, Beschaffung aber auch Marketing und Vertrieb langfristig völlig neu aufstellen und digitaler werden müssen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Visable ist mit seinen Plattformen Europages für ganz Europa und „Wer liefert was“ in der DACH-Region sowie mit ihren weiteren Digitalangeboten, Google Ads und Retargeting der führende digitale Partner für den Mittelstand.“

Befriedigend für Krisenmanagement in Deutschland und Österreich

Sowohl die deutschen als auch die österreichischen KMUs beurteilen das Krisenmanagement ihrer
jeweiligen Bundesregierung durchschnittlich mit der Note 3+. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen sieht die Arbeit der Politik in der Corona-Krise gut und vergibt ein sehr gut (zwölf Prozent) oder eine Zwei (41 Prozent). Mit einer Drei bewerten 27 Prozent der Befragten die Arbeit der deutschen Bundesregierung in den letzten Wochen. Gut 19 Prozent vergeben eine vier oder schlechter.

In Österreich ist die Verteilung sehr ähnlich: 14 Prozent vergeben ein sehr gut, 40 Prozent eine zwei. Eine Drei vergeben genau ein Fünftel (20 Prozent), 25 Prozent eine vier oder schlechter. Insgesamt polarisiert die Politik in Österreich mehr. Denn fast zwölf Prozent der befragten bewerten die Arbeit der österreichischen Bundesregierung eine Sechs. Eine Aussage zur Schweiz konnte aufgrund der geringen Antworten zu dieser Frage nicht getroffen werden. (sg)

Lesen Sie auch: Lieferketten stabilisieren: So finden Händler und Einkäufer neue Lieferanten

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